Am Anfang war die Feder

Schriftstellerische Tätigkeiten für Anfänger und Laien ohne Zwänge der deutschen Rechtschreibungspflicht - Portal für ein freundliches Miteinander im Austausch von Dichtern und Textern die Spaß am Schreiben haben
Aktuelle Zeit: 21. Nov 2017, 05:07


Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 111 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1, 2, 3
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 10. Mai 2013, 08:30 
Offline
Gelehrte (06)
Gelehrte (06)
Benutzeravatar

Registriert: 09.2010
Beiträge: 4882
Wohnort: mars
Highscores: 2
Geschlecht: weiblich
immer wieder aufs neue staun und freu, liebe le smilies/danke.gif smiley_emoticons.gif

_________________
Bist du in einem Tempel oder ist ein Tempel in dir ?
Und wenn... ist es ein Tempel oder ein Basar ?
Und... ist Dein Tempel im Garten oder Dein Garten im Tempel ?


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 10. Mai 2013, 11:54 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
Danke Marsi, freut mich, dass es gefällt *g*
smilies/danke.gif

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 9. Jun 2013, 00:00 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
….
Im Schatten der weit ausladenden Äste einer Akazie, voller duftender Blühten in unschuldigem Weiß, saß er. Und die Schuld an einem weiteren zerstörten Leben zog noch einmal durch seine Gedanken.
Auch wenn er die Frau wiedererwecken konnte, war er doch Schuld. Schuld daran, dass sie überhaupt erst gestorben war. Und er verfluchte sich selbst dafür, dass er sich nicht unter Kontrolle gehabt hatte.
Und das alles nur, weil er nicht in der Lage gewesen war, sie wieder zu finden. Was war nur geschehen? Verzweiflung machte sich wieder in ihm breit. Ein Gefühl, dass er sonst nur den Menschen zustand, nicht aber sich selbst. War er nicht lange Zeit der Annahme, er sei über derartige Gefühle erhaben?
Hatte er sich nicht dereinst selbst geschworen, niemals irgendwelche Empfindungen zu haben? Was war nur aus ihm geworden? In all den Jahren, die er nun schon auf diesem Planeten wandelte, in denen er immer wieder Neues gelernt hatte, Wissen über die Zusammensetzung von Planeten und Sonnensystemen, über die Komplexität der Zeit, über die vielen Länder, die es auf diesem fragilen Planeten gab, über Wissenschaften und Techniken der Menschen, wie auch der Dämonen, alles hatte er sich zu eigen gemacht. Wollte nicht ein einziges Mal Schwach und Dumm er scheinen. Niemals wieder, wie oft hatte ihm sein Vater in der eigenen Ausbildung das Unvermögen seines Geistes und Körpers vor Augen gehalten. Und er hatte sich verbissen an weiteres Wissen gewandt, an neue Kampftechniken, hatte gelernt, eine Spur und sei sie noch so schwach, nicht zu verlieren. Aber nun, nun wo es wirklich wichtig war, wichtiger als alles andere vorher, jetzt scheiterte er.
Frustriert schlug er mit der Faust auf den Boden, immer wieder. Und auch wenn er wusste, dass er wieder die Kontrolle über sich verlor, würde er jetzt nicht stoppen, holte er wieder aus, fuhr mit seinen Krallen in den Boden, wandte sich ab und wieder liefen Tränen. Er hasste sich in dem Moment selbst für diese Schwäche. Aber er wusste nicht mehr weiter, wusste nicht, was er tun sollte, die Angst fraß sich durch seine Gedärme, er nahm es nur am Rande wahr. Innerlich fühlte er sich wie gelähmt, ja fast tot. Das letzte Mal hatte er so empfunden an ihrem Grab, dass er vor so langer Zeit selbst gebaut hatte. Als er sich damals in sein Schwert stürzen wollte, brachte ihn sein jüngerer Bruder zur Vernunft. Wenn auch nur kurz, aber die Zeit reichte aus, um ihn weiter machen zu lassen. Doch jetzt?
Er hatte ihre Spur verloren. Was, wenn er sie niemals wieder sehen würde? Was wenn sie nun für immer für ihn unerreichbar war?
Wie konnte er nun noch weiterleben?
Er schrie auf. Alles war zu viel geworden. Er war schon lange nicht mehr der selbstsichere, starrköpfige und unerschütterliche Dämon von einst. Sollte er sie diesmal für immer verloren haben, dann wäre auch sein eigenes Leben unwichtig.
Gebeutelt von den Weinkrämpfen blieb er erschöpft auf dem Boden liegen, nahm nichts mehr um sich herum wahr, sah nichts mehr. Das Fühlen war wie abgestorben, eine innere Kälte frass sich durch ihn hindurch und er fühlte, wie sein Lebenswille immer mehr wankte.
Er nahm nicht wahr, dass sich eine Gestalt dem Schatten der Akazie näherte, nahm nicht wahr, dass er angesprochen wurde. Fühlte nicht die Nähe eines anderen Lebewesens, hörte nicht das Aufkeuchen, nahm nicht die Furcht des Wesens wahr, die er auslöste. Fühlte nicht die federleichte Berührung in seinem Haar.
Alles war bedeutungslos, er spürte nur den Schmerz seines Herzens, die Agonie seines Versagens.
„Sesshoumaru….“ Sein Name, der ihm in sein empfindliches Ohr geflüstert wurde. Die Stimme schien unendlich weit entfernt zu sein.
„Quäl mich nicht mehr…. Ich kann nicht mehr, ich weiß nicht mehr weiter…. Ich habe dich nicht gefunden….“
Seine eigene Stimme, nur ein sehr schwaches Flüstern, fast unverständlich in dem rascheln der Akazienblätter.
Seine Augen hatte er geschlossen. Er konnte es nicht mehr ertragen. Die Träume von ihr, die Halluzinationen, die ihn nun verfolgten, wo er endlich die Angst zuließ.
Das Wesen sagte nichts mehr, blieb nun still, strich aber noch immer durch sein wüstes Haar. Schließlich spürte er warme, weiche Arme, die ihn zu dem Wesen zogen. Er nahm nur am Rande die Stimme des Wesens wahr: „Ich mache es wieder gut, ich werde zu dir zurückkehren. Bitte glaub an mich….“
Ein leichter Geruch drang in seine Nase…. Kirschblüten?
Schwerfällig öffnete er seine goldenen Augen, sah sich um. Doch da war niemand. Niemand, der ihn berührt hatte, niemand, der ihn angesprochen hatte. Er war allein….
…..

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 9. Jun 2013, 13:30 
Offline
Moderatorin
Moderatorin
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 1662
Wohnort: niederösterreich
Geschlecht: weiblich
danke, dass du wieder weiter geschrieben hast...
al noney

_________________
Liebe lebt, weil sie liebt. Die Liebe lebt, weil sie gibt.


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 18. Sep 2013, 17:32 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
…..
Wie unter Schmerzen hatte sich der junge Krieger über den Brunnenrand gebeugt, schien das Gleichgewicht zu verlieren und in die Tiefe zu stürzen, aus deren Dunkel plötzlich ein blaues Strahlen hervorbrach. So zumindest wurde es in dem nahe gelegenen Dorf erzählt. Keine Spur war seitdem mehr von dem Fremden, niemand hatte sich wieder in die Nähe des Brunnens gewagt. Denn dort, verborgen im grünen Dickicht des Waldes lauerte ein Dämon, eine Bestie, die jedes Lebewesen angriff, dass sich dem Brunnen zu nahe heran wagte. Und auch wenn noch kein Bewohner des Dorfes zu Tode gekommen war, so war man sich doch einig, dass das nur eine Frage der Zeit sein würde….
Es wurde von den Dorfältesten beschlossen, einen Houshi, einen Priester zu rufen. Jemanden, der schon viele Erfahrungen im Austreiben von Dämonen haben sollte. Deswegen wurde ein junger Mann ausgeschickt, einen solchen Kundigen zu rufen und in das Dorf zu holen. Denn seitdem die alte Miko ihr Leben ausgehaucht hatte, fühlten die Bewohner sich mehr als schutzlos.
Tage waren nun schon vergangen, seit der junge Hoffnungsträger ausgesandt war und die Dorfbewohner duckten sich, kaum dass es dämmerte, Schutzsuchend in ihren Häusern und Hütten an den Boden, gaben keinen Laut mehr von sich. Atemlos hörten sie aus dem nahen Wald das Gebrüll des Dämonen, manches Mal das Knacken von Holz, Getöse wie von einem Kampf. Und auch wenn es einige unter ihnen gab, die früher immer wieder mit ihrer Tapferkeit geprahlt hatten, so waren diese doch jetzt die ängstlichsten und stillsten Duckmäuser geworden.
Erst in den frühen Morgenstunden verstummten die Geräusche, wagten es die Menschen wieder aus ihren Hütten heraus zu kriechen. Die Ältesten hielten es für ratsam, ein paar Männer in den Wald zu schicken, natürlich nur so weit, wie sie die Hütten noch sehen konnten. Um herausbekommen zu können, was des Nächtens dort vor sich ging. Eine Gruppe von vier Männern hatte sich mehr unfreiwillig zusammengefunden, ging mit Hacken und Äxten in den Wald und erschien nach ein paar Stunden wieder, bleich waren sie alle gewesen und sie berichteten von einer nahen Lichtung. Auf dieser lagen Unmengen von Leichen. Tote Youkais, grausam zugerichtet. Und inmitten dieses Leichen Feldes stand ein Mann. Überirdisch sei er gewesen, einem Engel gleich, silbernes Haar hatte seine Augen verborgen, doch hatten sie seine edlen Züge erkennen können, die denen eines gefallenen Engels würdig gewesen seien. Kostbare Kleidung habe er getragen, allerdings war diese zum Teil verschmutzt, zerrissen. Und in seiner Hand hatte er ein Schwert gehalten. Er hatte nur dort gestanden. Keinen Ton habe er von sich gegeben. Doch dann hatte er den Kopf gehoben, sich ihnen zugewandt und obwohl sie im Gesträuch verborgen waren, hatte er sie angesehen. Seine Stimme war ihnen wie Seide erschienen, als er das Wort an sich richtete: „Geht. Ich kämpfe nicht gegen euch.“
Und auch wenn er dies gesagt hatte, sie hatten es mit der Angst bekommen und waren gerannt, als sei der Leibhaftige hinter ihnen her gewesen und erst als sie die Hütten erreicht hatten, waren sie zum Stehen gekommen.
Einige Zeit später kam auch der junge Mann wieder in seinen Heimatort und in seiner Begleitung tatsächlich einer der heiligen Männer. Wenngleich der Houshi noch sehr jung wirkte, seinem ernsten Gesicht und seinem ruhigen Wesen merkte man Erfahrung an. Das wiederum beruhigte die Menschen. Und sie erzählten dem Mann ihre Beobachtungen, ihre Angst und er versprach vollmundig, ihnen zur Seite zu stehen, sich den Ort anzusehen, an denen die toten Youkais lagen. Er versprach, den seltsamen Vorkommnissen in dem ehemals so friedlichen Wald nachzugehen.
Und so ging der junge Priester kurz vor der einsetzenden Dämmerung in den Wlad, trotz der Warnungen der Dorfbewohner, trotzdem dass sie ihm rieten, auf den neuen Tag zu warten. Er müsse es sich jetzt ansehen, sagte er. Jetzt, wo Nachts die meisten Dinge geschahen. Er habe keine Angst, und er sei doch dafür gekommen. Um den Dämonen, so es denn welche seien, Einhalt zu gebieten. Er habe seine eigenen Methoden um an seine Ziele zu gelangen, hatte er gesagt.
Und dann war er gegangen und der Wald hatte ihn verschluckt, wie ein Tier die Beute. Die Dörfler duckten wich wieder in ihren Behausungen, lauschten ängstlich den Geräuschen der Nacht und drängten sich eng mit ihren Familien zusammen. Doch wider Erwarten blieb es diese Nacht ruhig, und viele fielen in einen unruhigen Schlaf.
...

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 19. Sep 2013, 16:23 
Offline
Professorin (07)
Professorin (07)

Registriert: 11.2010
Beiträge: 2080
Wohnort: zwischen den Welten
Geschlecht: weiblich
Einfach atemberaubend schön ,wie du schreibst,liebe Le...


