Am Anfang war die Feder

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 Betreff des Beitrags: Die Schlacht des Königs
BeitragVerfasst: 1. Okt 2011, 14:27 
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Professor (07)
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Ich will den Kopf frei kriegen, bevor ich an Spiegelwelt weiterschreiben kann, weil ne andere kleine Story in meinem Kopf stetig herumspukt ^^ Schreibe ich spontan mal runter...


Die Sonne erscheint gerade hinter dem Horizont und die Vögel wecken mich aus meinem Schlaf. Ich öffne die Augen und blicke an eine steinerne Decke. Die Decke meines Schlosses, meiner Burg. All meine Untertanen sind hier eingepfercht und ich bedauere dass ich dieser Krieg hier endet. Ich habe einige Wunden davon getragen, aber das Volk, meine Armee hat Vorrang. Ohne sie wäre ich Nichts. So habe ich veranlasst, dass sich alle Ärzte um sie kümmern. Meine Wunden habe ich selber genäht nach seinen Angriffen...

Ich quäle mich langsam aus meinem breiten Bett und ziehe meine Stoffhose, meine ledernen Schuhe an, dazu das weiße Leinenhemd, worüber ich meinen Brustharnisch schnalle. Ich mag keinen Schnick Schnack, so ist dieser nicht verziert. Ich sehe wie ein einfacher Soldat meiner Armee aus. Dies tarnt mich auf den bisherigen Schlachtfeldern. Das einzige, was mich verrät ist mein rubinbesetztes Schwert, welches ich von meinem Vater erbte. Das Andere schmiedete ich unter Anleitung selber. Der letzte Schliff tätigte der Hofschmied. Es ist rasiermesserscharf und ich kämpfe stets mit zwei Schwertern, was mich wieder im Kampf abhebt, denn alle tragen normal ein Schild zum Schwert.

Ich wandel zum Balkon und begrüße das Volk. "Ihr seit das Volk! Ich habe heute Nacht eine Nachricht mit einem Pfeil ins feindliche Lager geschossen. Wir werden hier belagert. Sind hier in dieser Burg sicher, aber die Vorräte werden nicht lange reichen. Ich weiß, dass der andere Herrscher grausam, aber kein Feigling ist. Er versteckt sich nicht hinter seinen Männern, so wie ich mich nicht hinter euch verstecke. Ihr habt Familie, ihr habt Kinder, Frauen und Männer. Viele von euch haben noch ihre Eltern. Ich will keinen Menschen hier an diesem unnützen Krieg verlieren, der eigentlich eine Fehde zwischen mir und meinem Bruder ist, der meine Eltern ermordete. Ich bin zwar der Jüngere, aber ich kann mich mit ihm messen. Ich werde euch nicht vorschreiben, wie ihr zu reagieren habt. Aber ich werde sobald die Sonne den höchsten Punkt erreicht mich mit ihm zum letzten Gefecht treffen. Nur wir beide, indem kein anderer etwas zu suchen hat. Wenn ich gewinne werden die feindlichen Truppen aufgeben. wenn er gewinnt, hat er mich besiegt und erlangt mein Reich. Wenn ihr weiterkämpft, ob ihr weiterkämpft liegt an euch. Er ist ein Tyrann geworden, aber er steht vor seinem Volk und beschützt es. Ihr würdet eine Menge Freiheiten abgeben unter ihm, aber er kümmert sich um euch. Ich kenne meinen Bruder. Der letzte Funken seines früheren Selbst, lässt ihn nicht unehrenhaft werden. Ich habe keine Kinder, ich habe keine Eltern mehr und meinen Bruder habe ich auch verloren. Alles was ich habe ist euch und ich will keinen einzigen von euch verlieren..."