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 19. Sep 2013, 19:32 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
Hey,
vielen Dank Unicorn. Und da ich gerade mal wieder im Fluss bin, gehts heute sogar schon weiter *g*

….
Die ehemals so gepflegte Gestalt sah unbeweglich zu dem Menschen, der so dreist in den Wald getreten war. Der so dreist einfach auf diese Lichtung getreten war, die doch eigentlich ein Köder für die niederen Youkais darstellte. Wesen, die er töten konnte, um seinem inneren Drang nachgeben zu können. Die wenigen Momente des Kampfes lenkten ihn von seiner Verzweiflung und Ratlosigkeit ab. Das Rot des Blutes befriedigte seine innere Bestie, die nun immer mehr in ihm tobte. An den sonst so stabilen Ketten in seinem Inneren zerrte. Jene Ketten, die sein eigener Geist dem Biest einst umgelegt hatte. Sich von niederen Beweggründen beherrschen zu lassen, war eine Schwäche. Das hatte er einst vor langer Zeit für sich festgestellt. Und Schwäche war nicht sein Weg.
Entfernt konnte er sich erinnern an diesen speziellen Menschen. Ein eher ruhiger Charakter… Immer wieder tauchten Bilder vor seinem geistigen Auge auf. Bilder dieses Menschen in der Gesellschaft seines Halbbruders?! Ja, sein Name war….
„Miroku…“
Obwohl die Stimme leise war, hatte der Houshi verstanden und wandte sich nun der Richtung zu, aus der er die Stimme vernommen hatte.
Die Wolkendecke riss auf, das Sternenlicht schimmerte und der halbvolle Mond beleuchtete die vielen Leichen auf der Lichtung. Ein sanfter Wind ließ die Blätter rascheln. Der Mensch strich sich die Kapuze von dem dunklen Haar, nahm seinen Stab in die andere Hand und hielt die andere in die Richtung, aus der die Stimme erklungen war. Goldene Augen sahen den Stoff, der die Hand bedeckte, die Gebetsperlen, die den Stoff auf der Haut hielten.
Ja, kein Zweifel. Das war der Mönch, der einst mit seinem Bruder gegangen war.
„Was tust du hier, Houshi?“
Noch immer war der Eigentümer der Stimme nicht näher gekommen, rührte sich nicht vom Fleck. Er schien beinahe zu lauern…?
Doch der junge Mann ließ sich nicht einschüchtern. Zu lange war er mit einem launischen HanYou gereist, zu oft hatte er gegen Youkai gekämpft. Und er ließ sich auch nicht von dem Herrn des Westens einschüchtern, auch wenn dieser anscheinend den Verstand verloren hatte, so wie es hier aussah….
„Lord Sesshoumaru.“
Die Stimme des Mönches war fest, kein Zittern, keine Aufregung. Dieser Mensch hatte warum auch immer keine Angst.
Der großgewachsene Dämon trat langsam auf die Lichtung. Seine Kleidung mochte zerrissen sein, Blut mochte sein Yukatan und seinen Haori beflecken, dennoch war seine Ausstrahlung majestätisch, ehrfurchtgebietend. Und er war wirklich schön, auch wenn er etwas derangiert schien. Das silberne Haar, die fast schon wie flüssiges Gold wirkenden Augen, das ebenmäßige Gesicht. Und auch der blanke Stahl in der Hand des DaiYoukais wirkte nicht fehl am Platz. Miroku musste vor sich selbst zugeben, dass diese Gestalt überirdisch wirkt. Wenn auch melancholisch, aber schön. Es wunderte ihn nicht, dass die Dorfbewohner ihn als Engel beschrieben.

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 19. Sep 2013, 20:32 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich

Eine Weile sahen sich die ungleichen Wesen sich einfach nur an. Keiner von beiden sagte ein Wort, keiner von beiden rührte sich. Die Zeit schien fast wie eingefroren. Doch dann….
„Warum bist du hier, Mönch?“
Die kalte Stimme ließ keinerlei Platz für Deutungen der Gefühlslage des Dämonenherrn.
Doch der junge Mann ließ sich nicht irritieren.
„Ich wurde auf Eure Spur angesetzt von eurem Bruder, Lord. Viele machen sich Sorgen um Euch und Euer Wohlergehen.“
Noch immer keine Gefühlsregung in dem schönen Antlitz.
„Was ist Euch geschehen, Lord?“ Die Stimme des Mannes klang sanft, dennoch ehrerbietig.
Noch einen Blick warf der großgewachsene Dämon auf den Menschen, dann wandte er sich um. Kurz bevor er wieder in den dunklem Schatten der Bäume verschwand, warf er noch einen Blick auf den Mönch.
„Komm. Hier ist es nicht sicher für einen Menschen.“
Miroku sah mit leisem Erstaunen auf den Lord. Doch dann setzte er sich in Bewegung. Unwillkürlich musste er daran denken, wie er das erste Mal diesen Youkai getroffen hatte. Welche Stärke und Eleganz dieser schon damals ausgestrahlt hatte. Und auch jetzt gelang es ihm, den Menschen in seinen Bann zu ziehen. Durch die Art, wie er sich bewegte, geschmeidig und fließend. Durch den Klang seiner Stimme, ruhig und kraftvoll. Durch seine ganze Gestalt, die eine unerreichbare Schönheit offenbarte.
So folgte er dem Inu Youkai tiefer in den Wald. Er kannte die Richtung, die der Herr des Westens einschlug. Wenn sie weiter in diese Richtung gehen würden, würden sie bald den Brunnen erreichen… Was wollte der Fürst hier? Und sagte InuYasha nicht auch, dass Kagome wahrscheinlich bei dem Fürsten sein würde? Wo war sie?
Doch er stellte seine Fragen nicht. Noch war nicht der rechte Zeitpunkt dafür gekommen, so schien es dem Menschen.
Sesshoumaru währenddessen ging unbeirrt weiter, sein empfindliches Gehör teilte ihm mit, dass der Mensch folgte. Und so führte er ihn tatsächlich zu dem Brunnen, den er nun seit seinem seltsamen Traum vor ein paar Nächten beschützte. Denn kurz nachdem er erwacht war, hatte er die Anwesenheit anderer Youkais gespürt. Sie alle waren auf dem Weg zum Brunnen. Als würde eine unsichtbare Kraft sie alle dorthin ziehen. Doch der Ort musste sicher sein. Sicher, falls Kagome hierher kommen würde. Wieso auf einmal so viele Youkais hierher kamen, wusste er nicht. Nur, dass sie eine Gefahr waren für Menschen. Deswegen hatte er eigentlich begonnen gegen sie zu kämpfen, auch wenn sie alle schwächlich waren und es weit unter seiner Würde war, sich mit ihnen zu bekämpfen. Aber für sie… Für sie tat er es. Für sie schluckte er seinen stolz herunter. Für sie würde er sogar durch Feuer gehen….
Und nun war dieser Mönch aufgetaucht. Jener hatte eine lange Zeit mit ihr verbracht und kannte vielleicht das Geheimnis um den Brunnen. Zwar war ihm dunkel noch in Erinnerung, dass dies eine Art Durchlass war, eine Brücke zwischen den Zeiten, aber er wusste nicht mehr, ob und wie er sie benutzen sollte. Sonst wäre er schon längst hindurch geeilt und hätte sie auf der anderen Seite gesucht. Es machte ihn beinahe wahnsinnig, dass er nichts tun konnte. Immer wieder sah er ihr Antlitz vor Augen, alles schien ihn an sie zu erinnern. Wie sollte er nur zu ihr gelangen? Er wusste es nicht. Aber das Auftauchen des Mannes hatte Hoffnung in ihm keimen lassen. Hoffnung, dass dieser einen Weg kennen könnte, wie er ihr wieder nahe sein könnte.
Sesshoumaru wusste, dass er sich selbst verlor, würde er sie nicht endlich finden. Er wusste, dass er gegen sein Biest nicht mehr lange Bestand haben konnte. Zu mächtig war dessen Sehnen. Und zu sehr beeinträchtigte es sein Handeln. Auch wenn er sich bemühte, es nicht nach außen dringen zu lassen, so wusste er, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein würde, bis er vollends den Verstand verlieren würde.
Miroku war schweigend hinter dem Youkai hinterher geschritten. Doch als dieser unvermittelt stehen blieb, wunderte er sich sehr. Sie waren noch nicht ganz an dem Brunnen angekommen, wenn er sich richtig erinnerte.
„Mönch… was weißt du über den knochenfressenden Brunnen?“
Verwundert trat der junge Mann noch einen Schritt näher, nahm aber augenblicklich die nun bedrohliche Aura desselben wahr und hielt inne. Dann:
„Dies ist der Brunnen, in dem die Menschen der umliegenden Ortschaften die getöteten Dämonen warfen. Da die Leichen verschwanden, nannte man ihn bald Knochenfresser. Doch was ni9emand ahnen konnte war, dass dieser Brunnen ein Gegenstück in einer anderen Zeit hat. Niemand wusste das. Bis schließlich ein junges Mädchen aus dem Brunnen stieg. Das war Kagome. Der Brunnen ist ein Zeitenbrunnen.“
Keine Regung nahm Miroku bei dem Dämonen wahr. Also sprach er leise weiter.
„Es war Kagome möglich, immer wieder zwischen den Zeiten hin und her zu reisen. Aber sie ist auch die Miko des ShikoNoTama, die Priesterin des Juwels der vier Seelen. Dessen Kraft half ihr immer wieder ihre Zeit zu besuchen und wieder zurück zu kehren.“
Stille.
Dann:
„Kann sie das jetzt auch noch? Dieses reisen durch die Zeit?“
„Ja, ich denke schon.“
„Konnte mein Bruder ebenfalls dort hindurch?“
„Ja, mein Lord. Auch InuYasha ist ab und an in Kagomes Zeit gewesen. Aber weswegen fragt Ihr das?“
„Houshi. Wie konnte mein Bruder durch den Brunnen gelangen? Gab es dafür irgendeinen Trick?“
Der junge Priester dachte nach, doch er konnte sich nicht erinnern, dass InuYasha irgendetwas Kompliziertes getan hätte. Er war einfach nur hinein gesprungen. Mehr nicht….
Der Fürst sagte nichts zu diesen Informationen. Doch er war nun geradezu gebannt davon, dass es ihm möglicherweise auch gelingen könnte, durch diesen maroden Brunnen zu reisen. Wenn es an seinem Blut liegen könnte, nun er trug auch das seines Vaters in sich und war demnach auch InuYasha ähnlich. Wenn es um Gefühle gehen sollte, nun die hatte er zu genüge, er konnte sie nicht mehr leugnen. Diese junge Frau war sein Leben und er wollte sein Leben wieder zurück haben.
Ruhigen Schrittes ging er weiter, immer weiter zu dem Brunnen, der junge Mönch hinter ihm.
„Miroku.“
Dieser kam näher. Als der Dämon ihm in die Augen sah, erstarrte der junge Mann. Nie hatte er diese so intensiv empfunden, nie war ihm der Blick mehr unter die Haut gegangen. In diesem Blick lagen so viele Emotionen, dass ihm schwindelig wurde. Verzweiflung, Leidenschaft, Liebe, Wut, Angst, Unverständnis, aber vor allem anderen auch Hoffnung. Der junge Mann schwankte. Und realisierte schlagartig, dass ein starker Arm ihn daran hinderte, endgültig zu fallen. Die Wärme, die dieser unmenschliche Körper ausstrahlte, schien sich in seine Haut einzubrennen. Wieso nur reagierte er, der doch immer junge Frauen umschwärmt hatte, nun so sehr auf den Dämonen?
„Du spürst es, nicht wahr?“ Die Stimme des Youkais war tief, leise und drang problemlos unter seine Haut.
Er brachte nur ein Nicken zustande.
„Das geschieht, wenn wir zu lange von unseren Gefährten getrennt werden, wenn wir zu viel fühlen, wenn wir keine Möglichkeit haben, diese Gefühle auszuleben. Wir Dämonen ziehen andere an, wie Licht die Motten. Und es wird schlimmer werden. Kein Dämon kann sich dem entziehen, eine solche Verbindung zu leugnen wäre sinnlos. Wir werden von Instinkten regiert. Instinkte, die langsam aber sicher unser Denken bestimmen, uns zu Handlungen bringen, die wir sonst nie tun würden. Mensch, komm wieder ins Hier und Jetzt und höre mir zu.“
Miroku stand noch immer dicht bei dem Youkai, hatte alles andere ausgeblendet. Ja, hier stand ein gefallener Engel… Ein Wesen, das nicht von dieser Welt sein konnte. Schnell schloss er die Augen, ertrug diese Nähe nicht mehr, und konnte sich dennoch nicht von diesem Wesen entfernen.
Also nickte er nur stumm. Stand mit geschlossenen Augen da und wagte fast nicht zu atmen. Dieser Youkai war schön. Zu schön….
„Miroku…“ diese sanfte Stimme…. Eine warme Hand griff nach seinem Arm.
Der junge Mann nickte wieder, versuchte zu signalisieren, dass er zuhörte.
„Du musst versuchen, dir Hilfe zu holen. Wenn der Brunnen mich hindurch lassen sollte, dann werden hier bald Youkais auftauchen. Sie werden kommen. Du musst darauf vorbereitet sein. Ruf um Hilfe. Bleib nicht allein hier. Und wenn du in mein Schloss laufen musst. Hol Hilfe. Dieser Brunnen darf nicht von deren Blut und Geifer besudelt werden, verstehst du mich?“
Wieder nickte der junge Mann nur.
„Gut. Dann mach dich jetzt auf dem Weg, solange ich noch hier bin. Meine Gegenwart wird dich schützen, bis du wieder in dem Dorf bist. Geh, Houshi.“
Der Arm wurde losgelassen, die Wärme verschwand. Langsam öffnete der Mann die Augen, sah in das nahe Antlitz dieses Wesens. Es fiel ihm schwer sich von diesem Dämonen zu entfernen, doch wollte er auch nicht dessen Groll auf sich ziehen und schließlich wandte er sich abrupt um, lief schließlich.
Kurz nur blickte der ‚Herr des Westens dem Mann nach. Dann sah er in den dunklen Brunnenschacht. Und dann sprang er mit einer flüssigen Bewegung hinein.
...

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 19. Sep 2013, 20:58 
Offline
Moderatorin
Moderatorin
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 1662
Wohnort: niederösterreich
Geschlecht: weiblich
Du verwöhnst uns aber heute sehr, liebe le :-)
Ich freu mich sehr
so spannend jedes mal, mag gar nicht aufhören zu lesen : schmoll :

Hoffentlich bis bald
noney

_________________
Liebe lebt, weil sie liebt. Die Liebe lebt, weil sie gibt.


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 19. Sep 2013, 21:08 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
Hey None!
Jap, ich hab grade so einen Fluss..... Momentan flutscht es mal ausnahmsweise recht gut. Ich hoff auch, dass es sich hält....

LG

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Sep 2013, 20:29 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich

Um ihn herum verschwand die Dunkelheit, die eigentlich in dem Brunnschacht hätte vorherrschen müssen, ein warmes rotes Glühen drängte sie zurück. Das Licht nahm ihn auf, umspülte ihn wie die Woge eines fernen warmen Meeres den Stein umspült. All seine Gedanken, seine Ängste und Zweifel, wurden für diesen Moment aus seiner gemarterten Seele gewaschen.
Und doch…. Dieser plötzliche Friede, der seine Seele, die Grundfesten seines Seins nahezu umarmte… fühlte sich… nicht richtig an. Irgendetwas war falsch. Er konnte es nicht benennen, was ihn dazu brachte, sich nicht vollkommen diesem Frieden hinzugeben. Es war einfach nur falsch.
Und mit einem markerschütternden Schrei durchstieß er das rote Licht, diese anheimelnde Wärme, die doch nichts anderes als eine Illusion war.
Und schon war er gefangen in absoluter Schwärze. In Schwärze und dem Gefühl von Leid, Scham, Wut, Angst.
Da waren sie wieder, seine eigenen Dämonen, die ihn quälten. Er sah nichts mehr, keinen Hoffnungsschimmer, keine Möglichkeit mehr, dieser ihm innewohnenden Dunkelheit zu entrinnen. Es schien ihm, als sei er gefangen worden. Und wieder wollte seine Seele schreien, die Agonie und Ungerechtigkeit hinausbrüllen. Doch er konnte nicht. Kein Laut kam mehr über seine Lippen.
….
Die grellen Neonlichter glitten über ihr vorüber. Es war hier so kalt…. Das Weiß der Decke schmerzte in seiner grellen Helligkeit ihre Augen. Ein Seufzen glitt über ihre spröden Lippen. Sie fühlte die Enge, kratzigen Stoff auf ihrer Haut. Sie konnte sich nicht bewegen. Nur fehlte ihr die Erinnerung, warum das so war.
Zwanghaft versuchte sie sich zu erinnern. Zu erinnern, was vor diesem kalten Weiß war…
Vor den Schmerzen, die sich durch ihren Körper fraßen. Was war geschehen?
Sie schloss die Augen. Dann, wie ein Nebelhauch, eine Erinnerung: Sie war durch den Brunnen gegangen, dessen blaues Leuchten wie sonst auch wieder in ihre eigene Zeit gebracht hatte. Sie sah sich selbst, wie sie sich am Brunnenrand hochgezogen hatte, immer noch in der Aufmachung eines jungen Kriegers. Dann, wie sie in das Haus ihrer Familie wankte. Irgendwie war alles zu viel geworden. Sie hatte ihre Mutter gesehen, die in der Küche gestanden hatte. Sie sah, wie sie ihre Mutter ansprach, die aber sie nicht erkannt hatte. Sie hatte das an den Augen gesehen, die sie mit so viel Angst und Schrecken angestarrt hatten. Dann hatte die Mutter geschriene und dann… Sie erinnerte sich nicht, was dann geschehen war. Nur an diffuse Stimmen. An ein blaues Licht, das mal zu - und mal abnahm.
Dann hatte eine der Stimmen gesagt, dass sie in ein Krankenhaus müsse…. Krankenhaus…. Sie hatte es geschafft. Sie war fast am Ziel. Wenn sie sich doch nur bemerkbar machen könnte. Wenn sie doch nur sagen könnte, dass man ihren Körper missbrauchen wollte, dass sie nun den Feind in sich trug. Wenn sie doch nur sagen könnte, dass sie ihr Leben wieder haben wollte, dass man das fremde Ding in ihr wegmachen sollte! Wie konnte sie nur auf sich aufmerksam machen?
Wieder nahm sie Stimmen wahr….
„Ich weiß auch, dass das ungewöhnlich ist…..“
„… meinen Sie nicht, dass…..“
„….meinte, dass die ersten Ergebnisse in einer Stunde eintreffen werden…“
„Aber…. Sieht aus wie ein Mann….“
„…Wunder der Medizin….“

Die Stimmen brachten Kagome dazu sich unwohl zu fühlen. Wie war das? Wunder der Medizin? Was war damit gemeint?
Wieso erkannte niemand, dass sie hier innerlich tausend Tode starb in ihrer Ungewissheit? Himmel, wenn sie doch nur sprechen könnte, sich äußern könnte!
Doch die körperlosen Stimmen sprachen ungerührt weiter miteinander.
„…ein Glück…“
„Ja, gerade noch rechtzeitig….“
„Achte auf den Puls….nicht zu Komplikationen führen….“
Stumm bat sie die Götter, dass dies einfach nur ein Traum sein möge. Doch sie fühlte, dass es dazu zu realistisch war.

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Sep 2013, 20:47 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich

Kurz fiel sie in eine erlösende Ohnmacht. In eine ihr eigene Stille, die keine Wort- und Satzfetzen mehr zu ihr durchdringen ließ. Doch die Atempause währte nur kurz. Zu kurz.
Als sie wieder zu sich kam, sah sie wieder nur helle Neonlampen über sich, wieder nur Weiß an der Decke…. Etwas piepste rechts neben ihren Kopf, soch sie konnte nicht ausmachen, was dieses Geräusch verursachte.
Eine Tür wurde geöffnet und wieder geschlossen, schleppende Schritte näherten sich ihr. Ein Gesicht schob sich in ihr Blickfeld. Ein Gesicht, dass nicht zu erkennen war. Ein Mundschutz verhinderte eine genaue Betrachtung, die Haare waren unter einem Kopftuch oder ähnlichem verborgen. Doch das Gesicht hatte lächelnde Augen, die sie warm ansahen.
„Keine Angst, junge Frau. Wir werden Ihnen helfen.“ Sagte das Gesicht mit einer angenehm tiefen männlichen Stimme.
„Was passiert jetzt hier?“ Ihre eigene Stimme klang rau und zittrig, leise.
„Sie wurden ins Krankenhaus gebracht. Und sie wurden Besinnungslos, waren nahe an einem komatösen Zustand. Doch keine Sorge, Ihrem Kind ist nichts geschehen. „
Der Mann versuchte sie zu beruhigen, als sie auf keuchte und hochschrecken wollte. Das Kind war noch immer in ihr…. Naraku. Der HanYou, der sich parasitär von ihr und durch sie ernährte, wuchs. Sie musste ihn loswerden!
„Bitte, helfen Sie mir! Ich will…. Will dieses Kind nicht! Ich …“ Die Stimme versagte ihr.
Der Mann sah ihr in die Augen, erst für einen kleinen Augenblick irritiert, dann entsetzt. Er verstand, was diese junge Patientin sagen wollte. Mitfühlend griff er nach ihrer Hand, hielt sie fest.
„Keine Angst. Sie sind jetzt in Sicherheit. Niemand wird Ihnen hier etwas tun, glauben Sie mir.“
„Ich will dieses Kind nicht!“ Sie wiederholte diese Worte immer wieder, war irgendwie in einem Schock gefangen.
„Wie weit ist das Kind in mir jetzt?“ fragte sie schließlich tonlos.
„Es ist im vierten Monat, gesund und munter.“
Die Worte des Mannes hätten sie von den Füßen gerissen, wenn sie nicht schon gelegen hätte.
„Nein! Ich will nicht! Ich will es nicht! Bitte, ich will es nicht…“
….
Sesshoumaru schrie auf, doch seine Stimme erklang nicht hier… Wo auch immer hier war. Oh Kami, er war schon wieder nicht da, wo er hingehörte… Warum wurde er so gestraft? Er wusste es nicht. Doch halt… seine feinen Sinne nahmen eine weitere Präsenz wahr. Jemand war ebenfalls hier, ganz in der Nähe.
Wer auch immer da war, die Präsenz hatte er schon einmal wahrgenommen… aber das konnte doch nicht sein?! Nein! Er…???
….

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Sep 2013, 21:01 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
….
Schon seit einiger Zeit hatte er bemerkt, dass diese Menschenfrau schwächer geworden war. Aber dann hatte sie trainiert, hatte sich verändert, eine neue Stärke gefunden. Um dann doch wieder schwächer zu werden… Und nun war es definitiv an der Zeit. Er musste sich tiefer in ihr Sein graben, sich mehr mit ihr verbinden, auch wenn ihre schwache menschliche Seele ihn eigentlich abstieß. Doch sie war auch eine Miko, und als solche außergewöhnlich. Und sie hatte ihre Kräfte noch immer nicht unter Kontrolle, andererseits hätte sie ihn längst beseitigen können. Aber so? Er lachte stimmlos. In dieser Phase seines Plans hatte er noch keine Stimme. Das würde allerdings nicht mehr lange andauern, dann war sein neuer Körper soweit entwickelt, dass er wieder das Licht dieser Welt erblicken könnte, dann wäre er endlich vollkommen frei von ihrem Leib, von ihr selbst und frei das zu tun, was immer er wollte.
Ja, es war einfach genial.
Auch wenn es ihn nach wie vor störte, ihre Gefühle zu spüren, ihre Launen genau mitzubekommen. Ebenso ihre Stimme, die er hörte. Zwar verstand er keine Worte, aber der Klang ihrer Stimme hatte sich in ihn eingeprägt.
Sie ließ ihn wohlig zittern, vermittelte warum auch immer, eine trügerische Sicherheit. Er wusste das, aber sein eigener neuer Körper verriet ihn, hinterging ihn und ließ sich von der Frau einlullen.
Und nun, nach einiger Zeit, spürte er in seiner Nähe noch eine Präsenz, eine dämonische Aura…?
Wie? Wer…. Doch halt! Diese Präsenz kannte er. Und er hasste deren Träger! Dieser Widerling hatte ihn zudem gemacht, was er nun war! Ein ungeborenes Wesen! Er musste dennoch seine Chancen nutzen und versuchen, dem anderen ein Schnippchen zu schlagen. Der Eindringling musste weg! Wie auch immer er hierhergekommen war, aber er musste nun schleunigst verschwinden!

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 02:13 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
Hy, falls noch jemand will, ich hab den Faden wiedergefunden - endlich - !