Ich drehe mich um und schreite zum Hof hinab, indem mein Pferd wartet. Eine schwarzer Hengst, der mich mein Leben lang begleitet hat. Ein wunderschönes Tier. Ich sehe erwartungsvolle Gesichter die mich anblicken. Junge, wie Alte. Frauen wie Männer. Ich habe nie Abstriche gemacht und jedem die Freiheit eingeräumt das zu tun, was gewollt ist. Mein Turm ist immer offen für jeden aus meinem Volk gewesen. Jeder weiß das und ich gehe sogar so weit, wenn jemand meint, er wolle mich töten um an die Macht zu gelangen, dann kommt er zu mir durch ohne Hindernisse. Ich rede mit ihm welche Verantwortung sein Vorhaben nach sich zieht und meistens ziehen sie wieder von dannen, wenn sie wissen, wie schwer dies ist. Jeder darf mal nach der Macht streben, aber wenn dieser einsieht, dass die Position zu viel abverlangt darf diese Person mein Zimmer unbehelligt verlassen. Ich habe mich bisher nur einmal einen Kampf stellen müssen gegen einen Untertan. Es war ein Bauer Namens Nicolai, dessen Feld nach einem Blitzeinschlag niederbrannte. Er besaß Nichts mehr. Nachdem das Feld abbrannte, fackelte sein Haus nieder und seine Frau starb dadrinnen. Ich entwaffnete ihn schnell mit einer sich drehenden Bewegung in denen ich gleichzeitig mein Schwert zog, seines abwehrte, dieses beim Aufprall zerbrach, mit dem Fuß sein Bein fegte und er unsanft am Boden landete. In der fertigen Bewegung lag mein Schwert an seiner Kehle. Ich erkannte seinen Mut, aber auch erkannte ich seine Verzweiflung. Es war keine Angst in diesen gewesen. Ich steckte das Schwert weg und half ihm hoch. Wies ihn platz zu nehmen an meinem Tisch. Er tat es, ziemlich verwundert. Ich bat mir zu erzählen, was los sei und warum er mich töten will. Er dachte als König würde er es schaffen. Bei mir sieht es so einfach aus und ich könnte alles haben. Ich bat ihn sich in meinem Zimmer umzusehen und neben einem Tintenfass, einer Feder und Papier besaß ich weniger als er als Bauer besessen hat. Weiß du, mein Geheimnis ist eher, dass ich nicht herrsche. Ich lasse euch regieren. Ich koordiniere nur euch und eure Wünsche. Heute ist er mein erster General. Ein Freund geworden...

Er will mich auch unbedingt begleiten, doch bitte ich dies nicht zu tun. Auch wenn ich ihn nicht aufhalten würde. Ich habe bisher nie jemanden von einer Tat abgehalten, wenn dieser jemand meint, dass diese notwendig wäre. Aber ich weiß, dass viele Taten nicht notwendig sind, die von mir verlangt werden. Der Hofstab meines Vaters war nie mit meiner Regierungsart einverstanden, denn ich habe all meine Macht dem Volk gegeben. Das was mein Vater und meine Mutter immer machen wollten, aber es nicht schafften, da sie nicht genügend Vertrauen im Volk hatten

Vor den Toren reite ich geschwichtlich zum Treffpunkt. Nicolai hat sich nicht davon abbringen können mir zu folgen. Mein Bruder empfand meine Eltern als für schwach und sah als einzigen Wege zur Macht zu kommen in dessen Ermordung an. Ich habe zusehen müssen und es erfüllt mich mich Zorn. Er ist er einzige, wo ich mich zusammenreißen muss, damit meine Gefühle nicht durchdrehen.

"Ich habe auf dich gewartet Bruder" ertönt eine dunkle, von einem weißem Helm gedämpfte Stimme über das Feld. Es sind zwei Hörner aus Gold an diesem Helm angebracht und sein Harnisch aus Eisen und Silber beschlagen, glänzen in der Sonne. "Du siehst wie immer aus, wie ein einfacher Bauer, der einen gefallenen Soldaten ausgeraubt hat und sich dessen Kleidung angeeignet hat. Nur deine Schwerter verraten deine Herkunft. Vater hat auch mit zwei Schwertern gekämpft und gleich werden mir beide gehören, wenn ich das eine aus deinen toten Händen nehmen werde..."

"Aber du weißt!" unterbreche ich ihn. "Gewinnst du, gehört dir mein Reich. Ich weiß nicht, was mein Volk tun wird, aber sie besitzen eine Familie, wie deine Leute. Deshalb wird der Krieg zwischen uns beiden entschieden. Gewinne ich, wird dein Volk in Ruhe gelassen, so wie ich hoffe, dass du das meine in Frieden lässt."