Zwei Seelen trafen sich in der Finsternis. Zwei alte Feinde. Die vor keiner Tat zurückschrecken würde, um den jeweils anderen zu töten.
„Naraku!“ Die Stimme des Fürsten nur ein Grollen.
„Sesshoumaru.“ Erwiderte der andere.
Sie umkreisten sich, sahen sich an. Die Gestalt Narakus brodelte. Etwas ging mit dem widerwärtigen HanYou vor. Was auch immer es war, Sesshoumaru hatte weder die Geduld noch das Interesse es heraus zu finden.
Bevor der dreckige HanYou auch nur eine Bewegung machen konnte, war der DaiYoukai über ihm und seine Krallen troffen vor Gift, sein Angriff, geschmeidig und kalkuliert, ging nach der Kehle des Gegners. Doch Naraku hatte sich schnell befreit. Er hatte bereits einiges an Kraft gewonnen. Durch die zierliche Menschenfrau, an deren Schicksal er sich gebunden hatte. In dem Augenblick, als er sich in ihr eingenistet hatte. Und er wusste, dass dies sein größter Trumpf in diesem Kampf sein würde. Ihre Kraft letztlich gegen seinen Feind einzusetzen. Das würde die Rache vollkommen machen. Die Rache für den Tod seines Körpers! Die Rache für das unrühmliche Ende seiner Pläne und Ränke! Er würde diesmal sicherlich gewinnen. Ein leichtes Lächeln zog über sein ebenmäßiges Gesicht.
„Du Tor! Du hast keine Ahnung, was du tust! Einfältiger Hund, läufst immer nur von deinen Instinkten getrieben umher und bist nicht in der Lage, das wirklich Große zu erkennen, selbst wenn es dich anspränge!“ höhnte er. Griff nun seinerseits an und entlud eine kleine Dosis der heiligen Kraft der Miko, die er in sich aufgenommen hatte. Der Herr des Westens hielt jedoch in seinen Bemühungen, ihn zu fassen und zu zerreißen nicht inne. Auch zeigte er nicht, ob ihn die Worte Narakus getroffen hatten. Im Gegenteil, er war voll konzentriert, fixiert auf sein Ziel, den Halbdämon zu töten.
Doch in seinem Inneren entsetzte es den großen Sesshoumaru zutiefst, die Gabe seiner Geliebten zu spüren. Durch ihn! Durch den Feind! Wie hatte es dazu kommen können?
Doch er wusste, würde er es sich erlauben, darüber jetzt nachzudenken, würde er sich eine kleine Unaufmerksamkeit erlauben, wäre dies sein Tod! Das konnte er nicht zulassen. Nicht jetzt, wo er den Irren endlich besiegen konnte, ihn strafen konnte, für dessen viele Vergehen und Verbrechen.
Und so schlugen die beiden ungleichen Gegner mit Fäusten aufeinander ein, Waffen hatten sie nicht ziehen können. Als ob die Katanas einen neuen Willen hätten, einfach nicht mehr zu gehorchen. Also hieben sie immer wieder aufeinander ein, traten, stießen zusammen, trennten sich wieder um wieder gegeneinander zu stoßen und sich mit ihren Klauen zu verletzen.
….
Die junge Patientin, die bleich in dem weißen Bett lag, angeschlossen an Kabel, Tropf und Wehenschreiber, war ohnmächtig geworden. Ganz plötzlich. Die Schwester, die ihr das Abendessen bringen wollte, hatte bestürzt einen Arzt gerufen. Denn die Laken auf denen die junge Frau lag, waren rot geworden. Sie verlor Blut. Und ihr Herzschlag war unregelmüßig. Sicher, sie und die anderen in ihrer Schicht hatten von dem Pfleger bei der Schichtübergabe gehört, dass die junge Frau anscheinend ein Opfer einer Vergewaltigung sei. Dass sie sich gegen das Kind wehrte und gebettelt hatte, man möge ihr helfen, es abzutreiben. Doch dies kam aus ärztlicher Sicht nicht in Frage. Denn auch wenn es ungeboren war, so war es ein Leben, welches die Ärzte aufgrund ihres Eides schützen mussten, die Schwangerschaft war schon zu weit fortgeschritten.
Die Frau hatte lange geweint. Leise. Sie hatte nicht geschrien. Nur ihre Augen hatten jeglichen Glanz verloren. Und irgendwann schien sie eingeschlafen zu sein. Als hätte sie resigniert. Als der Pfleger wieder nach ihr geschaut hatte, hatte es ihn nicht verwundert, sie in der Toilette sitzend zu finden, beide Pulsadern geöffnet, eine Rasierklinge auf dem Boden. Woher auch immer sie die hergehabt hatte. Die Blutungen hatten dazu geführt, dass man sie in ihrem Bett fixierte. Zu ihrer eigenen Sicherheit. Die Wunden waren versorgt worden, sie hatte eine Blutinfusion bekommen. Dann hatte man sie wieder allein lassen müssen. Es gab noch mehr Patienten. Und lange nicht genug Personal. Immer Zeitdruck…
Und nun, als es Zeit für das Abendbrot war, hatte die Schwester sie gefunden, in ihrem eigenen Blut liegend. Bleich, still…. Als würde es nun kein Zurück mehr geben für die junge Frau, die doch noch ihr ganzes Leben vor sich hatte.
Andererseits konnten die Frauen auf der Station die Patientin verstehen. Auch wenn einige meinten, das Kind könne nichts dafür, wie es entstanden war. Aber einige wiederum sahen sich an und waren sich sicher, es nicht fertig bringen zu können, ein solches Kind in sich spüren zu wollen.
Es hatte eine hitzige Diskussion gegeben über Abtreibungen oder nicht. Eine Diskussion, in der es keine Sieger geben würde. Denn dies war eine Entscheidung, die eine Frau treffen konnte. Solange noch Zeit dafür war, konnte man Abtreiben. Jede Frau, die sich dazu entschloss, musste das mit sich und ihrer Moral, ihrem Leben selbst vereinbaren.
Ihr aber gänzlich die Entscheidung zu nehmen, war dann doch geradezu unmenschlich.

Die Ärzte, die derzeit Dienst hatten, bereiteten sich auf eine lange Nacht vor. Der Neuzugang, die Schwangere, schien Probleme zu machen, es war zudem Wochenende, man würde bald mehr Patienten bekommen. Wie jedes Wochenende: Schläger, Geschlagene, Betrunkene, Opfer, Täter, Verletzte, all diejenigen, die an den Wochenenden immer wieder für Arbeit sorgten im Krankenhaus. All diejenigen, die die Nacht immer wieder in die Stätten der Heilung spuckte.
Der Chirurg und der Anästhesist beugten sich gemeinsam mit dem Stationsarzt über die Anamnese der jungen Frau. Auch wenn sie lasen, was ihr anscheinend wiederfahren war, auch wenn sie im Inneren verstanden, wieso sie das Kind ablehnte, so war es für einen Abbruch zu spät. Sie würde das Kind austragen müssen. Alles andere wäre Mord gewesen, denn das Kind hatte sich gut entwickelt, hatte keine Beeinträchtigung, soweit es bis jetzt zu sehen war. Es ging ihm augenscheinlich gut. Das kleine Herz schlug schon. Doch die junge Frau wollte den Herzschlag des Kindes nicht hören, hatte nicht zugeschaut, als die Ultraschalluntersuchung gemacht worden war. Tränen waren ihr über die blassen Wangen gelaufen. Und ihre Augen schienen stumpf zu sein.
Und nun lag sie da, in ihrem Blut, das sich so unwirklich von den weißen Laken abhob. Das Weiß, mit dem sie fast zu verschmelzen schien. Ihr Haar ließ noch erkennen, dass in dem Bett ein Mensch lag.
Der Chirurg hatte gesagt, die Blutung ließe sich nicht stoppen, das Herzmessgerät, das die Herztöne des Kindes aufzeichnete, zeigte nur schwache Signale auf. Frau und Kind waren im Begriff zu sterben, wenn man die Blutung nicht stoppen könne. Die Ärzte kamen überein, zu operieren. Eine andere Wahl hatten sie nicht mehr.
….

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 07:34 
Offline
Moderatorin
Moderatorin
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 1662
Wohnort: niederösterreich
Geschlecht: weiblich
Ja, ich...
Danke

_________________
Liebe lebt, weil sie liebt. Die Liebe lebt, weil sie gibt.


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 09:08 
Offline
Administratorin
Administratorin
Benutzeravatar

Registriert: 09.2010
Beiträge: 2970
Wohnort: Niederösterreich
Highscores: 10
Geschlecht: weiblich
Jaaaaaaaaaaaaaa, ich auch. smilies/danke.gif


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 19:26 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
smilies/danke.gif smilies/hug3.gif

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 21:29 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
….
Das sonore Geräusch der Herz-Lungenmaschiene, das hektische Gewusel der Schwestern, die hoch konzentrierten Bewegungen der Ärzte, das Grün der OP-Laken, der sterile Geruch, durchsetzt mit dem metallischen von Blut, all das nahm die junge Miko nicht wahr. Die Narkose war gut dosiert. Und ihr komatöser Zustand, in den sie wieder gefallen war, lies den Eindruck einer Puppe entstehen. Doch ihr Geist, ihr innerstes Selbst, war frei davon und sank tiefer in die Dunkelheit. Jene Finsternis, die sich schützend um sie gelegt hatte.
Und je tiefer sie hinein glitt, desto wohler fühlte sie sich, desto mehr konnte sie verdrängen.
Und doch….hörte sie eine Stimme. Eine ihr bekannte Stimme, die zu ihr vordrang….
„Miko, ich habe dich nicht unterwiesen im Kampf, damit du nun aufgibst.“
Es war der große Inu Taisho, der zu ihr sprach. Jener, der an ihrer Seite geblieben war, der ihr so viel beigebracht hatte, soviel abverlangt hatte, als sie mit ihm trainiert hatte. Vor ihrem inneren Auge sah sie ihn wieder vor sich. Die goldenen Augen, das silberne Haar, seine Kraft, seine Gefährlichkeit….
Und sie sah, wie er in dem Friedhof der Youkai gefangen war, wie er weinte. Jetzt da sie nicht mehr bei ihm war, erlaubte er sich diese Schwäche. Sie sah ihn so deutlich vor sich, als müsste sie nur die Hände nach ihm austrecken, um ihn zu berühren. Es ging ihr nahe, wie der so stolze Mann litt. In seinen Augen spiegelte sich dumpfer Schmerz, die Krallen hatten sich in sein eigenes Fleisch gegraben. Eine weitere Gestalt stand bei ihm, schwarzgewandet. Das Gesicht zu dem Youkai gewandt. Eine leise Stimme sprach, doch sie konnte die Worte nicht hören. Doch plötzlich hob der DaiYoukai sein Gesicht in ihre Richtung, als könne er sie sehen. Auch die andere Gestalt wandte sich ihr zu.
„Was tust du hier?“
„Ich weiß es nicht….“ Ihre tonlose Stimme.
Der schwarz gekleidete Mann, wie sie nun erkennen konnte, sagte: „Dein Platz ist nicht bei den Toten, kehre zurück in dein Reich, Miko, Hier ist nicht dein Platz!“
Und wie von starken Winden erfasst, wurde ihr Selbst fortgezogen.
Fort, hin zu einem anderen Ort.
Hier war es wieder dunkel, sie hörte Geräusche eines Kampfes, zwei Gegner wirbelten wie Schemen umeinander.
Sie erkannte beide, und erschrak. Der eine, der aus der Hölle selbst gespien schien, Naraku. Der andere, ebenso stark und schön wie der Vater, Sesshoumaru. Noch hatten beide sie nicht wahrgenommen, kämpften erbittert nur mit ihren Fäusten, Krallen, Gliedmaßen. Beide bluteten sie aus vielen Wunden. Und ihr wurde klar, sie musste dem Einhalt gebieten. Dies war ihre Aufgabe, nicht seine. Dies war ihr Kampf. Und langsam legte sich die Angst, die Scham, die Wut, die Antriebslosigkeit und machte einer Klarheit Platz, die sie so noch nicht wahrgenommen hatte.
Entschlossen kam sie näher, blieb nicht stehen.
„Auseinander!“ Ihre Stimme war nun sehr fest, klar peitschte sie über die zwei Gestalten, die tatsächlich voneinander abließen.
Beide Dämonen starrten sich an, Blut tropfte von ihren Wunden und Händen zu Boden, hinterließ eine grausige Spur in der Dunkelheit.
Und es beruhigte sie, dass er hier war. Sesshoumaru war hier bei ihr, in ihr! Das gab ihr endlich die Kraft, die sie brauchte.
Entschlossen trat sie vor ihn, ihre Augen sagten ihm mehr als alle Worte. Sie liebte ihn. Dann wandte sie sich dem HanYou zu, der sie benutzte, der sie besudelte.
Dieser sah spottend auf sie herab, verächtlich grinste er sie an. Doch er hatte für den einen Moment zumindest seinen großen Schrecken verloren. Sie wusste, sie musste es jetzt tun, oder sie würde sterben. Und mit ihr auch der Fürst des Westens. Das konnte sie nicht zulassen. Denn sie alle befanden sich in den tiefsten Sphären ihres Selbstes. Waren derzeit alle mit ihrer schwindenden Lebenskraft vereint.
Der HanYou spürte, dass sie ihre gesamte Kraft nun fokussierte, er wusste, dass sie nun den Mut hatte, sich selbst gegen ihn zu stellen. Und er sah in ihren dunklen Augen keinerlei Zweifel, nur Entschlossenheit. Bezirzen konnte er sie nun nicht.
Also verspottete er sie, warf ihr Beleidigungen um die Ohren. Doch sie stand ruhig vor ihm, lächelte und ehe er es registriert hatte, leuchtete ihre zierliche Gestalt, erst war es nur ein zarter Schimmer, der von ihr ausging, dann nahm das Licht zu. Ihre innerste Kraft war die der Reinigung von Youkaiseelen. Und nun ließ sie diese Kraft frei! Woher wusste sie, wie sie diese einsetzen sollte? Wann hatte sie das gelernt?
Dadurch, dass sie vor Sesshoumaru stand und sich bemühte, nur Naraku zu fokussieren, hoffte sie, ihren Geliebten zu verschonen. Denn wenn erst einmal entfesselt, konnte sie ihre Kraft nicht bremsen, dass wusste sie. Also hoffte sie, dass ihre zarte Barriere ihn schützen möge. Als ihre reinigende Kraft zunahm, sank aber auch er zu Boden, der HanYou vor ihr heulte auf in seinem Schmerz.
Naraku musste sie besiegen! Er wusste das. Aber er konnte hier nicht viel ausrichten. Wenn er aber ihre Seele töten könnte, würde ihr Leib dennoch weiterleben. Und er würde als neues Wesen geboren werden. Dessen war er sich sicher.
Und so holte er aus und schlug seine Klauen in ihr zartes Fleisch, er zielte auf ihr Herz. Seine Hand, die ihrem Körper immer näher kam, schmerzte. Er sah sein Fleisch von den Knochen fallen, mit den skelettierten Krallen drang er in ihren Brustkorb ein. Doch sie ließ nicht locker, sandte weiterhin ihre Kraft gegen ihn, ließ in ihrer Konzentration nicht nach.
Ihr Blut troff in Bächen gleich zu Boden, ihre Gestalt wurde noch weißer, ihre Augen dunkler. Der Tod griff wieder einmal nach ihr. Doch sie schaffte es, eine Welle reiner Energie auf den HanYou zu fokussieren. Schaffte das unfassbare und verletzte Naraku so schwer, dass er schwankte. Eine weitere Welle ergriff ihn, und noch mehr Fleisch löste sich von seinem Körper. Erst an seinem Arm, dann an seiner Schulter, auf dem halben Brustkorb. Er schrie wie wahnsinnig.
Und auch Sesshoumaru schrie. Allerdings nicht, weil sie auch ihn läuterte, sondern weil er sah, wieviel Blut unter ihren Füßen war. Weil er spürte, dass er sie wieder verlieren würde. Und dieses Mal wäre es für immer, dieses Mal würde es keine weitere Chance geben, sie vor dem Tod zu retten. In seiner Hilflosigkeit schlug er auf die Barriere ein, die sie errichtet hatte. Doch all seine Kraft nutzte nichts, der Schutzschild hielt stand.

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 21:57 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich


Noch immer versuchten die Ärzte das Leben ihrer jungen Patientin zu retten, auch das ungeborene Leben versuchten sie zu stabilisieren, doch die Werte beider sanken. Rapide. Was war nur geschehen? Wo lag der Fehler? Was konnten sie noch ausrichten?
Mit blutigen, behandschuhten Händen versuchten die Operateure die Blutungen zu stillen, die wie aus dem Nichts aufgetaucht waren. Der dritte mit Blut befüllte Beutel hing an der Infusion.
Doch so sehr sie sich auch mühten, so war es scheinbar sinnlos. Doch noch schlug ihr Herz, also versuchten sie es weiter. Unwissend, welcher Kampf sich wirklich gerade vollzog. Ein Leben gegen ein Leben.
Sie sahen nicht die schwarzgekleidete Gestalt, die neben ihrem Haupt stand und auf die junge Frau herab sah. Sahen nicht, wie der Tod in den Raum stand. Sahen nicht, wie seine Augen auf ihr ruhten.
Der Tod wusste, er würde zumindest eine Seele mit sich nehmen müssen. Welche, war noch nicht entschieden. Aber im Augenblick konnten es sehr wohl auch drei Seelen sein, die sich ihm ergeben mussten.
Er konnte nicht mehr eingreifen, konnte sich in die Geschicke des Lebens nicht mehr einmischen. Er konnte nun auch nur noch warten. Und sie Sekunden verrannen wie ganze Zeitalter.
….
Sie stand noch aufrecht, noch sandte sie ihre Kraft aus um den Wahnsinnigen zu vertreiben, zu töten. Und noch immer hielt er ihr Herz in seinem Griff, sie spürte, wie seine Skelettfinger ihr Herz zusammendrückten. Doch sie ließ nicht nach. Noch gab es diese eine winzige Möglichkeit, den HanYou endgültig zu vernichten. Und sie war bereit, mit ihm gemeinsam dabei unter zu gehen.
Sesshoumaru schrie. Immer wieder ihren Namen, doch er konnte nichts weiter tun, als zuzusehen. Und das war schlimmer als alles, was er bisher erlebt hatte.
Was nutze all seine Kraft, all seine Entschlossenheit Naraku zu vernichten, all seine Bemühungen, den HanYou zu töten? Wenn sie wieder einmal vor seinen Augen starb?
Und er nahm nicht wahr, wie Tränen ihm über das schöne, ebenmäßige Antlitz liefen, nahm nicht wahr, dass er noch immer schrie, nahm nicht wahr, dass ihre Kraft auch ihn berührte. Wenn auch lange nicht so sehr, wie ihren Feind.
Dieser schaute nun aus liedlosen Augen in seinem Wahn verfallen auf die zierliche Frau, suchte noch immer, sie ins Verderben zu reißen. Wenn er sterben sollte, würde er sie mit sich nehmen. Allein schon um seinen Feind zu zerbrechen!
Noch einmal nahm sie all ihre verbliebene Kraft zusammen, noch einmal schleuderte sie eine reinigende Welle gegen Naraku und schaffte es, ihm immer mehr Lebenskraft zu entziehen. Sie spürte, wie er schwächer wurde. Doch er ließ nicht von ihr ab. Seine nun fast völlig fleischlose Gestalt knickte zwar leicht ein, aber dennoch hielt er ihr Herz erbarmungslos umklammert.
Wann würde er endlich sterben? Sie wusste nicht, wie viel Kraft sie noch zur Verfügung hatte, wusste nicht, wie lange sie dem Druck seiner Klaue noch standhalten konnte.
Ihr Keuchen hallte laut in seinen Ohren, ihr Atem ging nur noch stoßweise. Wie lange konnte sie noch da stehen? Wie lange konnte sie noch kämpfen?
„Kagome!!!“ Seine Stimme schien sie zu hören, doch sie war so konzentriert….
„Lass mich hier heraus, lass mich dir helfen! Kagome!!!“
Doch sie reagierte nicht. Im Gegenteil, die verstärkte ihre Bemühungen ein weiteres Mal. Und diesmal spürte er, wie sie all das, was an Kraft noch in ihr war, konzentrierte und tatsächlich gegen Naraku freisetzte. Und plötzlich wurde alles blendend weiß um ihn herum.
„Kagome!!! Nein!!!“

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 23:37 
Offline
Moderatorin
Moderatorin
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 1662
Wohnort: niederösterreich
Geschlecht: weiblich
Waaaaahnsinn....unbeschreiblich wie toll und fesselnd du schreibst...ich hab deine Geschichten echt vermisst...
danke noney

_________________
Liebe lebt, weil sie liebt. Die Liebe lebt, weil sie gibt.


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Feb 2014, 21:46 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich

Es war vorbei. Er wusste es in dem Augenblick, in dem er registrierte, dass er in einem armseligen kleinen Schuppen stand, hinter ihm der Zeitenbrunnen, das Portal, welches ihn in seinen schlimmsten Albtraum geworfen hatte. Und nun war er hier. Hier in ihrer Zeit. Lautlos ging er zu der Tür, die einen spaltbreit offen stand. Schob sie leise weiter auf. Niemand schien auf dem Hof zu sein. In dem kleinen Wohnhaus gegenüber waren die Lichter aus. Es war Nacht geworden. Der Himmel sternenübersät, die Luft schneidend kalt. Aber längst nicht so kalt, wie sein Inneres. Wie in Trance ging er fort von dem heiligen Schrein, fort von ihrer Heimat. Fort, einfach nur weiter. Und die Stadt verschluckte ihn, ein Fremder in einer unwirklichen Welt, einer unwirklichen Zeit. Ohne Gefühl außer Kälte in ihm.
An einem anderen Ort bäumte sich ein Youkai auf, schrie eine schwarzgekleidete Gestalt an, wand sich wie unter Schmerzen. Der DaiYoukai, der frühere Herr des Westens, früher stolz und aufrecht, stand nun gebrochen und verzweifelt auf diesem ewigen Friedhof. An diesem Ort verging die Zeit anders. Und seit er dieses zierliche Mädchen wiedergesehen hatte, seit der Tod sie wegschickte, zerriss es ihn innerlich vollends. Er musste ihr helfen. Seiner Schülerin, seiner Schutzbefohlenen. Er musste zu ihr. Musste ihr beistehen in ihrem Kampf. Alles in ihm schrie danach. Doch der Tod stand nur da, ließ sich die Verwünschungen gefallen. Er wusste, sein Gegenüber war nicht in der Lage, ihn zu verstehen.
Also ließ er ihn wüten.
Erst nach gefühlten Stunden gebot er dem silberhaarigen Einhalt, hielt ihn umfangen in seinen kalten Armen.
„Du kannst ihr nicht mehr helfen. Du hast deine Aufgabe erfüllt. Jetzt muss ein anderer an ihrer Seite stehen, du weißt das, alter Freund.“ Der Wiederstand erstarb nur langsam, zögerlich.
„Auch wenn du meinst, sie zu lieben, sie gehört zu deinem Sohn, vergiss das niemals. Er ist es, den sie gewählt hat.“ Noch immer bebten die Schultern des sonst so starken Mannes.
„Ich werde für dich gehen. Doch du mein Freund, wirst nun dein Versprechen einlösen, was du mir vor so langer Zeit gabst. Füge dich nun in dein Schicksal und wehre dich nicht länger. Es wird schnell gehen. Ich verspreche es dir, du wirst nicht mehr leiden müssen.“
Auch wenn der Inu Taisho wusste, dass seine Zeit abgelaufen war, die er sich von dem Tod ertrotzt hatte, so war er nicht gewillt, aufzugeben. Er wusste, wenn er nachgab, würde er niemals wieder er selbst sein. Und doch: er hatte keine Wahl mehr. Ergeben schloss er schließlich die Augen, das Gesicht dem ewig blauen Himmel zugewandt, den Tod umarmend, als sei er sein letzter Halt in diesem Meer der Verzweiflung.
Und so umarmte der Tod ihn fester, umarmte ihn mit seinem ganzen Sein, mit seiner ganzen Kraft und nahm schließlich ganz langsam und sanft den großen DaiYoukai in sich auf. Dabei murmelte er fast lautlos eine Beschwörung. Und das letzte was der Youkai sah, als er noch einmal die Augen öffnete, war das Blau des Himmels.
….
Der Tod sah sich aufmerksam auf dem Friedhof um. In seinem Kopf, seinem ganzen Wesen regte sich noch immer der Teil, der einmal der große Hundedämon gewesen war. Er hatte ihn in sich selbst aufgenommen. So hatte er seine Wertschätzung kundgetan. Auf diese Weise erlangte der Youkai, sein Freund über die vielen Jahre, doch eine Form der Unsterblichkeit. Wenn er auch nun nur mehr wie ein Mottenflügel in der Dunkelheit in ihm flatterte. Es würde etwas Zeit brauchen, bis sie sich vollständig und unlösbar verbunden hätten, aber so lange konnte der Tod nicht mehr warten. Seine Pflicht rief ihn. Hin zu diesem weißen Haus, in das die kranken Menschen gingen. Hin zu der jungen Frau, die so wichtig für die Familie der Hundedämonen war. Sie die von dem Vater und auch von seinen Söhnen so wertgeschätzt wurde. Ja, sogar geliebt. Und nun, wo auch die Gefühle des großen Hundefürsten in ihm waren, konnte er ihn verstehen. Dieses Sehnen nach ihrem Lächeln, das er noch nie selbst gesehen hatte. Die Verzweiflung, ob sie denn noch lebte… Doch der Tod wusste etwas, was der große Herr der Youkai nicht wissen konnte. Und so flaute das Gefühlschaos langsam ab und wandelte sich in pure Entschlossenheit.
Es wurde Zeit. Seine Zeit brach nun an. Er hatte eine weitere Aufgabe zu erfüllen.