"Ja, so ähnlich meintest du es schon in deinem Brief." raunt er aggressiv zurück. "Aber so weit wird es nicht kommen, weißt du. Du wirst sterben, dein Volk wird fallen. Wir überleben und kriegen alles mit deinem Tot"

Eine Handbewegung meines Bruder zeigt ins Gebüsch und ein Pfeil durchbohrt mich bei der Hüfte. Ich falle vom Pferd und bin entsetzt. "Wie kann er nur!" schreie ich in meinem Kopf. Nicolai die ganze Zeit still springt vom Pferd und zieht sein von mir geschenktes Schwert. Ich schaue ihn an und keuche ihn an, er soll zurück. Ich stehe mit dem Pfeil in der Hüfte auf, ziehe ein Messer unter meinem Gewand und werfe es dem Bogenschützen im Gebüsch in seine Kehle. "Du Mistkerl", denke ich. "Du hast mich jemanden töten lassen, der hier Nichts zu tun haben sollte." Mein Bruder steigt ab. "Tja, jetzt werde ich gewinnen. Weißt du, Bruder? Es ist egal, wie du gewinnst, hauptsache du gewinnst". Er zieht sein Schwert. Im Hintergrund steigt seine Armee aus dem dortigen Wald. Kampfbereit um meine Brug zu überfallen und jeden darin zu töten. Ich sage Nicolai, dass er alle warnen soll, aber er schüttelt den Kopf.

Ich stehe mit wackelnden Knien da und zische zwischen den Zähnen hervor. Nein, es ist egal, ob du gewinnst, du sollst nur versuchen, nicht zu verlieren. Der wahre Krieger siegt ohne Blutvergießen. Das sind Sachen, die uns Vater gelehrt hat!"

"Du wirst ihn bald wieder begrüßen dürfen".

"AAAAAAAANGRIFF!" ertönt die Stimme von Nicolai und das Volk, mein Volk schwabbt wie eine riesige Welle über den Hügel. Hundertausende Männer, wie Frauen. Der ganze Horizont verdeckt von Männern. Nicolai hat dies eingefädelt, denn er wollte hören, wie mein Bruder sein wird. Er hat gedroht auch bei einem Sieg alle zu töten. Damit sind alle mobilisiert und halten mir jetzt den Rücken frei, wie ich normal immer in erster Reihe stehe. In Laufe meiner Zeit als König haben sich viele mir angeschlossen. Ganze Völker haben sich mir angeschlossen, ohne dass auch nur ein Soldat starb, wenn ich das gegnerische Reich übernahm. Die Wunden meiner Leute kommen nur daher, wenn die anderen Könige sich feige hinter ihren Leuten versteckten und vorschickten. Manch ehemaligen Könige haben mich verwundet im Kampf Mann gegen Mann, oftmals aber nicht gewohnt gewesen selber zu kämpfen und erst recht nicht für andere. Ich grinse meinen Bruder an, der voller Schrecken auf diese anstürmende unüberblickbare Menschenmasse schaut. Weißt du. Eine Lehre von Vater hast du noch vergessen. "nur Gemeinsam sind wir stark!" Ich habe bisher nie einen Gegner getötet, alle Könige, die ich bisher besiehte haben von dannen ziehen können, aber du hast mich aus dem Hinterhalt angreifen lassen. So einen Herscher will mein Volk nicht haben. Du hast deren Zorn heraufbeschworen. Wir haben uns bisher nur gewehrt, doch dich werden wir jetzt angreifen. Ich gebe euch die Chance zu kapitulieren...

"Ich liebe dich Bruder, aber du bist nicht mehr mein Bruder. Du siehst dich einer Gewalt entgegen, der geballten Gewalt meines Volkes. Ich habe vielleicht einen Pfeil in meiner Seite stecken, aber wenn ich jetzt sterbe lebt mein Volk weiter. Du hast verloren." Und ich habe vollkommen vergessen, wie viele Menschen sich mir angeschlossen haben und mich zu ihrem König machten. Weil ich kein König bin, sondern ein Mensch...

"Du bist ein Feigling geworden, Bruder"
Er gibt nur leise zurück
"Und du bist groß geworden. Ich gebe auf!"
"Und deine Armee, dein Volk?"
"Ich bin das Volk!" brüllt er mich wütend an, setzt sich auf sein Pferd und reitet davon...

Ich setze mich hin und sehe nur, wie seine Armee die Waffen niederlegen und eine weiße Fahne schwenken. Ich lasse meinen Bruder gehen...

_________________
Musik ist die Sprache des Herzens

Ich habe viele Fehler gemacht, doch bin ich aufgrund dessen die Person, die ich nun bin


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