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 25. Apr 2014, 21:26 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich

Es roch penetrant nach Reinigern und Desinfektionsmitteln, die Lampen strahlten in kaltem Licht, die Wände reflektierten in gnadenlosem Weiß dieses Licht, die Flure schienen endlos, waren ausgelegt mit dem so typischen hellgrünen Linoleum. Hin und wieder zierte ein verwaschen wirkendes Blumenbild die sonst kahle Wand, unterbrochen von scheinbar unzähligen Türen. Dicke Glastüren unterteilten einzelne Abschnitte des Flures. Hin und wieder huschte eine weißgekleidete Gestalt vorüber, verschwand aber auch ebenso schnell in einer der vielen Türen.
Doch die dunkle Gestalt blieb unerkannt, unbemerkt. Die weißgekleideten liefen sogar durch den Dunklen hindurch, fröstelten vielleicht, aber nahmen sonst die Präsenz des Besuchers nicht wahr.
Und dieser bewegte sich zielstrebig weiter, hin zu einer weiteren Tür, zu einem weiteren Schicksal, das er nun beeinflussen würde, ein anderes beenden würde.
Denn hier, in diesem kalten Gebäude, bar jeglicher Wärme, fand ein Kampf statt, den sich die herumwuselnden Menschen nicht vorstellen konnten. Hier fand eine Schlacht der Willenskraft statt, hier ging es wieder einmal um Leben oder Tod. Und er war der Tod….
Er kam in den ebenfalls kalt ausgeleuchteten Raum, der vor allem anderen mit Metall glänzte, in dem einige grün gekleidete Menschen herumhuschten, sich über eine Gestalt beugten, versuchten, Leben zu retten.
Er trat näher. Und in dem Moment, wo sein Blick auf die reglose Gestalt der jungen Frau fiel, spürte er den noch nicht vollständig verschmolzenen DaiYoukai in sich aufbäumen. Er spürte, wie er selbst für ihn schreien wollte. Doch er riss sich zusammen, es schien ihm nicht angebracht. Es waren die Gefühle seines Freundes, die aus ihm herausbrechen wollten. Doch er beherrschte sich mühsam. Er war der Tod.
Langsam und sanft streckte er seine Hand zu der Gestalt der Frau aus, berührte sie unendlich zart, strich durch ihr weiches Haar, betrachtete die angespannten Züge, strich an ihrem Hals entlang und fühlte ihren fliegenden Puls. Er spürte, wie sie kämpfte, nahm ihre Energie wahr. Und er spürte, dass sie an seiner Schwelle stand, dass es bald vorbei sein würde.
Er schloss seine Augen, konzentrierte sich und hielt dabei ihre Hand. Ließ sich von ihrer Energie durchströmen und leiten. Er sah.

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 27. Apr 2014, 21:21 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich

Langsam lies er sich in ihr Innerstes gleiten, ließ sich von ihrer Wärme umhüllen und traf schließlich an dem Ort ihres letzten Kampes in dem Augenblick ein, als sie vollends im Schwinden war. Sie, ihr Selbst, ihre Seele. Zerfetzt, gepeinigt, gefoltert geradezu, zum Sterben verdammt.
Doch noch war ein Funke in ihr. Ein Funke, der es ihm ermöglichte, dieses eine Mal von seiner eigentlichen Macht gebrauch zu machen. Und er tat es auch nur deswegen, weil er wusste.
Spürte….
In dem Bruchteil einer Sekunde, eines flüchtigen Augenblickes war es ihm bewusst. Es waren nicht nur die Empfindungen seines alten Freundes, oder? Nein, dies ging tiefer. Dies waren auch seine Empfindungen. Er, der personifizierte Tod, der so oft über die Sterblichen und ihr Schicksal nachgedacht hatte, so oft sich gefragt hatte, wie sie diese Flut an Ereignissen und Gefühlen verkraften konnten, war ihnen näher gekommen, als er es selbst für möglich gehalten hatte.
„Kagome…“ seine warme und doch tonlose Stimme brachte ihren Funken zum Glimmen.
„Kagome, erwache. Werde wieder heil mit dir und deiner Welt. Erwache. Noch nehme ich dich nicht mit mir fort….“
Er sandte nun seinerseits Energie aus, in sie, in ihre Seele, die flackernd vor ihm wie ein Licht erschien.
Seine Energie half ihrem Funken, an Größe und Stärke zu gewinnen.
Und wieder sah er….
….
Autos fuhren an ihm vorbei, Menschen gingen an ihm vorüber, doch niemand beachtete den großen Mann mit den seltsam silbernen Haar. Niemand sah ihn genauer an, kein Mensch registrierte seine goldenen Augen. Niemand sah seine Tränen.
Sesshoumaru hatte vor einer halben Ewigkeit zum letzten Mal Tränen vergossen. Damals, als sie gestorben war… Und nun lief diese unnütze Flüssigkeit wieder aus ihm heraus. Doch er scherte sich nicht darum. Es war ihm gleich, ebenso wie es ihm gleich war, in welche Richtung er ging. Er bemerkte nicht, dass er sich unbewusst aus der Stadt entfernte, dass er sich von dem Krankenhaus entfernte, in dem sie lag. Er wusste nicht, dass sie dort war. Er wusste nur, dass sie wieder einmal ihn gerettet hatte. Wie damals. Wieder hatte ihre Kraft, ihre aufopfernde Art ihn gerettet. Wieder einmal hatte sie allein gegen Naraku stehen müssen. Und diesmal hatte er sie wieder verloren. Das war alles was er wusste, alles, was in seinem Kopf noch vorhanden war an Gedanken.
Er nahm nicht wahr, dass er schneller wurde, begann zu laufen, noch schneller wurde und sich dann in die Lüfte erhob, hin zu dem Ort, an dem er seinen Bruder vermutete. Er hatte keine Hoffnung mehr. Nicht für sich. Sein Leben war nun wahrhaftig verwirkt. Was für ein Leben hatte noch einen Wert, wenn es wie seines war? Er hatte ihr wieder nicht helfen können, alle seine Bemühungen waren vergebens, er konnte es nicht mehr ertragen…
Und die einzige Hoffnung, die er hatte, war, dass sein jüngerer Bruder ihm einen letzten Wunsch erfüllen möge. Einen allerletzten, ohne zu Zögern. Ohne zu versuchen, ihm diesen Wunsch auszureden.
Seine Kraft, seine Stärke, alles, worauf er einmal so stolz gewesen war, das alles existierte nicht mehr.
Es war alles mit ihr gegangen…. Er konnte nicht mehr….

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 18. Mai 2014, 00:23 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
….
Autos fuhren an ihm vorbei, Menschen gingen an ihm vorüber, doch niemand beachtete den großen Mann mit den seltsam silbernen Haar. Niemand sah ihn genauer an, kein Mensch registrierte seine goldenen Augen. Niemand sah seine Tränen.
Sesshoumaru hatte vor einer halben Ewigkeit zum letzten Mal Tränen vergossen. Damals, als sie gestorben war… Und nun lief diese unnütze Flüssigkeit wieder aus ihm heraus. Doch er scherte sich nicht darum. Es war ihm gleich, ebenso wie es ihm gleich war, in welche Richtung er ging. Er bemerkte nicht, dass er sich unbewusst aus der Stadt entfernte, dass er sich von dem Krankenhaus entfernte, in dem sie lag. Er wusste nicht, dass sie dort war. Er wusste nur, dass sie wieder einmal ihn gerettet hatte. Wie damals. Wieder hatte ihre Kraft, ihre aufopfernde Art ihn gerettet. Wieder einmal hatte sie allein gegen Naraku stehen müssen. Und diesmal hatte er sie wieder verloren. Das war alles was er wusste, alles, was in seinem Kopf noch vorhanden war an Gedanken.
Er nahm nicht wahr, dass er schneller wurde, begann zu laufen, noch schneller wurde und sich dann in die Lüfte erhob, hin zu dem Ort, an dem er seinen Bruder vermutete. Er hatte keine Hoffnung mehr. Nicht für sich. Sein Leben war nun wahrhaftig verwirkt. Was für ein Leben hatte noch einen Wert, wenn es wie seines war? Er hatte ihr wieder nicht helfen können, alle seine Bemühungen waren vergebens, er konnte es nicht mehr ertragen…
Und die einzige Hoffnung, die er hatte, war, dass sein jüngerer Bruder ihm einen letzten Wunsch erfüllen möge. Einen allerletzten, ohne zu Zögern. Ohne zu versuchen, ihm diesen Wunsch auszureden.
Seine Kraft, seine Stärke, alles, worauf er einmal so stolz gewesen war, das alles existierte nicht mehr.
Es war alles mit ihr gegangen…. Er konnte nicht mehr….

In dem Anwesen weit ab der Hauptstadt, sah ein silberhaariger Mann nachdenklich in das Dunkel des großflächigen Gartens. Trotz seiner jugendlichen Erscheinung war dieser Mann beträchtlich alt. Zu alt, um als Mensch durchgehen zu können.
Goldene Augen sahen mühelos in das Dunkel, sahen mehr, als ein Mensch es gekonnt hätte. Und er erspähte eine Gestalt, die sich zielstrebig näherte. Seine Sinne waren angespannt. Schon nahm er einen Geruch war. Einen Geruch, der irgendwie vertraut schien….
Erinnerungen drängten in sein Bewusstsein. Bilder von einer anderen Gestalt, ebenfalls silberhaarig. Von ähnlichem Blut. Das konnte doch nicht möglich sein? Sollte er es tatsächlich sein?
Der Mann machte auf dem Absatz kehrt, lief zu der Tür des Hauses und rannte in weiten Sätzen der Gestalt entgegen. Um letztendlich bestätigt zu werden. Er war wieder da! Endlich! Sein Bruder, Sesshoumaru! Endlich!
InuYasha folgte seinem eigenen Impuls und umarmte den lang Vermissten. Hielt ihn geradezu umklammert und schluchzte trocken auf. Sein Bruder! Nach all diesen langen Jahren, Jahrhunderten! Jahrhunderte voller Zweifel, Ängste und scheinbar irrealen Hoffnungen.
Doch nun war er hier, nun würde sicherlich alles wieder gut werden können, oder?

Der Ältere nahm den Gefühlsausbruch des HanYou kaum wahr, stand steif da, unfähig, die Umarmung zu erwidern, unfähig, die Tränen des anderen zu stoppen. Unbewegt ließ er den anderen gewähren.
InuYasha nahm den Bruder an die Hand, spürte, dass mit diesem etwas nicht stimmte und zog ihn in das Anwesen. Was war geschehen, dass Sesshoumaru sich das gefallen ließ? Was war passiert, dass der sonst so starke DaiYoukai so teilnahmslos schien, fast wie eine seelenlose Hülle?
Er setze den älteren Bruder vor einen Kamin, in dem ein rauchloses Feuer flackerte. Brachte ihm etwas zu trinken und sah zu, wie der ehemals so mächtige Dämon das Getränk hinunterstürzte. Es war hochprozentiger Alkohol. Niemals hatte InuYasha gesehen, dass sein Bruder Alkohol getrunken hatte, doch es schien ihm richtig, denn er hatte seinen Bruder früher nie so unsicher und verwirrt, so entsetzlich teilnahmslos und mit leerem Blick gesehen. Was war nur geschehen?
Er setze sich zu Füßen des Bruders, sah ihn mit großen goldenen Augen an und obwohl er alles in Erfahrung bringen wollte, fragte er nichts. Ließ dem Älteren Gelegenheit sich zu sammeln.
Sofern das denn möglich sein sollte.
„Was ist passiert, als du wieder gegangen warst?“ Die Stimme des Jüngeren erhob sich leise nachdem der DaiYoukai noch zwei weitere Gläser des Alkohols ohne mit der Wimper zu zucken getrunken hatte.
Müde, leere Augen sahen InuYasha nun an und dieser erschrak, als er die raue Stimme des Bruders vernahm, der so leise sprach, dass die Worte kaum zu verstehen waren. Er erzählte von seiner Reise auf Kagomes Spuren, erzählte alles was er erlebt hatte, und es hörte sich nicht gut an…..
Gänsehaut machte sich auf dem HanYou breit, als er vernahm, wie sehr sich der Bruder angestrengt hatte, die Geliebte wiederzufinden, ihr zu helfen, nur um sie schlussendlich wieder zu verlieren.
Leise Tränen liefen dem doch sonst so stolzen und starken, erhabenen Dämon über das Antlitz, er spürte nicht, wie der Jüngere sie ihm mit warmer Hand von den Wangen wischte, sah nicht die tränennassen Augen des jüngeren Bruders. Erst als dieser ihn wiederholt in die Arme nahm, seinen Kopf in dessen Halsbeuge legte und ihn immer wieder über den Kopf und den Rücken streichelte, umarmte er seinen Halbbruder zögerlich. Bis er schließlich zusammenbrach und ohne Bewusstsein und Gefühl in eine willkommene Schwärze fiel.
InuYasha spürte das Erschlaffen des Bruders, und auch wenn er erschrak, wusste er, tief in sich, dass all diese Erlebnisse zu viel waren. Zu viel für jeden, egal, wie mächtig der Bruder auch sein mochte, gegen seine Gefühle konnte er nicht auf Dauer ankämpfen. Niemand konnte das auf lange Sicht….
Seufzend legte er den Dämonen vor dem Feuer nieder, hielt ihn im Arm, wollte ihm die Nähe und den Halt geben, die der Andere so dringend brauchte. Und er dachte nach. Es konnte nicht sein. Es durfte nicht sein! Es durfte nicht alles umsonst gewesen sein!
….

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 20. Mai 2014, 22:02 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
….
Silbernes Licht umhüllt die Splitter ihres Selbstes. Kein Gedanke, kein Gefühl in der silbernen Unendlichkeit. Frieden? Wärme?
Kein Gedanke, kein Laut….
Nur silbernes Leuchten, Licht….als käme es von dem schimmernden Vollmond in einer wolkenlosen Nacht.
Ihr zerfetztes Selbst umhüllt in Gnade.
Eine Stimme die sie sanft umschmeichelt, wie der Dufthauch einer Rose, erblüht in des Sommers Hitze….
Wispernd und lockend in der Nacht der Unendlichkeit….:“Komm zurück!“
Die Splitter umkreisen sich langsam, kommen einander näher und es scheint ein Reigen aus dunklen Nebelfetzen zu sein. Lautlos… Schwerelos….Haltlos….
„Komm zurück!“
Die Stimme so sanft, zärtlich… und doch fest und sicher. Sicherheit versprechend….
Die Seelensplitter umspielen sich, fügen sich langsam, ja zögerlich, zusammen, ballen sich in der Unendlichkeit, umspült von dem silbernen Licht, dass keine Empfindungen zulässt. Kein Schmerz, keine Hemmungen, keine Vergebung, keinen Vorwurf. Frieden?
„Komm zurück… komm zu mir!“
Wieder diese Stimme….und wieder gehorchen die Seelensplitter, ballen sich immer mehr zusammen, formen sich… werden eins.
„Komm zurück!“
Das silberne Licht ist so schön. Umfließt die wieder zusammen gefügte Seele. Eine Frau, rein und klar, wie der Regen an einem Frühjahrsmorgen, klar und kühl….
„Komm zurück!“
Die Seele vernimmt den Ruf und kann ihm nur folgen. Kann sich nicht dagegen erwehren, dass der Rufer Macht über sie hat.
Doch keine Furcht, keine Bedürfnisse hegt die Seele. Sie folgt lediglich dem Ruf.
„Komm zurück!“
….

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 6. Aug 2014, 21:47 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
:::
Alles was sie sah, als sie die Augen aufschlug, war Weiss. Alles was sie hörte war das Peipsen irgendwelcher ...Mschienen. Und sie roch Desinfektionsmittel. Wo war sie? Und dann kamen die Erinnerungen wieder in ihr hoch. Ja, sie war in einem Krankenhaus, hatte gegen Naraku wiederholt gekämpft, in ihrem Inneren. Aber nicht allein.... Jemand war bei ihr gewesen. Verwirrt setzte sich die junge Frau auf, ignorierte die Schmerzen in ihrem Unterleib.
Sie sah zu ihrer rechten Seite eine Gestalt in absoluter Dunkelheit gehüllt. Ein junges Gesicht, alte Augen, die dennoch so warm schienen wie ein Sommermorgen.
"Wer...?
Ihr versagte die Stimme, sie wusste die Antwort. Das war der Tod! Wollte er sie mit sich nehmen?
Er sah sich die junge Frau an, betrachtete ihre Mimik und konnte sich denken, was in ihr vorging.
Sie war so vorhersehbar in ihrer Art. Wie alle Sterblichen....
"Ich habe ihn genommen, du bist frei." Seine Stimme war leise.
Ein kurzer Moment der Bewegungslosigkeit und der Stile verging. Dann nahm er ihre Hand.
"Du wirst gebraucht. Ich bringe dich dorthin, komm." Seine Hand, die er ihr auffordernd entgegen hielt, sie mit seinem Blick fixierend. Langsam stand sie auf. Sie wusste tief in ihrem Inneren, dass sie ihm vertrauen konnte.

...

Er erinnerte sich an die Erlebnisse des großen Daiyoukais, dessen Empfindungen, die nun durch seinen Geist trieben und schrill aufbegehrten. Doch diese Frau war nicht für ihn bestimmt, auch nicht für den Inu no Taisho. Sie war dem Sohn bestimmt und zu diesem würde er sie bringen. Er hatte es im Stillen seinem Freund versprochen.
Und erleichtert stellte er fest, dass sie seinem Wort Glauben schenkte und sich erhob. Die schlanke Gestalt, trotz der Schmerzen, die sie offenbar verspürte, dennoch elegant und geschmeidig wie eine Kriegerin.
Ihre großen Augen sahen unverwandt in sene und er verstand, wiederholt, wieso sie den Hundeyoukai in ihren Bann ziehen konnte.
Er nahm ihre Hand und im Bruchteil einer Sekunde waren beide aus dem Krankenzimmer verschwunden....,

....

InuYasha sah leicht gestresst und überfordert auf den älteren Bruder, der nun vor ihm zusammengesunken sass und dem nach wie vor stumme Tränen aus den Augen rannen. Das erste Mal im Leben des HanYou sah er den mächtigen Älteren so verletzlich, so am Boden zerstört.
Und er selbst konnte es nicht fassen. Wie konnte es sein, dass der Kampf um Kagome verloren zu sein schien? Was war nur geschehen? Und was sollte er nun tun? Diesen Verlust würde der Bruder nun nicht mehr überleben können, nicht noch einmal. Nicht noch einmal konnte dieser in der Zeit zurückreisen, nicht noch enmal konnte er diesen Weg gehen.
Soviel war auch dem Jüngeren klar. Und er sah und spürte, dass der Lebenswille seines Bruders erlosch, wie die Flamme einer Kerze im Wind.
Verzweifelt nahm er Sesshoumaru, den grossen Dämonen, vor dem Generationen von Youkais erzittert waren, in die Arme, um ihm wenigstens so etwas Stärke geben zu können.

...

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 6. Aug 2014, 22:11 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
....

Sie wusste nicht, wo sie nun gelandet war mit dem Dunklen an ihrer Seite, wusste nicht, wie sie hergekommen waren und es schien auch nicht wichtig zu sein. Sie sah ein Anwesen am Ende der Strasse, in dessen Fenstern noch Licht schimmerte, wenn auch nur flackernd und anscheinend von Kerzen oder Flammen? Flackernd, unruhig.... so wie sie sich fühlte. Irgendetwas geschah hier... Etwas das ihr eine Gänsehaut beschehrte. Sie ging auf das Anwesen zu, erst langsam, fast zögerlich. Dann schneller werdend und schliesslich lief sie. Ohne auf den noch immer pochenden Schmerz zu achten.

....

Trotz der vielen Tränen, der Leere in seinem Inneren, trotz seines schmerzenden Herzens und trotz des Geruchs des Feuers im Kamin.... er nahm am Rande seines Bewusstseins etwas wahr. Etwas, von dem er dachte, er würde es nie wieder wahrnehmen können.....Aber das konnte nicht sein, sicher war er schon zu sehr erschöpft. Wie gerne hätte er sich nun dem Tod hingegeben, aber der Jüngere schien nicht gewillt, ihn schon sterben zu lassen.... Er musste es wohl selbst in die Hand nehmen. So war es immer gewesen. Er lächelte bei den Erinnerungen an die früheren Begegnungen mit seinem Halbbruder. Immer war er es gewesen, der etwas geplant hatte, auf etwas hingearbeitet hatte. Immer hatte er sich stets auf sich selbst verlassen und niemals auf andere. Ja, er erinnerte sich an sein eigenes früheres Selbst. Vor Äonen war er ein gefürchteter Herr des Westens gewesen. Aber nun? Nun war er nur noch ein Schatten seiner Selbst, des Lebens überdrüssig, ohne Sinn und Ziel... Kein Leben für einen Youkai.
Nicht für ihn. Sanft aber bestimmt schob er den Jüngeren von sich. Sah in dessen Augen denselben Schmerz, dasselbe Leid. Doch er konnte ihn ebensowenig trösten, wie es der HanYou nicht konnte.
Er stand auf, lächelte noch einmal seinen Bruder an, und wurde eins mit den Schatten, unterdrückte sein Youki, schien sich in Luft aufzulösen. Und InuYasha verstand: Er verlor den Bruder! Er würde gehen um zu sterben! Das durfte er nicht zulassen, das durfte nicht geschehen! Aber so schnell wie sich der DaiYoukai zurückgezogen hatte, so schnell verflüchtigte sich auch sein Geruch und sein Youki konnte der HanYou nicht mehr wahrnehmen!
"Sesshoumaru! Bruder!" Seine Stimme, ein Brüllen der Agonie liess sinnbildlich das Haus erzittern bis in dessen Grundmauern.

...

Der Tod lief an ihrer Seite, liess sie keinen Augenblick allein, verhinderte zum wiederholten Male ein Stürzen. Griff ihre Hand und gab ihr seine eigene Kraft. Sie rannte, als sei der Teufel hinter ihr her. Eine dunkle Ahnung hatte von ihr Besitz ergriffen. Sie hatte so ein beklemmendes Gefühl in sich, dass ihr die Luft abzuschnüren schien. Himmel, wo war er? Was war mit ihm? Sie brachte es nicht über sich, ihre Fragen laut zu stellen, brachte es nicht über sich, ihre Befürchtung zu sagen. Aus Angst, sie könnte wahr werden. Aber sie hatte das empfinden, dass er, gerade er, sich nun etwas antun würde, wieso auch immer sie dieses so spürte. Darum machte sie sich keine Gedanken. Sie hoffte, ihr Gefühl würde sie trügen, aber sie hatte Angst.
Der Tod an ihrer Seite gab keinen Laut von sich, aber er schien zur Eile zu drängen; seine Hand hielt ihre und drückte sie, er war schnell, sie war sich sicher, dass er ohne sie sicherlich noch schneller wäre. Aber er bleib an ihrer Seite. Stützte sie mit seiner Gegenwart. Sie wusste nicht, wieso sie ihm so sehr vertraute, aber sie war sich sicher, dass er ihr helfen würde, gleich was geschehen würde.
Und so rannte sie weiter. Und das Anwesen schien noch immer unendlich entfernt zu sein.

...

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 6. Aug 2014, 22:31 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
...
Er stand nun wieder ausserhalb des Anwesens, sein Körper vom Mondlicht bedeckt, es umspielte ihn mit einem sanften Glühen. Er hatte sich den Oberkörper entblösst, die Kleidung ordentlich gefaltet und auf einem Baumstumpf gelegt. Er ging weiter, immer weiter in die Schatten der Bäume, in die ihm auch das Licht des Mondes nicht mehr folgen konnte. Seine Hand ruhte an dem Griff seines Katanas, er fühlte keine Furcht vor dem Kommenden. Keine Angst, die ihn Zögern liess, kein Gedanke mehr der in seinem Innersten aufbegehrte. Er hatte sich entschieden. Und nun würde es enden.

...

Inzwischen sah sie InuYasha, sie erkannte ihn sofort wieder. Er hatte sich nicht verändert. Doch etwas an ihm stimmte nicht und als sie näher kam, sah sie es: Er wenite! Was war nur los?
"Wo?" Mehr rief sie ihm nicht zu, sah nur seine verblüfft aufgerissenen Augen und ein Schulterzucken.
Sie sah wieder zu ihrem stillen Begleiter. "Wo ist er?"
Und dieser zog sie in einem schnellen Lauf weiter, weiter zu einem Waldrand. Ja, der Wald hatte ihn immer verbergen können, seinen Geruch verschlucken können. Sie nahm kein Youki wahr, dennoch vertraute sie sich der Führung des Todes an und weiter rannte sie, obwohl ihre Lunge nach Atem schrie, obwohl ihre Schmerzen ihr die Sicht verschleierten. Oder waren das ihre Tränen?
Sie konnte nur hoffen, dass sie ihn bald erreichen würde. Sie musste ihn sehen, musste sich vergewissern, dass es ihm gut ging! Musste bei ihm sein. Die innere Stimme in ihr rief unaufhörlich seinen Namen, ihre Gedanken, ihr Selbst, schrie nach ihm.

...

Er hatte sich an einem umgestürzten Baum niedergekniet. Das Licht des Mondes erreichte ihn nicht, das Licht der Sterne schimmerte nicht durch das dichte Laub um ihn herum. Die Klinge des Schwertes sirrte, als er sie aus der Scheide zog, sie war kalt und scharf. Seine Hand ziotterte nicht, als er sie an seinen Bauch führte. Hier also würde es geschehen. Hier würde er niedersinken in weiches Moss. Hier würde ein letztes Mal Blut fliessen...

...

Woher sie die Kraft nahm, um seinen Namen zu rufen, wusste sie nicht. Woher das panische Gefühl kam, dass ihr die Kehle zuschnührte, wusste sie ebenfalls nicht. Sie spürte, dass etwas schreckliches geschehen würde, sollte sie ihn nicht bald finden. Sollte sie zu spät kommen.... Sie fühlte Leere in sich aufsteigen. Und wieder war es der Tod, der ihre Hand im Lauf drückte, ihr wieder von seiner ureigenen Kraft gab, die sie durchströmte, bis in iher letzten Zellen, der ihr zu verstehen gab, nicht aufzugeben.

....

Was war das? Er hatte etwas gehöhrt... Für einen Augenblick kehrte seine gewohnte Wachsamkeit zurück. Für einen Moment hielt er inne und witterte, prüfte die Luft und für einen kleinen Augenblick kehrte das Feuer in seine Iriden zurück. Doch dann meinte er, es sei ein Käuzchen gewesen, dass im Dunkel gerufen hatte, griff den Stahl fester und schloss langsam die Augen.

....

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 6. Aug 2014, 23:23 
Offline
Lehrer (09)
Lehrer (09)
Benutzeravatar

Registriert: 11.2010
Beiträge: 451
Wohnort: Niedersachsen
Geschlecht: männlich
....

Wieder rief sie seinen Namen, ihre Stimme, glockenhell und klar. Und auch wenn ihr Ruf das Herz des Todes erzittern liess, wusste er, das sie nicht frür ihn bestimmt war. Er musste sie glücklich machen, und sie war nur glücklich bei IHM, dem Sohn seines alten Freundes, dessen Selbst noch immer nicht vollständig in ihm integriert war. Er dachte, seine Stimmungen, seine Emotionen.... oder wie auch immer er das nennen konnte, stammten von eben jenem.
Doch innerlich zweifelte er. War es wirklich so einfach?
Er sah sie an, wie sie neben ihm herlief, ihre Schmerzen schien sie zu unterdrücken, doch er sah ihre schweissnasse Haut, sah, dass sie jegliche Farbe aus dem Gesicht verloren hatte. Ihr schwarzes Haar flog hinter ihr her, ihre zarte Gestalt, nur notdürftig verdeckt durch dieses lächerliche Gewand, ihre helle Haut, sie selbst schien eher ein Engel, ein gefallener Engel zu sein denn ein menschliches Wesen. Ja, er beneidete den DaiYoukai um ihrer Liebe. Er beneidete diesen Dämon, dass sie derart unerschütterlich zu ihm stand.
Und dann roch er es: Blut! Er sah zu ihrem Bauch und tatsächlich hatte sich die Wunde geöffnet. Blut sickerte durch ihr lächerliches Hemd. Er verfluchte alles um sich herum, dass er nicht in der Lage war, ihre Schmerzen zu lindern, sie zu heilen. Er konnte nur den Tod geben, nicht das Leben. Das hatte er nun einmal schon getan und ein weiteres Mal würde nicht ungestraft bleiben....

....

Wieder hörte er das Käuzchen rufen, nun drängender und scheinbar hilfloser. Wieder schien es ihm, als wäre es sein Name, der da gerufen würde. Aber noch immer nahm er das nicht bewusst wahr.
Langsam sah er hinab auf den Stahl seiner Klinge. Der Klinge die einst seinem Vater gehöhrt hatte. Der Klinge, die eiegentlich kein Leben nehmen konnte. Ausser dem eigenen. Das hatte er von Totosai vor so unendlich langen Jahren einmal gehöhrt. Damals als der Vater noch lebte. Damals, als seine Welt noch in Ordnung gewesen war, als sein Leben noch unkompliziert und klar vor ihm lag. Als er noch nicht so leer und am Ende aller Möglichkeiten war. Damals....
Vor seinem inneren Aufge sah er den Vater, dem er nachgeeifert war. Die Mutter, die er auf seine eigene Art geliebt hatte. Den Bruder, dem er eigentlich nie ein Bruder hatte sein können, weil er es aus sich selbst heraus nicht konnte. Wie konnte er auch einen HanYou wirklich lieben? Er hatte es nicht gelernt, erst in den wenigen Momenten, in denen sie beide wirklich zusammengearbeitet hatten... Und er sah sie vor sich. Sie, für die er alles riskiert hatte und die er dennoch endgültig verloren hatte.....

"Kagome...."

....

Aprubt bleib sie stehen, entriss sich der Hand ihres Begleiters und öffnete den Mund, wie um zu schreien. Doch kein Laut kam über ihre Lippen, als sie seine Stimme vernahm, als sie sah, was er in den Händen hielt, als sie verstand, was er im Begriff war zu tun.
Entsetzen und Angst beschleunigte aus dem Stand noch einmal ihre Bewegungen und sie warf sich mit aller Kraft auf ihn, wollte verhindern, dass die Klinge in seinen Leib drang, doch als sie in seine Augen sah, als sie seinen Körper warm und wirklich spürte, das ungläubige und zweifelnde Blitzen seiner Augen wahrnahm, registrierte sie, dass er die Klinge dennoch in sich gestossen hatte.
Ihr Schrei zeriss die Luft wie ein Messer.
Blut fiel zu Boden, strömte aus seiner Wunde, ebenso wie aus ihrer. Er hielt sie an sich gepresst und verschlimmerte so ihrer beider Verletzungen. Und doch schienen beide es nicht zu spüren. Er küsste sie, verzweifelt und wild. Sein Oberkörper kippte langsam zur Seite und zog sie mit sich in das Moss.
Kein Lauf durchdrang mehr die nächtliche Stille.

....

Der Tod stand wie versteinert noch immer unter dem Baum, sah noch immer auf die beiden Liebenden, die sich haltend und küssend in ihrem eigenen Blut in das Moss sanken. Er spürte, sah, wie das Leben der beiden ungleichen Individuen im Boden versickerte.
Schnell sah er sich um, und auch wenn er ein mächtiges Wesen war, konnte er es denn noch einmal tun? Noch einmal diesen beiden helfen? Durfte er es tun? Oder würde er sich dadurch selbst verdammen?
Niemand konnte ihm nun einen Rat geben, denn eine solche Entscheidung war noch nie zuvor getroffen worden. Noch nie zuvor hatte der Tod, das sprichwörtliche Ende so vieler vor einer solchen gestanden. Doch er empfand auch noch nie Schmerz. Noch nie hatte ihn das Schicksal Sterblicher angerührt. Doch diese beiden taten es. Langsam kam er näher, sah auf die reglosen Gestalten, die sich noch immer hielten. Er sah, dass ihr Blut noch immer floss, sickerte. Noch gab es eine Chance, wenn auch nur gering. Doch er konnte sie nicht sterben lassen, konnte dieser Frau nicht das Leben nehmen, konnte ihr nicht die Liebe nehmen. Denn, so gestand er sich selbst, sie hatte seine Achtung gewonnen, seinen Respekt. Ebenso wie ihr Gefährte. Er war von diesen beiden Wesen beeindruckt worden.
Und so ging er zu Werke. Lies seine Kraft, seine heilenden Fähigkeiten aufflammen. Denn auch wenn er der Tod war, so konnte er auch noch immer heilen. Dies war ein andere Aspekt seines Wesens, vor so langer Zeit bevor er zu dem wurde, was er nun war.... Doch er wollte sich nicht erinnern. Und so konzentrierte er sich wieder auf die beiden Liebenden.

.....

Das erste was sie spürte, war der warme Schein der Sonne, und ein Gewicht auf ihrem Körper.... Nicht schwer und auch nicht unangenehm, aber ungewohnt.... Sie öffenete die Augen und sah neben sich eine Gestalt. Als sich ihr Blick klärte, erkannte sie, wer neben ihr war. Aber... er atmete! Sie hatte die Klinge gesehen, sein Blut gespürt! Wie war das möglich? Dann fiel es ihr auf: Sein Haar.... es war durchzogen von blauschwarzen Strähnen...? Wie konnte das sein? Was war geschehen?
Vorsichtig und leise richtete sie sich auf. Ihr eigenes Haar fiel ihr über die Schulter nach vorn und somit in ihr Blickfeld.... durchzogen von silbernen Strähnen?
Verwirrt sah sie sich weiter um. Sie lagen noch immer in dem Moos, neben dem Baum, an dem sich Sesshoumaru die Klinge in den Leib gerammt hatte. Sie sah den dunklen Felck in dem smaragdgrünen feuchten Untergrund schimmern. Sein Blut!
"Du bist wach..." eine Stimme, leise, sanft.... und vertraut.
Sie wandte ihren suchenden Blick zu den Bäumen, unter denen der Schatten tiefer erschien.
"Ich bin nun verdammt. Ich kann dir nicht mehr helfen, dich nicht mehr beschützen. Hoffe, dass er es kann. Ich musste euch beiden meine Kraft geben, mein Leben mit euch teilen. Das war eine unverzeihliche Tat. Ich werde nun gehen müssen. Doch du, schöne Miko, wirst leben. Darum, lebe, kleine Kagome! Lebe, als wärest du nie verletzt worden. Lebe, sei glücklich und ab und an denke an mich. Vergiss mich nicht. Wenn das Ende dann kommt, sehe ich dich wieder. Doch bis dahin, gehab dich wohl...."
Tränen schimmerten in ihren Augen, die sie nun schloss. Sanfte Lippen legten sich auf ihre, doch schon war die Empfindung verschwunden. Hatte sie sich geirrt?
Und neben ihr regte sich der Dämon.
Zart berührte sie seine unversehrte Haut, die selbst im Sonnenlicht schimmerte wie flüssiges Perlmutt. Goldene Augen sahen schließlich zu ihr. Ertaunen, Fassungslosigkeit im Blick, dann ein Hauch Hoffnung. Als sie sich zu ihm lehnte, seine Arme sich um sie legten, vergass sie für den Augenblick alles Leid, alle Zweifel, alles was war. Denn alles was zählte, war das Hier und Jetzt. Und die Liebe ihres Lebens.

....

_________________
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 7. Aug 2014, 17:46 
Offline
Professorin (07)
Professorin (07)

Registriert: 11.2010
Beiträge: 2080
Wohnort: zwischen den Welten
Geschlecht: weiblich
wow,wieder hast du so toll geschrieben...schön,dass du wieder schreibst

alles Liebe dir,Unicorn... smilies/smilie_love_031.gif


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 10. Aug 2014, 21:13 
Offline
Moderatorin
Moderatorin
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 1662
Wohnort: niederösterreich
Geschlecht: weiblich
DANKE....wundervoll....:-)<3

_________________
Liebe lebt, weil sie liebt. Die Liebe lebt, weil sie gibt.


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden E-Mail senden  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 111 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1, 2, 3

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Vista theme by HelterSkelter © 2007 ForumImages | Vista images © 2007 Microsoft | software © phpBB®
phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker