Am Anfang war die Feder

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 Betreff des Beitrags: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Mär 2012, 23:22 
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Hallo,
nach langer Pause meld ich mich hier wieder uns stell bei der Gelegenheit gleich mal die Fortsetzung zu meiner ersten FF hier rein.
Die Reise von dem Dämonen Sesshoumaru ist noch lange nicht am Ende.
Im Gegenteil: Sie beginnt jetzt erst Recht.....

P.S. Bitte sagen, was ihr davon haltet....

LG

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Mär 2012, 23:22 
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Wie viel Zeit war vergangen? Wie lange schon irrte er durch diese Welt? Durch eine Welt voller profaner Probleme irgendwelcher Sterblicher, die sich in den letzten Jahren wie Fliegen vermehrt hatten? Wie oft hatte er nach seinem Bruder im Westen gesehen und hatte festgestellt, dass auch ein HanYou durchaus in der Lage war, ein großes Reich zu führen? Nie wurde er bei seinen „Besuchen“ bemerkt, nie gesehen. Er wollte das auch nicht. Es erschien ihm sinnlos. Nie blieb er lange an einem Ort, immer zog er weiter. Immer allein. Seit sie von ihm gegangen war, sie gestorben war, hielt es ihn nirgends lange. Er war noch rastloser geworden, als er ohnehin schon war und vermied es, zu irgendwem Kontakt zu knüpfen.
Er hatte auf seine Art gesehen, wie aus seiner Ziehtochter Rin eine hübsche erwachsene Frau wurde, hatte gesehen, dass sie irgendwann einen Partner hatte, Kinder und letzten Endes den Preis der Sterblichkeit zahlen musste.
Er hatte gesehen, wie sein Bruder sich mit einer ranghohen Youkai vermählte. Hatte beobachtet, wie drei entzückende Kinder aus der Verbindung entstanden. Das Reich und die Herrschaft waren gesichert. Er wurde nicht benötigt.
Und obwohl so viel Zeit vergangen war, hatte er doch nie vergessen können. Hatte immer wieder ihr Gesicht in den Sternen gesehen, in den Schatten, immer war sie in seinen Gedanken. Immer war es sie gewesen, die er liebte. Noch immer liebte. Doch um sie weinen konnte er schon lange nicht mehr.

Seit Jahrhunderten schon war sie längst zu Staub geworden. Und doch schien es ihm, als höre er ihre Stimme im Wind, wenn er die Baumkronen streichelte.

Noch einmal blickte er auf das Tal zurück, in dem das ehemals so kleine Dorf gestanden hatte. Von hier aus war sie in sein Leben getreten. Durch einen Brunnen war sie gekommen. Nun, diesen gab es auch noch, allerdings hatte sich um die ehemals heilige Stätte eine Metropole breit gemacht. Und Gestank lag wie dicker Nebel in den Häuserschluchten. Alles hatte sich verändert. Er hatte sich dieser Zeit angepasst. War dazu gezwungen. Oder er wäre daran zugrunde gegangen. Nun verbarg er nicht nur sein Äußeres hinter einer unscheinbaren Fassade, sondern auch seine Ausstrahlung war eine andere geworden. Niemand würde ihn erkennen können, nicht mal sein Bruder, der noch immer lebte. Auch InuYasha hatte sich verändert und den Gegebenheiten angepasst. Nur dass er eben noch immer im Westen saß und im Hintergrund die Fäden zog. Die Menschen waren zu Marionetten geworden, ohne es zu bemerken. In ihrer unglaublichen Selbstüberschätzung bemerkten sie nicht, dass es noch andere Wesen gab, außer ihrer eigenen Existenz. Und darüber war der ehemalige Lord des Westens sehr dankbar. Sonst hätte man sicherlich Jagd auf ihn und alle, die wie er waren, gemacht. Sie wären zu einer Sensation geworden, die man ausstellen musste, die erforscht werden musste. Nein, so war es besser.

Mit ruhigem Blick wandte er sich um und verschwand in dem kleinen Wald, der von der einstigen Pracht der Bäume Japans übrig geblieben war. Er wandte sich wieder dem Westen zu. Dort war mehr unberührte Natur zu finden, mehr kleine Bergdörfer, weniger große Städte.
Seit drei Jahren hatte er nicht mehr seinen Bruder gesehen. Es wurde Zeit….



Der einsame Wanderer fiel in den dichten Schatten der Nacht nicht weiter auf. Lautlos wie ein Nebelfetzen irrte er durch die verlassenen Strassen. Zumindest erschien das demjenigen so, der den Wanderer zufällig sah. Aber dieser hatte ein Ziel, kannte seinen Weg genau und so ging er schnell und sicher. Eine einzelne Straßenlaterne erhellte die Gasse, durch die er schritt. Dort hinten, auf der kleinen Anhöhe, erhob sich das Haus, sein Ziel. Langsam ließ der Wanderer sein Youki ansteigen. Seine Aura wurde stärker und spürbarer. Auch wenn er sie nur für den Bruchteil einer Sekunde auf diesem Level ließ, er war sich sicher, dass er wahrgenommen worden war.
Schneller trugen ihn seine Füße zu dem Haus. Kein Licht brannte, alle Fenster und Türen schienen verriegelt. Schon ging der Wanderer auf die
Gartenpforte zu. Er sprang einfach über sie hinweg, der Kies unter seinen Sohlen knirschte leise. Die Haustür schwang leise auf, als er das dunkle Türblatt berührte. Er huschte in das Innere und schloss die Tür. Er ging weiter, in einen Raum, aus dem das Licht einer kleinen Flamme in den Flur drang, in dem er sich eben noch befand.
Ein Mann stand lässig an eine Kommode gelehnt, die Augen geschlossen, die Arme vor der Brust verschränkt. Silbernes Haar fiel ihm einem Wasserfall gleich in das jungenhafte Gesicht.
„Du bist endlich zurück…“
Die Stimme des jungen Mannes war auch nach all der langen Zeit genauso wie damals, als er sie zuletzt hörte. Sanft und doch auch forsch. Drängend und doch gezwungen ruhig.
Der Wanderer lächelte unter seiner Kapuze.
„Ja“, die schlichte Antwort.
Die goldenen Augen des Mannes der sich noch immer nicht von der Kommode weg bewegt hatte, musterten den Wanderer.
„Zeig dich.“ Eine Bitte? Nein, eine Aufforderung. Der Wanderer schmunzelte wieder. Der Jüngere hatte sich wirklich gemausert. Früher hätte er niemals so mit ihm gesprochen.



Der dunkel gekleidete Mann, der die Aura des lang vermissten Bruders hatte, schob die Kapuze zurück. InuYasha wusste nicht, was er erwartet hatte. Aber sicher keine Schulterlangen silberne Haare, und definitiv keine blauen Augen, die nur um die dunkle Pupille noch Spuren von Gold zeigten. Er sah keine Dämonenmale mehr auf der makellosen hellen Haut dieses Mannes, der seinem Äußeren nach vielleicht gerade 35 Jahre alt zu sein schien.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Youkai. Ja, er hatte sich verändert, sich den Erfordernissen der Zeit angepasst.
„Was ist aus dir geworden? Wie konntest du dich so verändern?“ Der HanYou klang abgehakt. Verstört?
„Ich habe mich verändert. Aber ich bin noch immer Sesshoumaru, dessen kannst du sicher sein.“ Der Blick der blauen Iriden wurde kalt. Und InuYasha fröstelte es. War der Blick seines Bruders schon früher als Kalt bezeichnet worden, jetzt machte er der Arktis Konkurrenz, oder noch eher den Tiefen des Weltalls. Das strahlende Blau verstärkte diesen Eindruck noch mehr.
„Du hast dich alle diese Jahre gut um das Land und um Rin gekümmert. Ich habe dich beobachtet. Du hast dich gemacht. Ich wusste, dass du diese Aufgabe gut erfüllen würdest. Und nun wurde es Zeit.“ Der Youkai setzte sich elegant auf einen der zwei Sessel im Raum und bedeutete seinem Gegenüber es ihm gleich zu tun.
„Um zu verstehen, was aus mir wurde, muss ich weiter ausholen. Aber ich werde es dir nicht erklären, ich werde es dir zeigen!“
„Du sprichst in Rätseln, Bruder. Wie willst du mir dein bisheriges Leben zeigen?“
Ein Lächeln überflog in Sekundenschnelle das Gesicht des ehemaligen Lord des Westens. Er sah mit seinen blauen Augen in die goldenen des Jüngeren und sah darin nur Verwirrung aber keine Angst. Gut, dann würde es leichter werden, die Gedanken zu übermitteln. Und mit ihnen auch die Bilder.
„Entspanne dich, du wirst es sehen. Vertraust du mir?“
Der HanYou nickte.
„Dann sieh mir jetzt in die Augen, konzentriere dich nur auf die Augen….“
Die Stimme Sesshoumarus war ein Flüstern, wie ein Windhauch.
Und InuYasha bemerkte, wie die goldenen Sprenkel um die Pupillen größer wurden, wie das Blau zurückgedrängt wurde. Er sah, wie die Augen erst in flüssiges Gold getaucht zu sein schienen und sich dann beinahe unmerklich in ein sattes Rot wandelten. Doch es war scheinbar noch nicht vorbei mit dem Farbenspiel. Die Augen wurden Schwarz. Auch das Weiße wandelte sich in Schwarz und es war, als würde diese Schwärze den HanYou aufsaugen. Er vertraute seinem Bruder ohne zu zögern. Und so ließ er es geschehen, dass sein Geist in die Erinnerungen des Älteren gesogen wurde.
Ein Strudel schien seinen Geist, seine Seele zu erfassen und plötzlich sah er in den Erinnerungen seines Bruders das große herrschaftliche Anwesen des Westens, sah sich selbst und Rin, sah sie mit zeitlichen Abständen aufwachsen, sah seine eigene Frau, seinen eigenen Kinder und er spürte, was sein Bruder gespürt hatte. Glück. Zufriedenheit mit dem was er sah und ein anderes Gefühl machte sich breit: Frei! Er war frei! Gelöst von den Fesseln der Gesellschaft, gelöst von Verpflichtungen. Jetzt, nach all den Jahren nach ihrem Tod, konnte er endlich trauern. Um sie, um die eine, die sein Herz mitnahm in eine andere Welt. Er sah aus den Augen seines Bruders ihr Grab, auf nacktem Fels lag sie, begraben unter Steinen. Unter freiem Himmel. Worte erreichten sein Ohr: „Ich liebe dich….“
Dann änderte sich das Szenario. Er war noch immer in den Erinnerungen, beobachtete, wie Städte entstanden und anwuchsen, wie sich die Metropole Tokio entwickelte und er wusste, er musste sich ebenfalls verändern, wenn er in diesen Zeiten überleben wollte.
Er lernte aus allen Büchern, die er finden konnte auf seinen Wanderungen durch das sich verändernde Land. Lernte seine Aura fast gänzlich zu verdecken, lernte sein Äußeres den Gegebenheiten anzupassen. Lernte sogar seine Augen zu beeinflussen. Er fing an zu arbeiten. Unter einem falschen Namen gründete er aus dem Nichts eine Firma und leitete diese aus dem Hintergrund, wandelte sie in eine wettbewerbsfähige Institution mit Niederlassungen auf der ganzen Welt. Der HanYou nahm während all dessen auch zur Kenntnis, dass es niemanden gelang, näher auf den Bruder einzugehen. Dieser hatte ein einsames Leben gewählt und Konsequent geführt. Und immer wenn er in die Sterne sah, sah er ihre Augen.
„Kagome….“ Die Stimme des Bruders in seinen eigenen Gedanken. Es schien irgendwie surreal zu sein. Dennoch hatte er sie nie vergessen, konnte es nicht. Er hatte gesehen, wo sie gewohnt hatte, hatte ihre Mutter einmal getroffen. Aber niemals hatte er sich zu erkennen gegeben. Er wusste, dass er die Zeit nicht beeinflussen durfte. Auch wenn es ihn schier zerriss, sie an ihrem letzten Tag in dieser Zeit in den Brunnen steigen zu sehen und zu wissen, dass sie nie wieder kommen würde. Es war, als erlebe er ihren Tod noch einmal. Aber er durfte nichts tun.
Nun stand er jedes Jahr auf dem kleinen Friedhof und brachte an das leere Grab Blumen.



Die Verbindung brach geradezu schmerzhaft ab, als der HanYou zurück in seinen eigenen Körper katapultiert wurde. Er sah den Älteren aus zusammengekniffenen Augen an, dann erhob er sich. Er brauchte einen Moment, um das alles zu verarbeiten. Noch nie hatte der Youkai so viel von sich offenbart. Und InuYasha wusste, dass es auch nicht noch einmal geschehen würde. Aber als er seinen älteren Bruder so vor sich sah, konnte er es verstehen.
Während er den Älteren betrachtete, fiel ihm auf, dass dieser sich auch in der Kleidung den Erfordernissen dieser Zeit angepasst hatte. Unter dem dunklen Kapuzenmantel sah er blaue Jeans hervorblitzen, und ein weißes Hemd. Er trug seine Schwerter nicht bei sich, allerdings wies sein Gürtel eine angehängte Tasche auf.
Sesshoumaru bemerkte die Musterung seines Halbbruders. Und er ahnte, an was dieser dachte.
„Falls du Tensaiga und mein zweites Katana vermisst: Ich habe sie beide umschmieden lassen. Totosai hat daraus etwas unauffälligere Waffen geschmiedet.“ Er holte aus der Tasche zwei Shuriken hervor. „Ich habe mich der Zeit angepasst, Bruder, ebenso wie du.“ Seine Stimme wurde wieder gewohnt kalt. Hatte er zuvor Emotionen zugelassen, verbarg er sie nun wieder hinter einer Maske aus Eis, die noch undurchdringlicher schien, als in der Vergangenheit.
„Ich habe dich an mich heran gelassen. Du weißt, wer ich bin, zu was ich wurde und warum. Nun behalte dein Wissen für dich. Ich werde mich nicht noch einmal so vor dir offenbaren.“
Der Youkai stand auf und ging zu seinem Halbbruder. Wortlos nahm er dessen Hand und legte etwas hinein.
„Damit werde ich dich zu jeder Zeit und von jedem Ort aus erreichen können.“
Der HanYou runzelte die Stirn, als er in seine Hand sah, Ein in Silber gefasster Onyx schimmerte darin, an einer silbernen Kette befestigt.
„Ich werde mich nun aufmachen und außer Landes gehen. Ich war die ganzen letzten Jahrhunderte hier. Es wird Zeit, weiter zu gehen.“
Fragend sah InuYasha in die ungewohnt blauen, eisigen Augen des Bruders.
„Wo willst du hin und wieso?“
„Ich habe Informationen erhalten, die ich nachprüfen muss. Habe ich das getan, werde ich dich damit“, er zeigte auf den Stein, „kontaktieren. Bis dahin muss es für dich reichen zu wissen, dass ich noch da bin. Du hast dich gut entwickelt, bist reifer geworden und hast dich als Herrscher bewiesen. Ich werde nicht gebraucht, dass habe ich schnell festgestellt und es hat mich beruhigt.“
Der HanYou konnte es nicht fassen. Sein Bruder, eben noch schmerzlich vermisst, endlich wieder bei ihm, wollte sich nun wieder verabschieden.
„Warum? Warum gehst du schon wieder?“
„Weil ich keine andere Wahl habe. Ich muss gehen….“
„Es ist wie damals, als du verschwunden bist…. An dem Morgen, als ich in den Westen gehen musste.“
„Nein. Diesmal werde ich nicht so lange brauchen.“
Die Luft schwirrte wie von großer Hitze, als der Youkai eins wurde mit den Schatten in dem Zimmer und InuYasha fühlte eher, als das er es sah, dass sein Bruder wieder verschwunden war. Wie auch immer er das angestellt hatte. Langsam sah er wieder auf den Stein und seufzend legte er sich die Kette um. Er hoffte nur, dass sein Bruder wirklich nicht wieder Jahrhunderte brauchte, um wieder zu ihm zu kommen. Er jedenfalls würde nicht untätig herumsitzen, er wollte herausfinden, wie es dem einst schon mächtigen DaiYoukai möglich war, solche Kräfte zu entwickeln und wie er es geschafft hatte, sein Aussehen derart zu ändern. Er hatte noch so viele Fragen. Es wurde Zeit für Antworten. Zeit, Myouga her zu holen.



Sesshoumaru hatte schon vor einiger Zeit in der Nähe einer seiner Niederlassungen ein Penthaus eingerichtet. Für alle Fälle. Falls er doch wieder Erwarten einmal längere Zeit untertauchen musste. Die Firma lag auf dem Europäischen Kontinent, weit weg von Japan. Doch nicht aus Zufall hatte er sie in die Nähe einer alten Kultstätte errichten lassen. Er hatte von den so genannten Ley-Lines gehört. Hatte darüber gelesen und verstand, dass hier eine ursprüngliche Kraft verborgen lag. Diese Kraft war den meisten Lebenden unbekannt und in Vergessenheit geraten. Menschen wie auch Dämonen wussten mit diesen Linien so gut wie nichts mehr anzufangen. Zwar hielten sich hartnäckig Legenden über diese Linien und ihre unglaubliche Kraft, sie wurden nicht zu Unrecht auch die Kraftadern der Erde genannt. Doch, wozu man sie noch nutzen konnte, dass war vergessen. Niemand wusste mehr, dass sie nicht nur Kraftlinien waren, Energielinien, sondern auch die Möglichkeit, als Lebender für eine begrenzte Zeit in das Jenseits zu wechseln. Zwar war dies nicht ungefährlich, gleich, wer dieses Abenteuer bestreiten wollte. Doch er wusste, wenn er seinen Plan ausführen wollte, blieb ihm gar keine andere Wahl. Zwar war ihm durchaus bewusst, dass er dabei Gefahr lief, seinen eigenen Körper, sein Leben zu riskieren, aber er hatte keine andere Möglichkeit finden können.
Er sah in den Himmel. Ein paar vereinzelte Sterne leuchteten am Firmament. Gut. Er konnte es also riskieren, ohne die herkömmlichen Transportmittel zu reisen. Er mochte keine Flugzeuge und auch von den großen Schiffen hielt er nicht viel. Er verließ sich noch immer lieber auf seine eigenen Kräfte. Noch einmal sicherte er seine Umgebung. Als er sicher war, dass sich kein Lebewesen in seiner Nähe befand, verwandelte er sich in den großen weißen Dämonenhund und im nächsten Augenblick war er verschwunden.
Währenddessen rief InuYasha nach einem Angestellten. Dieser war wie er selbst dämonischer Natur. Das erleichterte einiges und er konnte sich das lästige Verkleiden ersparen.
„Damion, ich möchte, dass du Kontakt zu Myouga aufnimmst. Ich weiß, dass dir das möglich ist. Ich will ihn so schnell es geht sehen. Sag ihm, es ist wichtig!“ Der Angesprochene verbeugte sich im Halbdunkel des Raumes und verschwand lautlos.
Damion war er durch einen Zufall begegnet. In einer Lokalität sinnloser Fröhlichkeit. Die Menschen nannten dieses Etablissement nur „Den Club“. Noch gut konnte sich der Halbdämon an die laut wummernden Bässe erinnern und das Balzverhalten der Menschen um ihn herum hätten ihn beinahe laut auflachen lassen. Die Männer benahmen sich wie eitle Gockel und versuchten mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen und die jungen Damen wiederum buhlen mit eindeutig zuzuordnenden Bewegungen und Gesten um Beachtung. Und in all diesem Krach und den zuckenden Leibern nahm er ein schwaches Youki wahr.
Ein junger Mann mit flammenden Haaren und nahezu bernsteinfarbenen Augen stand in einer Ecke etwas ab von dem Trubel und nippte scheinbar unbeteiligt an einem Getränk. InuYasha hatte sich schweigend neben ihn gestellt und trank seinerseits seinen Martini. Dann waren sie beide aus dem Club hinausgegangen und hatten sich draußen etwas weiter ab vom Eingang gemustert. Schließlich hatten sie sich öfter getroffen, immer zufällig uns letzen Endes hatten sie langsam begonnen Freundschaft zu schließen. InuYasha bot dem Mann an, für ihn offiziell tätig zu werden und der andere musste sich so nicht immer im Verborgenen halten sondern hatte die Möglichkeit, auch er selbst zu sein. Ohne die menschliche Maske, ohne daran denken zu müssen, seine Aura zu verändern, um nicht bemerkt zu werden.
Und mit Damion hatte InuYasha nicht nur einen Freund gewonnen sondern auch ein gut funktionierendes Netzwerk von Informanten übernehmen und weiter ausbauen können. Damion hatte schon für diverse Regierungen gearbeitet und sich ein Spionagenetzwerk aufgebaut. Diese wurde nun in Zusammenarbeit mit dem HanYou, der zugleich die westlichen Länder kontrollierte, ausgebaut und übertraf schließlich alles je da gewesene. Innerhalb von Minuten war es Damion möglich Informationen über jede gewünschte Zielperson zu bekommen, auch manche Transaktion konnte so erst in die Wege geleitet werden oder wurde so observiert.
Ja, es war ein wirklich glücklicher Umstand, der diesen fähigen Dämon zu ihm geführt hatte. Oder war es umgekehrt? Nun, es waren bereits 10 Jahre vergangen seit ihrem ersten Treffen und inzwischen waren sie beide Freunde geworden.
Wie hatte sein Bruder wohl sie Jahrhunderte erlebt? Hatte er jemanden gehabt, der ihm zu Seite gestanden hatte? Hatte er Freunde gehabt? Die eisigen Augen des DaiYoukai tauchten vor seinem geistigen Auge auf. Die ablehnende Haltung, diese Stimme, die einerseits unendlich sanft und dann wieder absolut unbeteiligt klingen kannte und in sich die Kälte des Weltraums beherbergen konnte.
Es war schwer vorstellbar. Er musste einsam gewesen sein.
InuYasha erhob sich und sah aus dem großen Fenster, welches nach Osten zeigte. Die Dämmerung brach an und ein neuer Tag nahm seinen Lauf.



Es war noch immer dunkel, die Zeit hatte sich während seiner Reise verschoben. Hinter ihm, fern im Osten mochte gerade die Sonne aufgehen, doch hier auf dem riesigen Eurasischen Kontinent war noch immer dunkle Nacht. Nur ab und an ein Stern der durch die schwarze Nacht leuchtete, dann wieder Wolkenfelder, über die er hinweg glitt. Er wusste auch in dieser Form ganz genau was sein Ziel war. Und dank dessen was er gelesen hatte, war er auch in der Lage, diese Linien unter sich zu spüren. Sie schienen wie schillernde Bänder in der Dunkelheit ihm den Weg zu weisen und er war dankbar, dass er in der Lage war, sie zu erkennen. Sie führten ihn sicher und unablässig immer näher an sein Ziel heran. Zu einem der vielen mächtigen Knotenpunkte dieser Linien. Doch in der Nähe seiner Behausung trafen sich nicht nur zwei Linien, sondern gleich sieben. Es war ein unglaublich seltenes Phänomen und genau hier konnte er seine Arbeit verrichten, wegen der er schließlich den weiten Weg auf sich genommen hatte.
Er ließ sich durch die Wolken tiefer sinken und versuchte in ihrem Schutz doch auch etwas von dem Land unter sich wahr zu nehmen. Hin und wieder tauchten leuchtende Punkte auf, mal größer mal kleiner, die Ansiedlungen von Menschen. Ja, er sah es nun auch mit seinen eigenen Augen: er war auf dem richtigen Weg. Er glitt noch tiefer und machte weiter vorn einen Wald aus. Nicht einen kleinen Wald, sondern ein größeres zusammenhängendes Gebiet in dem die Natur uneingeschränkt von Menschen das Sagen hatte. Er atmete tief ein und genoss den unverwechselbaren Duft des Waldes. Laub, altes und junges, Erde, Gras, Anemonen, die hier gerade erst mit der Blüte begannen.
Hier landete er. Bald würde der neue Tag anbrechen und dann wäre es mehr als hinderlich, wenn jemand ihn in seiner dämonischen Gestalt sehen würde.
Langsam ging er durch den wilden Wald. Hier spürte er die Anwesenheit von Luchse, Rhen, Wildschweinen und anderem Getier. Aber noch schien weit und breit keine Menschenseele die Düsternis zu durchstreifen.
Wind kam auf und bewegte die Blätter der Baumkronen in einem plötzlichen Crescendo. Ja, die Macht der Erde selbst war hier sehr stark.
Die Nachforschungen des Dämonen hatten ergeben, dass in diesem Teil der Welt ehemals ein Volk lebte, dass in der Lage war, die Macht der Linien zu nutzen und auf den selbigen einige Kultplätze errichtet hatte. Und auch wenn das ungeübte Auge eines zufälligen Beobachters nichts Auffälliges entdecken konnte, so wurde dieser Ort dennoch gemieden. Naive Zeitgenossen sprachen dann von Geistsichtungen und dergleichen. Aber Sesshoumaru wusste, dass es die Essenz der Erde selbst war, die hin und wieder hier Gestalt annahm.
Er kannte die Sagen und Legenden der Menschen, die hier in der Nähe lebten. Die Geschichten von Zwergen, Riesen, Göttern und deren Kriege, Siegen und Niederlagen. Die Geschichten über Feen und Hexen. Die Menschen hatten versucht mit ihrer Phantasie das Unerklärliche Begreifbar zu machen.
Aufmerksam ging er weiter. Bis er zu einer Lichtung gelangte, die vom Wind völlig unbewegt dalag. Hier spürte er die pulsierende Kraft der Linien. Hier war die Stelle. Kaum ein Mensch wusste, dass sich ausgerechnet hier die sieben Linien trafen. Nur das alte und längst vergessene Volk hatte hier eine schlichte Steinsetzung erstellt, die das Zentrum dieser Kraft darstellte und vielleicht hatten sie hier auch Rituale abgehalten. Sesshoumaru hatte herausgefunden, dass diese Rituale auch blutig gewesen waren. Selbst Menschenopfer waren zu dieser Zeit vollzogen worden. Und auch wenn all dies lange her war, spürte er noch immer den Nachhall der Schreie der Opfer. Der Tag brach dämmernd und mit Zwielicht durch die Wolken und die Bäume streckten ihre Äste geradezu gierig zum Himmel. Mit dem zunehmenden Tageslicht bemerkte der Youkai, dass viele der Bäume in ihrem Wuchs verdreht waren, teilweise Geschwüre aufwiesen, wenn sie zu nahe an den Linien standen. Auf den Linien selbst wuchs nicht ein Halm Gras, kein Moos und nur die nackte Erde zeigte sich.
Er bückte sich, strich mit seiner Hand fast zärtlich über den Knotenpunkt der Linien und nahm im selben Augenblick die Kraft in sich auf, öffnete seinen Geist für das kommende. Lange hatte er sich auf diesen Moment vorbereitet. Nun würde er endlich das Tor öffnen und endlich wieder ganz werden können.
Seine Wahrnehmung, sein ganzes Sein konzentrierte sich darauf, das Tor zur Zwischenwelt zu öffnen. Er fühlte, wie er selbst fiel. Fiel in eine unendliche Schwärze, samten und doch Substanzlos griff sie nach seiner Seele, nach seinem Leben, nach ihm selbst. Sein Atem entwich gepresst den gepeinigten Lungen, die keinen Sauerstoff mehr aufnehmen konnten. Es war, als würde ihm die Grundlage seiner Existenz herausgepresst werden. Jeder seiner Knochen und Muskeln schmerzte wie von einer ungeheuren Druckwelle getroffen. Doch er wusste, dass nichts davon wirklich mit seinem Körper geschah, dass er immer noch unversehrt war.
Ein Licht umhüllte ihn plötzlich und gleißend. Obwohl seine Augen noch immer geschlossen waren, schmerzte ihn dieses Licht und reizte seinen empfindlichen Iriden. Es schien durch jede Zelle seines Körpers zu schießen und ihn von Innen zu verbrennen.
Sesshoumaru hatte davon gewusst, hatte gewusst, dass diese Prüfungen auf ihn warten würden, würde er erst einmal diesen Weg gehen. Aber auch, wenn er die Risiken kannte, und genau darüber informiert war, dass er hierbei sein Leben lassen konnte, war er dieses Wagnis ohne zu Zögern eingegangen. Es waren die Prüfungen der Götter selbst. Jener Wesen die seit Äonen lebten. Er hatte keine andere Wahl gehabt. Musste sich diesen Prüfungen stellen um als würdig erachtet zu werden. Er musste mit ihr sprechen. Mit der Ältesten von ihnen. Mit der Erde selbst.

….

Der neue Tag brachte für InuYasha einige Aufregung, denn der kleine Flohdämon Myouga schien wie vom Erdboden verschwunden zu sein. Niemand konnte ihn aufspüren, keiner seiner Untergebenen war in der Lage auch nur eine Spur von ihm zu finden. Diese Nachricht stimmte den Herrscher der westlichen Landen mehr als Nachdenklich. Myouga verbarg sich nur wenn Gefahr drohte. Und sein Verschwinden deutete nicht gerade auf friedliche Zeiten hin. Der HanYou seufzte. Anscheinend musste er selbst sich auf die Suche begeben, wenn er Antworten haben wollte. Und nach Myouga gab es nur noch einen, der ihm helfen konnte, diese zu bekommen.
„Damion“, ohne sich umzuwenden hatte der Halbdämon die Gegenwart des Freundes gespürt.
„Ja.“
„Während ich weg bin, wirst du alles Weitere regeln. So wie gehabt, nicht wahr?“
„Ja.“
Der HanYou drehte sich nicht um. Er wusste, dass er dem anderen vertrauen konnte. Es war schon öfter vorgekommen, dass Damion sich um die Geschäfte und Belange des Reiches kümmerte, während der eigentliche Herr seiner Wege ging.
Nachdem InuYasha sich umgezogen hatte und nun eine schlichte braune Schnürlederhose sowie ein robustes Leinenhemd trug, sich im Gehen noch einen Ledermantel umwarf und sein Katana griff und in den Gürtel gesteckt hatte, verließ er das Anwesen. Den Blick nach Osten gewandt, witterte er. Kein Mensch schien in der Nähe zu sein, dennoch sollte er aufpassen und seine Kräfte verborgen halten. Die erste Etappe würde er relativ bequem mit seinem Sportwagen, ein Porsche Boxer in Silbermetallic, zurücklegen können. Die Menschen hatten einige Nachteile, aber ihre Erfindungen wusste der Halbdämon inzwischen sehr zu schätzen.
Sein Ziel vor Augen fuhr er nun auf die Strasse, gab Gas und befand sich schnell auf der Autobahn. Hier beschleunigte er nochmals und raste dahin. Die Landschaft schoss geradezu an ihm vorüber. Und in der Ferne konnte er den Fuji erkennen.
Zur selben Zeit nahm ein anderer die Erschütterungen der Erde wahr.
„Es hat begonnen.“
Eine andere Stimme sagte: „Ja. Er hat sich auf den Weg gemacht, und sein Bruder ist auch auf dem Weg.“
„Sieht so aus, als würden wir eine neue Ära miterleben, ob wir nun wollen oder nicht.“ Die Stimme klang resigniert.
„Du wusstest, dass die beiden so handeln würden. Wir können unserem Schicksal nicht ausweichen.“
„Da hast du Recht.“



Sesshoumaru fühlte nichts. Weder seinen Körper noch seine Gedanken waren von Belang. Dies war der Zeitpunkt, an dem er selbst bis auf seine geheimsten Sehnsüchte zusammenschmolz. Er konnte sie nicht mehr verbergen. Es hätte auch keinen Sinn gemacht. Die Göttin vor ihm wusste sie schon lange.
Sie war Jung und Alt zugleich. Strahlend und Schön wie der Frühling, Kalt und Unerbittlich wie der härteste Winter. Umgeben von gleißenden Licht war es dem Dämon unmöglich sie genauer auszumachen. Er konnte ihr Gesicht nicht erkennen und es war auch nicht wichtig. Es hatte alles seine Bedeutung verloren. Außer dieser eine brennende Wunsch in seinem Herzen, der ihn niemals hatte ruhen lassen.
Ihre Stimme klang irgendwo in seinen Gedanken wieder, ohne sich die Mühe zu machen über sein Gehör zu ihm vorzudringen. Sanft und gleichzeitig unerbittlich bohrte sie sich ihren Weg in sein Selbst.
„Du hast den Weg tatsächlich beschritten.“
Er antwortete nicht.
„Was möchtest du hier in der Welt zwischen den Anderen?“
„Zeig mir den Weg, den ich gehen muss, um an mein Ziel zu gelangen. Wie kann ich mein Ziel erreichen ohne dabei die Zeit selbst zu stören und die Geschichte zu verändern? Du weißt, was ich möchte, kennst mich vielleicht besser als sonst jemand. Sag mir, was ich tun soll.“ Er hatte keine Angst. Er wusste, dass er etwas geben musste im Austausch für das Wissen, dass er benötigte.
„Dir ist bewusst, dass alles einen Preis hat. Wenn ich dich zu deinem Ziel bringe, dir den Weg weise… Dein Einsatz ist hoch. Bist du dir sicher, dass du diesen Weg gehen willst?“ Er fühlte sich, als würde er abermals geprüft werden.
„Gerne gebe ich dir alles, was ich geben kann. Ich gebe dir mein Leben, mein Blut, wenn du mir sagst, was ich wissen muss.“
„Ein Leben für ein Leben. Das ist gerecht und auch der einzige Preis, den ich annehmen werde. Du gibst dein Leben freiwillig?“
Er zögerte nicht als er antwortete.
„Ja.“
Eine warme Hand legte sich auf sein Antlitz. Streichelte über seine Haut und fuhr seine Wangenknochen nach. Strich über sein silbernes Haar.
„Du hast keine Angst.“ Es war eine Feststellung.
„Nein.“
Die Göttin sah ihm in die Augen, und es schien ihr zu gefallen, was sie in ihnen fand.
„Gut, so sei es. Ich nehme dein Leben. Alles hat seinen Preis. Du wirst keine Schmerzen haben, keine Gelüste mehr haben. Alles was du bislang empfunden hast, wird Vergangenheit sein. Das ist dir bewusst?“
„Ja.“ Er wusste es bereits.
„Und dennoch frage ich dich ein letztes Mal. Ist es das, was du willst? Es gibt dann kein Zurück mehr.“
„Ja.“
„Dann sei es so. Mach dich bereit.“
Er spürte für einen kurzen Augenblick, wie sein Herz einen schmerzvollen Hüpfer machte und schließlich still stand. Fühlte wie sein Blut aus ihm heraus strömte. Er sah es aus seinen Pulsadern fließen. Aber es berührte ihn nicht.
Er empfand….nichts.
Wieder strich ihre Hand über sein Gesicht.
„Ich schicke dich zurück. Du wirst dich selbst sehen, alles was geschah wirst du beobachten. Aber wenn der Moment gekommen ist, wirst du handeln können. Was danach geschieht, hängt dann von dir ab. Du weißt was ich meine.“
„Ja.“ Er wusste es tatsächlich. Aber er empfand nichts dabei. Er hatte keine Furcht. Es gab nur diese Möglichkeit. Und er hatte alles riskiert, um sie zu ergreifen. Er wusste, eine andere Wahl hatte er nicht gehabt. Also schloss er ergeben die Augen und seufzte.
Nur ganz kurz tauchte vor seinem geistigen Auge sein Bruder auf. Wieder empfand er nichts. Er hatte seine Angelegenheiten geregelt und alles was er besaß, gehörte in diesem Moment bereits dem HanYou. Selbst wenn er nun noch scheitern sollte, wusste er doch, dass dieser alles in seinem Sinne weiter führen würde.
Die Göttin trat näher an ihn heran. Umarmte ihn und hauchte ihm etwas ihrer eigenen Kraft ein.
„Ich schenke dir dies, denn du wirst mehr Kraft brauchen, als du besitzt. Du bist mir nun fast ebenbürtig. Wende meine Gabe weise an.“
Und ehe er reagieren konnte, wusste er, dass er wieder allein war in der Dunkelheit der Zwischenwelt.

….

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012, 09:08 
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Danke Lepra, für diesen tollen Roman, ich bin begeistert und gefesselt zugleich und freue mich auf die Fortsetzung. smilies/herzen-smilies-018102.gif


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012, 11:55 
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da schließe ich mich gern muse an, mit gleicher begeisterung...

smilies/danke.gif liebe le, wirklich klasse... smiley_emoticons.gif GroupHug.gif :sonnepak1:

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Bist du in einem Tempel oder ist ein Tempel in dir ?
Und wenn... ist es ein Tempel oder ein Basar ?
Und... ist Dein Tempel im Garten oder Dein Garten im Tempel ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012, 12:25 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 31. Mär 2012, 14:22 
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Hey,
danke schön für die Komplimente!
Hier die Fortsetzung:

….

Die Reise zu demjenigen, der vielleicht in der Lage war, ihm endlich die ersehnten Antworten zu liefern, hatte den silberhaarigen HanYou ermüdet. Zwar war er schnell vorangekommen, erst mit seinem Wagen und dann mit dem Shinkansen. Und nun stand er vor dem majestätischen Fujijama. Er wusste, weiter oben, in dem Krater des Vulkans, hatte sich der Dämonenschmied Totosai zurückgezogen und seine Schmiede eingerichtet. Hier war er vor den Augen der Menschen verborgen und selbst wenn sich jemand in die Nähe des Kraters wagen sollte, war seine Behausung doch geschützt genug. Dafür hatte der Alte gesorgt.
Nun spürte InuYasha dessen Aura deutlich. Der alte Dämon machte sich noch nicht einmal die Mühe, diese zu verbergen.
Kopfschüttelnd vergewisserte sich InuYasha, dass niemand ihn sah oder anderweitig wahrnahm und begann in eleganten Sprüngen den Kraterrand zu erreichen. Das war ein großer Vorteil: Er musste nicht wie die schwachen Menschen mühsam den heiligen Berg erklimmen, sondern konnte mit Hilfe der ihm eignen Kraft nahezu mühelos binnen Sekunden den Gipfel erreichen.
Er sah sich um und mit Hilfe seiner scharfen Sinne hatte er schnell die geschützte Höhle des Eremiten ausgemacht. Schnell glitt er in den Krater und lief blitzschnell darauf zu.
„Totosai. Ich rieche dich, dein Youki stinkt zum Himmel. Versteck dich nicht, dass ist sinnlos.“ Mit diesen harschen Worten drang der HanYou in die Höhle vor und atmete den schwefeligen Gestank, der aus den Schlünden der Hölle selbst zu stammen schien.
„Ah, der Herr des Westens, Prinz, was ist dein Begehr? Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“
Der Alte saß mit dem Rücken zu dem Angesprochenen vor einem tosenden Feuer und schwang dabei seinen Hammer. In der anderen Hand schien er eine Zange zu halten.
Der Jüngere schwieg verbissen. Er ahnte, dass dieser scheinbar tatterige Alte ihm etwas vormachte und bereits ganz genau wusste, weswegen er hier war.
Und tatsächlich drehte sich der alte Schmied nun zu seinem Gast um. Er seufzte. „Du hast viel von deinem Bruder übernommen, scheint mir….“
„Da du schon von ihm sprichst, alter Mann, ich habe Fragen, die du mir sicherlich beantworten kannst und wirst.“ InuYasha hatte seiner Stimme einen schneidenden Klang gegeben, den sonst auch sein Bruder benutzte. Und er hatte die gewünschte Wirkung. Der Schmied zuckte tatsächlich zusammen.
„Mein Bruder hat etwas vor. Er hat sich verändert. Wieso und was will er tun? Sag es mir, du hast keine andere Chance mehr. Ich will keine Geheimnisse oder Andeutungen. Sag die Wahrheit!“
Der Alte zuckte unter den Worten zusammen, als seien es Peitschenhiebe. Niemand hatte ahnen können, dass in dem früher so fahrigen HanYou irgendwann das Erbe des Vaters erwachen würde. Er nahm keine Ungeduld, keine Unsicherheit bei dem Jüngeren mehr war und die Aura, die dieser hatte, schien sich mit der seines älteren Bruders durchaus messen zu können. Der Junge war stärker geworden, zielstrebiger und noch direkter.
„Setz dich, Junge. Das ist eine lange Geschichte.“
InuYasha setzte sich tatsächlich, sein Katana lag auf seinen Knien.
Der Alte atmete noch einmal tief ein und dann begann er.
„Erinnerst du dich an den Tag, als Sesshoumaru damals allein aufbrach und dir die Herrschaft über die westlichen Lande übertrug?“
Der Jüngere zeigte keine Reaktion, doch in seinem Inneren sah er wieder, wie sein Bruder sich damals an dem Grab von Kagome das Leben nehmen wollte, wie er selbst es gerade so verhindern konnte und der Ältere daraufhin in dem heraufziehenden Morgen verschwand und seit dem nie wieder bei ihm auftauchte. Er verkniff sich eine Reaktion, wartete stumm, dass der Schmied endlich weiter erzählte.
„Nun, Der Herr hat sich verändert seit dem. Er hat in all den langen Jahren die Frau nicht vergessen. Er passte sich nur an die Zeit an, aber sein Herz befand sich immer an ihrer Seite. Sie war sein Lebensinhalt geworden. Der einst so menschenverachtende DaiYoukai hatte es an eine Menschenfrau verloren. Doch er ließ sich nicht unterkriegen. Er war schon immer ein Krieger, durch und durch. Er lernte von den Besten. Er lernte, sich zu verändern, äußerlich. Er lernte, dass es noch mehr gab und noch immer gibt. Die alten Legenden über die alten Götter studierte er und lernte von den bedeutendsten Magiern in all den Jahrhunderten. Die Menschen mögen schwach sein, aber sie haben noch immer Wege offen gehalten, die den Kontakt zu den Göttern ermöglichen.“
Der Schmied machte eine Pause, sah, dass der Halbdämon ihn noch immer fixierte und seufzte erneut. Es blieb ihm anscheinend wirklich nichts anderes übrig. Er musste den Jungen einweihen. Und schließlich: was sollte schon passieren? Es war zu spät um etwas zu ändern. Er hatte die Erschütterungen der Erde gespürt.
„Die alten Götter existieren noch. Und Sesshoumaru fand einen Weg, sie direkt aufzusuchen. Er braucht ihre Unterstützung, um seinen Plan auszuführen, weißt du? Und wie es aussieht, ist ihm das auch gelungen. „Die Stimme des Schmiedes war immer leiser geworden.
InuYashas Blick war eiskalt geworden. Was hatte sein Bruder geplant? Er merkte, dass ihm das Blut aus dem Gesicht gewichen war und er nun mit ausdrucksloser Miene dasaß und den Älteren nur noch anstarrte. Er musste mehr wissen. Sicherlich sogar.
„Erzähl mir alles, was du weißt. Weswegen braucht Sesshoumaru die Götter?“



Die Jahrhunderte flogen an ihm vorbei wie ein Tunnel aus Licht und es schien, als würde es nicht nur die Zeit sondern auch den Raum sprengen. Alles an ihm schien verzerrt zu werden. Und der Punkt seines eigenen Versagens kam immer näher. Er fühlte es. Er wurde davon angezogen, wie von einem schwarzen Loch. Er empfand dabei keine Schmerzen, keine Kälte, gar nichts. Es schien, als sei sein eigener Körper substanzlos geworden und er stand mit seiner Seele unbeteiligt neben sich selbst.
Er sah das funkeln ganzer Galaxien über sich hinweg rasen, nichts schien davon von Belang zu sein. Und dann, mit einem Knall, als würde er selbst durch die Schallmauer brechen, sah er unter sich wieder das Anwesen, die Bergfeste seines erbitterten Gegners. Narakus Ansitz. Der Ort, seines Scheiterns. Der Ort, an dem sie starb.
Doch es ging weiter, er wurde durch die Mauern gezogen, von einer unsichtbaren Kraft geleitet. Fand sich wieder in dem Labyrinth der vielen Gänge und Räume in diesem verwirrenden Bau. Sah seine Truppen Raum um Raum erkämpfen, sah die Gegner und auch die Toten, die hinter den Kämpfern zu Boden gegangen waren. All das Blut, die Schreie der Opfer auf beiden Seiten.
Die Kraft, die ihn in das Geschehene gezogen hatte, kam zum Erliegen. Er spürte festen Boden unter seinen Füssen und hörte seine Männer brüllen. Der Gang vor ihm wurde nur von spärlichen Fackeln erhellt. Und er wurde bemerkt.
Einige seiner Leute spürten den kalten Luftzug, den er verursachte, sahen verwundert auf und zögerten. Ein hoch gewachsener Mann, nein ein Dämon, mit silbernen Haaren, welches ihm nur bis zu den Schultern ging, ohne Dämonenmerkmale zwar, aber dennoch an seinem Youki zu erkennen. Wie konnte das sein, dass der Fremde das gleiche Youki wie ihr Fürst hatte? Sie sahen kalte, blaue Augen, die sich forschend umschauten. Sahen, dass der Fremde zwei Shuriken aus einer Gürteltasche zog. Seine Kleidung wirkte fremdartig, eine blaue Hose und ein weißes Hemd, sowie ein weiter Kapuzenmantel verbargen die trainierte Gestalt nur unzulänglich. Er bewegte sich mit der Sicherheit eines Raubtieres auf der Jagd.
Einer der Dämonen fand seinen Mut wieder und stellte sich vor den Fremden.
„Wer seid Ihr?“ Mit gezogener Waffe, von deren Klinge Blut auf den Boden tropfte stellte er sich dem Fremden in den Weg. Dieser musterte ihn schweigend. Dann kam er einen Schritt näher.
„Geh mir aus dem Weg.“ Die Stimme des Fremden war kälter als alles, was der junge Dämon je vernommen hatte. Dennoch bewegte er sich nicht. War dies ein Feind oder ein Verbündeter?
Sesshoumaru sah dem Jungen in die Augen und übermittelte diesem stumm mit seinen Gedanken eine Botschaft. „Geh mir aus dem Weg, oder werde mein Feind, wenn du es nicht tust. Kümmere dich um Narakus Schergen!“
Der Dämon schwankte. In diesen Gedanken, die er gerade in seinem eigenen Kopf vernommen hatte, lag eine solche Kälte, dass es ihm schier die Lebensgeister einfror. Zitternd trat er zur Seite und sah dem Fremden nach, der nun durch den langen Gang ging. Es schien, als würde diesem das Eis selbst folgen, denn es wurde mit einem Mal um mehrere Grad kälter um ihn herum.
Sesshoumarus Geist selbst ließ keinerlei Empfindungen zu, keine Gedanken, keine Erinnerungen. Alles war unwichtig geworden. Nur einzig ihre Augen, ihr Gesicht, ihr Wesen beherrschte ihn. Er musste sie retten und sich ein letztes Mal seiner Nemesis stellen. Er folgte einem Pfad, der nur für ihn sichtbar zu sein schien. Unbeteiligt ging er auf die generischen Dämonen zu. Und unbewegt nahm er ihren Hass wahr. Als er seine Hand hob, formte sich aus der plötzlich flirrenden Luft ein Eisspeer. Diesen warf er auf die Dämonen vor ihm und es schien, als spalte sich der Speer in unzählige weitere auf, die alle ihr Ziel trafen. Die Dämonen sanken zu Boden, Schmerzenslaute erfüllten den Gang. Dann trat wieder Stille ein und er ging über die niedergeworfenen Leichen der Feinde hinweg. Nur noch einige Gänge und Räume rennten ihn von seinem größten Feind. Er wusste, dass er nun keine Zeit mehr verschwenden durfte. Nahm seinen eigenen Geruch und den ihren wahr. Er musste sich nun beeilen.
Still kniete er sich hin und legte seine Hände auf den Boden. Schickte das Eis aus seinem Körper in den Untergrund und befahl ihm, alles zu gefrieren, was sich ihm noch in den Weg stellen mochte.
Dann erhob er sich, fasste die Shuriken fester und formte mit einer beinahe lässigen Handbewegung aus der Luft ein Schwert. Sein Blick war klar, sein Schritt sicher, als er sich in einen schnellen Lauf begab. Er wusste, was ihn erwarten würde. Sollte er scheitern.
Dann würde er endgültig sterben. Und sie ebenfalls.
Er lief schneller, rannte durch die Biegungen und Windungen des Ganges, ließ die Räume zur Rechten wie zur Linken unbehelligt. Er lief an zahllosen Eisplastiken und Skulpturen vorbei, allesamt die Dämonenrekruten seines Feindes. Nur seine eigenen Truppen hatte er verschont.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 31. Mär 2012, 16:37 
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InuYasha schluckte schwer. Sein Bruder hatte sich auf ein waghalsiges Abenteuer eingelassen, dass sein Leben fordern konnte. Soviel hatte er verstanden. Er hatte sich Hilfe bei der Erdgöttin selbst geholt und hatte vor, mit ihrer Hilfe in die Zeit zurück zu reisen, um den Tod seiner Geliebten zu verhindern. Nie hätte er es für möglich gehalten, dass sein sonst so beherrschter Bruder diese Frau so sehr liebt, dass er dieses Risiko einging. Aber anscheinend hatte er sie nicht nur nicht vergessen können, sondern auch sein ganzes Leben lang darauf hingearbeitet, die Ereignisse von damals zu verändern. Und dass er dabei alles berücksichtigte, wie die eventuelle Veränderung der Geschichte der ganzen Welt, ließ nur einen Schluss zu: Er hatte sich umfassend weiter gebildet und einen Weg gefunden, wie er sie retten und dennoch alles andere weiter existieren lassen konnte.
Der Halbdämon fühlte sich leer, ausgelaugt.
„Er hat sie nie vergessen…“ seine eigene Stimme erschien ihm kraftlos.
„Nein. Er liebte sie in all den Zeiten noch immer so sehr wie an dem Tag, als er sich dieser Liebe bewusst wurde.“ Die Antwort des Schmiedes drang leise in seinen Kopf.
„Ich muss ihm helfen. Allein schafft er das nicht. Und wenn es das letzte ist, was ich tue. Er ist mein Bruder.“
„Nicht so stürmisch, Prinz. Bedenke, dass er alles sorgfältig geplant hat. Eine ungeduldige Tat, ein unbedachtes Eingreifen, kann den ganzen Plan zum scheitern bringen!“
Totosais Stimme klang beinahe flehend und doch eindringlich.
InuYasha fixierte den Alten mit seinen goldenen Iriden. Hart und unerbittlich strahlte sein Entschluss aus ihnen hervor.
„Halte mich nicht auf, ich werde ihm helfen. Allein kann er das nicht schaffen, dass weißt du genauso gut wie ich. Außerdem, wenn er es geschafft hat, durch die Zeit zu gehen, wieso sollte ich es nicht auch können?“
„Aber InuYasha, denk doch auch daran, was alles schief gehen kann! Es kann passieren, dass du die Abläufe so änderst, dass du deine Frau und deine Kinder verlierst! Oder dein Leben! Ich bitte dich, überstürze nichts! Dein Bruder hat einen Plan für sich ausgearbeitet. Wenn alles gut geht, werden wir ihn auch wieder sehen. Du kannst ihm nicht hinterher!“
Totosai atmete schwer. Anscheinend war der jetzige Lord des Westens doch noch ein Heißsporn. Er konnte alles ruinieren! Der DaiYoukai hatte ihn gewarnt. Hatte ihm gesagt, dass der jüngere Bruder unbedacht handeln konnte und sich noch immer von seinen Emotionen leiten ließ. Und auch, wenn diese nicht falsch waren, konnte alles dadurch in Gefahr geraten. Er durfte ihm nicht folgen. Auf gar keinen Fall! Die Worte Sesshoumarus vor einem Jahr waren unmissverständlich gewesen. Er musste den Jüngeren abhalten. Um jeden Preis!
Dieser beugte sich zu Totosai.
„Ich weiß was du denkst, alter Mann. Du willst nicht zulassen, dass ich meinem Bruder helfe. Aber du wirst mich nicht hindern können!“ Und mit den letzten Worten warf er ein Pulver in das Gesicht des Alten.
Der sackte augenblicklich in sich zusammen und fiel zur Seite.
„Es tut mir leid, Totosai. Aber ich lasse mich nicht aufhalten!“ Die Worte hörte der Schmied schon gar nicht mehr und nahm auch nicht wahr, dass der Jüngere sich geschmeidig erhob und lautlos aus der Höhle ging.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 31. Mär 2012, 18:50 
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InuYasha wandte den Kopf nicht einmal um. Er wusste, dass der alte Meisterschmied das Gift schnell abgeschüttelt haben würde und dann zum Handeln gezwungen war. Aber er wusste auch, dass der Alte inzwischen keinerlei Risiko für sein eigenes Leben mehr eingehen würde. Also war er vor Verfolgungen weitestgehend sicher. Er sah zum Himmel, sah, dass die Sonne schon weit nach Mittag anzeigte und erhob sich fluchend mit einigen gewaltigen Sprüngen und einem Pfiff auf den Lippen in die Luft. Auch er hatte sich verändert und in dieser Zeit neue Verbündete gefunden. Darunter die Kreatur, die er nun rief. Dabei war es ihm gleich, ob er nun von Menschen gesehen werden mochte oder nicht. Er nahm keinerlei Rücksicht mehr.
Das Wesen, welches auf seinen Pfiff reagiert hatte, war mit einem riesigen Vogel zu vergleichen, allerdings surrten die Schwingen mechanisch, das Gefieder brach das Licht in die Spektralfarben und die silbernen Augen musterten den HanYou genau.
„Joni.“ Der Halbdämon hatte diese Wesen durch einen Zufall getroffen. Oder vielmehr gesehen. Vor Jahren war er einmal mit einem der Flugzeuge der Menschen auf den Weg zu einem entfernteren Treffpunkt der Dämonenfürsten, die noch lebten. Dieses fand damals auf der Insel Honshu statt. Das war vor 20 Jahren gewesen. Aber alles was damals für ihn von Bedeutung war, war das Erkennen dieser anderen Spezies, die bislang nur für Phantasie gehalten wurde und von der kein Mensch oder Dämon Notiz genommen hatte.
Aufgrund seiner Neugierde, die von der Sichtung eines schimmernden gigantischen Flügels aus Licht ausgelöst wurde, erlernte der HanYou die Fliegerei mit einem Helikopter und einem Jet. So kam er allein in die Sphärischen Höhen, in denen sich zu seinem erstaunen noch viele dieser gigantischen Vogelwesen tummelten. Immer gab es Legenden und Geschichten der Menschen von geflügelten Wesen und der HanYou hatte sie alle gelesen. Dann hatte er auf einem Gipfelplateau landen müssen, da seine Maschine plötzlich einen Defekt aufwies und eines der Wesen hatte sich ihm genähert. Der Halbdämon war in dieser großen Höhe geblieben und hatte letzen Endes das Vertrauen des Wesens erlangen können. Daraus war eine Freundschaft entstanden, die im Verborgenen weiter geführt wurde. Denn InuYasha wollte diesen ätherischen Wesen nicht schaden. Und das Wesen, mit dem er Freundschaft geschlossen hatte, nannte ihm seinen Namen. Joni.
Und nun benötigte er dessen Hilfe. Mit diesem Vogelwesen sollte er schnell bei der letzten Behausung seines Bruders sein können um vielleicht noch Spuren zu finden. Er musste das Puzzle zusammenfügen, das der Bruder hinterlassen hatte um dessen Schritte nachvollziehen zu können. Dann sollte es auch kein Problem geben, ihm durch die Zeit zu folgen und ihm beizustehen.
Und wirklich flog das Wesen ziemlich tief, knapp über den Baumwipfeln rasend schnell dahin. Innerhalb eines Wimpernschlags hatte es so weit beschleunigt, dass beide die Schallmauer durchbrachen.
Nach Sekunden verlangsamte das Wesen sein enormes Tempo auch schon wieder und flog nun beinahe gemächlich über einen Wald dahin. Um dann plötzlich direkt in der Luft zu verharren. Und inuYasha spürte und roch, dass sie am Ziel waren. Hier, unter ihm, konnte er eine kleine Hütte ausmachen, die eindeutig den Geruch des Bruders ausströmte. Er sprang von dem Rücken des Vogelwesens und sandte in Gedanken die Botschaft, dass er nicht allzu lange brauchen würde. Joni würde auf ihn warten und sich bis dahin erst einmal wieder in den oberen Sphären verborgen halten.
Er stieß die Tür auf und sah eine geordnete Einrichtung, die zugegebener Maßen nicht spektakulär anmutete, eher nostalgisch. Ein schlichter Futon auf dem Boden, eine Kochstelle in der Mitte des Raumes. Nichts Außergewöhnliches. Dennoch beugte sich InuYasha vor und inhalierte die Luft um auch den kleinsten Hinweis erhaschen zu können.
Und wirklich: er nahm den Geruch seines Bruders wahr, erkaltete Asche und da, da war noch etwas in der Luft. Er beugte sich noch weiter vor, ließ sich schließlich auf seine Knie nieder und roch noch einmal. Ja, unter einer der Dielenbretter gab es einen Hohlraum, er nahm kühlere Luft wahr. Niemand sonst wäre dieses Detail aufgefallen und ein Mensch hätte es nicht einmal wahrnehmen können. Er griff nach dem Holz und mit etwas Geschick löste er das Brett vom Boden. Es gab den Blick auf eine Schatulle frei, die er vorsichtig an sich nahm. Sie schien sehr alt zu sein und bestand aus schwarz lackiertem Holz, in dem goldene Einlegearbeiten zu sehen waren. Sie stellten einen gewaltigen Hund dar, der über Wolken lief. InuYasha musste lächeln. Es wies eindeutig auf seinen Bruder hin.
Sanft strich er mit den Fingerkuppen über das Holz und öffnete schließlich beinahe andächtig die kleine Schatulle.
Zum Vorschein kam ein gefaltetes Stück Papier und ein in Seide eingewickeltes Bündel. Der HanYou entfaltete das Papier und stellte die Schatulle behutsam neben sich. Die saubere Handschrift seines Bruders offenbarte ihm zumindest einen Teil dessen Gedanken. Er las langsam.
„InuYasha.
Ich weiß, dass du einen dummen Gedanken hegst. Du willst meine Schritte nachvollziehen und mir möglicherweise durch die Zeit folgen. Ich habe Totosai dargelegt, wieso ich nicht will, dass du das tust. Aber da ich nicht sicher sein kann, dass er meine Anweisungen übermitteln kann und ich weiß, dass du doch noch immer ein Hitzkopf bist, der sich von seinen Gefühlen leiten lässt, ist dies mein letzter Versuch, dich von Dummheiten abzuhalten.
Ich kenne dich dein ganzes Leben lang. Wir haben früher gegeneinander gekämpft, haben uns verbunden und sind nun wahre Brüder und ich bin stolz auf dich und auf das, was du erreicht hast. Du hast unserem Vater und unsrer Familie Ehre gebracht. Ich möchte nicht, dass du das zunichte machst, indem du versuchst mir zu folgen.
Ich habe mich mit den alten Göttern beschäftigt, wie du inzwischen wohl weißt. Ich habe einen Weg gefunden, Kagome zu retten. Auch wenn es mich das Leben kosten kann, werde ich diesen Weg gehen und es ist jetzt, wo du diese Zeilen liest, bereits zu spät um mich noch aufzuhalten. Ich kenne den Preis, den die Göttin dafür von mir fordert und ich gebe ihn gerne. Ich gebe mein Leben und mein Blut, um zurückkehren zu können. Es ist der einzige Weg.
Solltest du noch immer denken, dass du mir folgen kannst, dann wisse, dass du alles, wirklich alles aufgeben musst. Deine Kinder, deine Frau, sie werden nicht mehr Teil deines Lebens sein, wenn du versuchst mir zu folgen. Du wirst deine Kinder auslöschen. Auch Rins Leben wird anders verlaufen, solltest du weiterhin mir folgen wollen. Alles, was du bisher erreicht hast, wird mit einem Schlag vernichtet sein. Alles wofür du und auch ich gearbeitet haben, wird aufhören zu existieren. Denn wenn du mir nachgehst, wird sich dein Leben und auch das aller anderen unwiderruflich verändern. Ich hingegen habe keine Verpflichtungen mehr in dieser Zeit. Alles was mir gehörte, ist mit meinem Verschwinden automatisch in deinen Besitz getreten. Du bist meine Rückversicherung, dass ich durch die Zeit zurückkehren kann in dieses Jahrhundert. Und wenn es mir gelingt, dann komme ich nicht allein wieder.
Wenn du also nicht mein Vorhaben sabotieren willst, dann unterlasse es mir weiterhin zu folgen. Sei mein Anker, in dieser Zeit. Warte auf mich und lass mich meinen Weg zu Ende gehen. Habe keine Angst. Ich habe mich mit dir verbunden, ich kann durch dich, durch deine Gedanken und durch den Stein, den ich dir gab, in Kontakt treten. Bleibe im Hier und Jetzt und mach bitte nichts Dummes! Von deiner Reaktion hängt mein Leben ab, bzw. ob ich hier dann überhaupt noch ein Leben habe!
Denk daran: Ich vertraue dir!
In dem Bündel findest du die Originaldokumente all meiner Besitzungen und auch meine Nachforschungen. Ich vertraue sie dir an zur Aufbewahrung.
Und ein letztes Mal: Bleibe im Hier und Jetzt, sei mein Anker und meine Versicherung, dass ich wiederkehren kann!“
InuYasha las den Brief noch einmal. Dann faltete er ihn sorgsam zusammen, legte ihn in die Schatulle und fühlte sich so leer und einsam, wie selten zuvor. Er wollte seinem Bruder helfen, ja. Aber wenn er dann ihm die Rückkehr in dieses Jahrhundert damit verwehrte, und sein Leben gefährdete. Nein, dass durfte er nicht. Er erhob sich langsam und schwerfällig, taumelte. Dann nahm er die Holzschatulle an sich und trat aus der kleinen Hütte in den sonnendurchfluteten Wald hinaus, pfiff einmal und vernahm wieder das metallische Surren des Vogelwesens.
„Bring mich Heim.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Apr 2012, 20:08 
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„Er wollte sich nicht aufhalten lassen, nicht wahr?“ Die Stimme klang resigniert.
„Nein“, Totosai stemmte sich hoch. „Es bleibt nur zu hoffen, dass er den Wünschen Sesshoumarus dennoch Folge leisten wird. Davon hängt alles ab.“ Der Schmied wandte sich ächzend um.
„Myouga, du solltest ihn im Auge behalten, denkst du nicht auch?“
Der kleine Flohdämon seufzte. Er hatte versucht, sich heraus zu halten, doch nun musste er wohl doch sein Versteckspiel aufgeben und sich um den jungen Halbdämon kümmern. Er sah noch einmal zu seinem langjährigen Freund und dann verschwand er.
In der Zwischenzeit lief Sesshoumaru noch immer durch die Gänge und Flure des Anwesens seines Feindes. Dessen Name hallte in seinem Kopf wieder. Naraku. Dieser machtbesessene Halbdämon war es gewesen, der sie auf dem Gewissen hatte und er hatte vor dieses Verbrechen zu verhindern. Er musste sie retten. Um wieder Ganz werden zu können. Er nahm schon die ganze Zeit dessen Geruch wahr. Und auch ihren. Er lief an dem Raum vorbei, in dem sie sich eben noch befand. Rannte wie noch nie zuvor in seinem Leben und erreichte endlich die Tür zu dem großen Saal, in dem das Unglück geschehen war und doch noch nicht stattgefunden hatte. Er sah sich selbst, wie er kampfbereit diesem Scheusal gegenüber stand. Stumm sah er sich selbst an und stellte fest, dass sein jüngeres Ich ihn verblüfft wahrnahm. Er nickte sich selbst zu und nahm seine Kampfhaltung ein. Er würde es verhindern.
Schon zog die Eiseskälte alles Leben aus diesem Saal zu ihm selbst und erfüllte ihn mit einer Kraft, die er noch nie zuvor gespürt hatte.
Naraku hatte ihn ebenfalls wahrgenommen.
Für einen kurzen Moment huschte Ungläubigkeit und Verwirrung über dessen Züge, die sich sogleich wieder in eine hämische Maske verwandelten.
Sesshoumaru sah sein jüngeres Selbst aus den Augenwinkeln heraus an und mit einem lässigen Wink eines einzigen Fingers schirmte er sein jüngeres Ebenbild von dem restlichen Kampf ab, indem er es mit einer Blase aus Energie umschloss.
In seinen Gedanken schickte er seine Erinnerungen an den Tod von Kagome an sein Selbst und gab diesem stumm den Befehl, sie zu schützen. Er musste sich mit all seinen Sinnen und seinem Können auf sein Gegenüber konzentrieren können. Der jüngere Sesshoumaru keuchte entsetzt auf, die Wucht der Bilder und Empfindungen hatten ihn straucheln lassen. Dann nickte er geradezu unmerklich dem anderen zu und bezog vor der Tür Stellung. Er würde sie aufhalten und ihren Tod so sicherlich verhindern können. Die Energieblase würde sich auch um die junge Frau schließen. Solange der Verursacher am Leben blieb.
Sesshoumaru lächelte dem Hanyou kalt zu, entblößte dabei seine Zähne, die länger und schärfer wurden. Er würde nun endlich Rache üben können und diese auch genießen können. Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt. Er war sich sicher, dass er diese Empfindungen durch sein jüngeres Ebenbild spüren könnte.
Mit der Gewandtheit eines Raubtieres zog er seine beiden Shuriken hervor. Und auch wenn Naraku bei ihrem Anblick höhnisch grinste, verging ihm eben dieses schnell wieder, als sich die beiden Waffen in zwei Katanas wandelten und selbst die Luft zu zerschneiden schienen.
Unwillkürlich schluckte der Halbdämon. Vor sich sah er einen Mann, offensichtlich den Herrn der westlichen Länder, der ihn immer mehr an ein sich
Zurückhaltendes Raubtier erinnerte, dass sich innerlich zum Sprung anschickte um ihn zu zerfleischen. Er ahnte, dass er von diesem Mann keine Gnade zu erwarten hatte, sollte er den bevorstehenden Kampf verlieren.

….

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Apr 2012, 20:14 
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smilies/danke.gif für die spannende Fortsetzung, freu mich auf weitere smilies/blume0019.gif


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Apr 2012, 20:35 
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wieder danke schön, liebe le und auch ich warte weiter... smilies/herzen-smilies-018102.gif smilies/blume0012.gif smilies/blume0019.gif

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Und... ist Dein Tempel im Garten oder Dein Garten im Tempel ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Apr 2012, 21:31 
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Hey,

danke. Hatte eine kleine Schaffenskrise. Zuviel um die Ohren und es wird sich so schnell auch nicht etwas an dem mich umgebenden Stress ändern. Aber ich will versuchen, wenigestens ab und an weiter zu schreiben.....

GLG

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Apr 2012, 21:52 
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Myouga rannte, als ginge es um sein Leben. Und in gewisser Weise war es auch so. Er musste diesen jungen Hitzkopf InuYasha finden, ehe dieser etwas wirklich eklatant Dummes tun konnte. Ehe dieser ihr aller Leben in gewisser Weise vernichtete.
Er hatte schnell die Spur des Jungen aufgenommen und verfolgt. Nun hatte er die Hütte des großen Sesshoumaru erreicht. Der Geruch der Brüder war hier sehr deutlich. Langsam ging der kleine Flohdämon in das dunkle Innere der Hütte. Doch er konnte den Halbdämon nicht sehen, hatte ihn wohl verpasst. Gerade als er sich wieder zum Gehen wenden wollte, sah er das Dielenbrett, was nicht an seinem Platz im Boden lag. Zögerlich trat der Dämon näher und nahm mit seinen Sinnen wahr, dass der Halbdämon hier etwas entnommen hatte und dann gegangen war, nachdem er sich noch etwas hier aufgehalten hatte.
Leise seufzte er, dann nahm er seine ganze Kraft zusammen und sprang schnell der sich verflüchtigenden Spur des Halbdämons nach.
Dieser war nun wieder in dem Anwesen seines Bruders angekommen, welches er nun selbst bewohnte. Schweigend hatte er sich aufgemacht, um in die Räumlichkeiten des Bruders zu gelangen, die er niemals angetastet hatte, er hatte sie alles so belassen, wie er es vorgefunden hatte. Und noch immer strahlte alles in diesen Räumen Sesshoumarus Aura aus. Der Blick des HanYou glitt über die lackierten Möbel, die er hatte pflegen lassen, glitt zu dem Fenster, welches den Blick in den Garten freigab. Wie oft war er schon hierher gekommen, wenn er sich nach Hilfe sehnte oder nach einem Gespräch mit seinem Bruder, seinem Vorbild, demjenigen, dessen Zuneigung er so sehr und schmerzhaft hatte erkämpfen wollen. Nun hatte er dessen Vertrauen, und zugleich hatte der Ältere ihm den Boden unter den Füßen weggerissen. War wieder einmal verschwunden und ein Wiedersehen erschien fragwürdig.
Er fühlte sich so leer, so entsetzlich leer. Als sei der Ältere nun endgültig gegangen, es schien ihm, als wäre dieser sehenden Auges in den Tod gegangen.
InuYasha verstand, dass der DaiYoukai es aus Liebe getan hatte. Verstand auch, dass dieser alles ihm mögliche tun würde, um seine Liebe zu retten. Aber würde er es schaffen? Allein?
Wenn er selbst nicht in diese Zeit zurückkehren konnte, wäre es eventuell möglich, sich selbst wenigstens eine Nachricht zukommen zu lassen, damit er, bzw. sein jüngeres Selbst dem Bruder helfen könnte?
Verzweifelt ballte er die Fäuste, seine Beine gaben nach. Er schrie auf, als ihm die Endgültigkeit bewusst wurde, die ein Scheitern Sesshoumarus nach sich ziehen würde.
Was sollte er tun? Oder vielmehr: Was konnte er schon tun? Sein Bruder hatte gründlich nachgeforscht und alle denkbaren Möglichkeiten in Betracht gezogen. Auch dass er Versagen könnte. Seine Aufzeichnungen belegten dies.
Noch immer hielt er seine Fäuste geballt. Mühsam beherrschte er seine Aura, er wollte hier keinen Schaden anrichten. Als er durch das Fenster in den Garten gelangte, ließ er der angestauten Energie Raum. Sein Schrei verlor sich in der Luft, selten hatte er sich so hilflos gefühlt Selten war er derart verunsichert. Was sollte er tun? Was konnte er überhaupt tun? Er musste doch mehr tun können, als hier in dieser Zeit einfach nur abzuwarten?

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 30. Apr 2012, 15:17 
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hey, du liebe....
einfach wieder großartig und total spannend....freu mich schon wieder auf die fortsetzung...

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 1. Mai 2012, 17:47 
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Als Myouga den jungen Halbdämonen erreichte, hatte dieser sich weitestgehend wieder gefasst und war nun in ein brütendes Schweigen verfallen. Sein Blick war auf einen fernen Punkt gerichtet, den nur er wahrnahm. Myouga versuchte immer wieder Jüngeren anzusprechen, doch dieser reagierte überhaupt nicht. Es war gespenstisch den sonst so lebhaften und impulsiven jungen Mann so zu sehen. Und so griff der Flohdämon zu seinem letzten Mittel, dass er kannte, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen: Er biss zu.
Und wurde sofort zu Boden geschleudert. Die Augen, die ihn nun musterten, waren nahezu kalt und streng. Als wäre der Ältere ein ungehorsames Kind, dass nun zur Vernunft gebracht werden musste.
Unwillkürlich trug der HanYou für einen Augenblick das Antlitz seines Halbbruders zur Schau. Myouga musste blinzeln um sich dann zu vergewissern, dass es immer noch InuYasha war, dem er sich nun zuwandte.
„InuYasha, es ist lange her…“
Weiter kam er nicht, der Jüngere wandte sich ab und seine Stimme schien nur noch wie ein Lufthauch an einem verhangenen Novembertag zu gleichen.
„Wenn du auftauchst, steht es entweder sehr schlimm, oder aber es ist schon alles zu spät. Was ist es, was du mir sagen willst? Es hat mit meinem Bruder zu tun, nicht wahr?“
Der Flohdämon runzelte die Stirn. War sein Gegenüber sonst immer aufgebracht gewesen, hatte er sich nun um mindestens 180 Grad gedreht.
„Ich bin hier, um auf dich acht zu geben. Damit du keinen Fehler begehst,…“
Wieder wurde er unterbrochen. Die Stimme des anderen klang mit einem Mal um einiges rauer, als sonst.
„Wer sagt, dass ich einen Fehler begehen würde? Wer hat dir aufgetragen, auf mich und meine Handlungen aufzupassen? Was ist denn ein Fehler? Den einzigen Verwandten den ich noch habe, alleine gegen Naraku antreten zu lassen? Seinen möglichen Tod zu akzeptieren? Oder ihm in irgendeiner Weise beizustehen? Sag es mir! Was wiegt schwerer: Dass er vielleicht nie wieder kommt, oder dass ich ihm helfen will? Dass ich dazu verdammt wurde, nur zuzusehen und zu warten, wie immer?“
Die Stimme InuYashas war immer lauter geworden und dröhnte in den Ohren Myougas. Er seufzte. Er hatte gewusst, dass es nicht leicht werden würde, aber er konnte den Halbdämonen auch verstehen. Er war zum Nichtstun verdammt. Durfte seinem Bruder nicht nachreisen. Auch wenn dieser sich in tödliche Gefahr begab, musste er stumm sitzen bleiben. Myouga begann zu verstehen. Wieder einmal war der Jüngere dem Gefühl erlegen, nicht genug wert zu sein. Auch wenn er eigentlich sicherlich wusste, dass sein Bruder ihn längst anerkannt hatte, er fühlte sich ausgeschlossen.
„InuYasha, vertrau Sesshoumaru. Er kommt wieder. Und du kannst ihm hier dabei helfen, wieder eine Zukunft vorzufinden. Ist das denn nichts?“
„Er traut mir zu, dass ich ihn enttäuschen könnte, wenn ich nicht hier bliebe.“
Nun klang die Stimme bitter.
Und Myouga erschrak. InuYasha würde doch nicht wirklich etwas Dummes tun, oder? Er würde doch sicher die Gedanken des Bruders verstehen, oder etwa nicht?
Der Halbdämon sah den Älteren Dämon plötzlich an, und in seinem Blick lagen Verzweiflung, Unsicherheit, Halsstarrigkeit, Kampfgeist. Oh doch, dieser Junge würde womöglich doch etwas wirklich Dummes tun! Das wurde dem Alten nun klar. Er sah erschrocken dabei zu, wie sich der andere elegant in die Schatten bewegte und fast vor den Augen Myougas verschwand.
„Warte! Übereile nichts! Ich werde dir alles erklären, wenn du mich lässt! Aber reise ihm nicht nach durch die Zeit! Dadurch kann er nie wieder hierher zurückkommen! Warte!“


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 14. Mai 2012, 22:27 
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Sesshoumaru ging um den HanYou herum, auch dieser drehte sich mit derselben Geschwindigkeit, versuchte den Gegner nicht aus den Augen zu lassen. Beide lauerten auf einen Schwachpunkt, eine Unaufmerksamkeit des Gegenübers. Beide bereit zuzuschlagen, die Klinge im Fleisch des Gegners zu versenken. Bereit, den Boden mit Blut zu tränken.
Der Herr des Westens, Sesshoumaru, Zeitreisender, Rächer und Todbringer, wusste um die Listen und Tücken des Anderen, wusste, dass der Halbdämon nicht fair kämpfen würde. Er durfte ihm nichts schenken und das hatte er auch nicht vor.
Noch immer umkreisten sich die beiden Kontrahenten. Die Luft zwischen ihnen schien vor Spannung zu knistern. Dann, der HanYou Naraku griff an. Konnte die Anspannung nicht mehr aushalten und beging den ersten Fehler. Sein Hieb kam von oben, Sesshoumaru drehte sich unter den Hieb durch und stieß seinerseits von unten zu. Mühelos glitt die Klinge durch Muskeln und Sehnen. Ein Keuchen erfüllte die Luft, das erste Blut tropfte zu Boden. Schon schossen Tentakeln aus dem Rücken Narakus.
Sesshoumaru führte seine Klingen, als wären es Tanzstäbe, schnell und präzise schnitt er die Auswüchse ab, stieß dabei immer wieder scheinbar beiläufig nach dem eigentlichen Körper vor ihm. Schon hatten einige Wunden den Halbdämonen gereizt. Er beging den zweiten Fehler. Er stach durch die vermeintlich offene Deckung des DaiYoukais und wurde plötzlich in der linken Seite getroffen. Es ging nun immer schneller, dieser Todestanz. Das Klirren und Surren der Katanas ließ die Luft vibrieren.
Der jüngere Sesshoumaru beobachtete sein älteres Selbst, sah die Bewegungen, die so schnell und anmutig waren, dass es wirklich schien, als würde der Andere tanzen. Scheinbar mühelos brachte er dem Gegner immer mehr Wunden bei.
Schritte kamen schnell auf ihn zu. Menschliche Schritte, ein schneller Lauf von zarten Füßen.
„Kagome!“
Er sah sie durch den Gang laufen, ihr schwarzes Haar umfloss ihre Schultern, die braunen Augen ängstlich geweitet und dennoch strahlte sie eine solche Selbstsicherheit aus. Noch bevor sie stoppen konnte, hielt er sie in seinen Armen und hielt sie in der Energieblase, die sein älteres Ebenbild geschaffen hatte.
„Sesshoumaru!“ Ihre Stimme klang abgehackt und trotzdem klar wie ein Bach im Frühling. Sanft hielt er sie.
„Bleib bei mir, beweg dich nicht. Hier sind wir sicher.“
Stumm nickte sie. Und dann sah sie, wer mit Naraku da in dem Saal kämpfte.
„Aber…?“
„Ja, ich weiß. Wenn ich kann, werde ich es dir später erklären.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 14. Mai 2012, 22:49 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Mai 2012, 01:17 
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Myouga sah noch immer hilflos in die Schatten, in die der HanYou verschwunden war. Er wusste nicht, wie lange er nun schon einfach nur da stand. Auf jeden Fall lange genug. Langsam erwachte er aus seiner Starre. Was hatte der Junge nur wieder vor? Natürlich war es einerseits ungerecht, dass er nur zum Warten verdammt wurde. Aber andererseits…. Er konnte seinem Bruder auch im Weg stehen…
Nun blieb nur noch abzuwarten, was der junge Hitzkopf tun würde. Er selbst würde es sicherlich innerhalb des kommenden Tages erfahren. Entweder, er war dann noch da und atmete oder aber eben nicht. Wie sich wohl das Auslöschen dieser Zeit anfühlte? Konnte man es überhaupt fühlen? Oder geschah es einfach, ohne dass man es wirklich „erfuhr“?
InuYasha seinerseits war schon längst in seinen eigenen Gemächern und rüstete sich. Er konnte es nicht ertragen tatenlos dazusitzen und darauf zu hoffen, dass sein Bruder Erfolg hatte. Damals schon hatten sie viel Glück gehabt, dass dieser widerliche Emporkömmling Naraku vernichtet wurde. Und nun trat sein Bruder dem Scheusal allein gegenüber….
Wie er es hasste, zum Nichtstun verdammt zu werden. Er wusste, dass seinem Bruder dessen ganze Armee treu ergeben zur Seite stehen würde. Aber er ahnte auch, dass dieser Kampf dennoch auch anders ausgehen konnte. Vor allem, da Sesshoumaru wusste, dass das Leben der jungen Kagome auf dem Spiel stand.
Während er sich Tessaiga umgürtete, dachte er darüber nach, wie er vorgehen konnte, ohne die ganze Zukunft auszulöschen. Vielleicht wussten die Götter Rat?
Er musste es darauf ankommen lassen.
Schnell hatte er sich in seinen karmesinroten Haori gekleidet, trug nach Jahren wieder das Fell der Feuerratte. Und es fühlte sich gut an. Richtig gut. Er löste das Haarband, lies die Haare frei über die Schultern fließen und öffnete das Fenster. Er sah in den Abgrund. Vor ihm erstreckte sich der dunkle Garten des Anwesens und er sprang hinaus. Ohne noch einmal zurück zu sehen rannte er durch dunkle Strassen, dunkle Gassen, über Dächer und nahm die Richtung des Higurashi-Schreins. Hier war Kagome immer in seine Zeit gewechselt. In die Sengoku-Ära. Oh, es war so lange her….
Und es fühlte sich richtig an. Seine Gewissensbisse nahmen ab, seine Entschlossenheit wuchs. Auch wenn er vielleicht die Zeit änderte durch das, was er nun vorhatte, er würde es nicht bereuen.
Es kam ihm nicht in den Sinn, über seine eigene von ihm gegründete Familie nach zu denken. Dass er womöglich ihr aller Leben auslöschte. Das seiner Kinder, Rins Leben veränderte. Vielleicht seine Frau nie traf. Oder getroffen hatte. In seinem ganzen Denken und Fühlen gab es nur die unbändige Liebe zu seinem Bruder, den er nicht allein lassen wollte. Den er stützen wollte, sollte dessen Plan fehlschlagen und Kagome trotz aller Bemühungen sterben. Er musste gehen. Es gab keine Zweifel.
Er rannte so schnell wie selten zuvor. Und schon sah er auf dem Hügel den Schrein, sah den alten heiligen Baum, den einmal ein Blitz getroffen hatte und der nun wie ein Mahnmal mit toten Ästen in den Himmel zeigte.
Der HanYou stoppte erst vor dem alten Brunnenhaus. Und ohne sich umzusehen wandte er sich der Tür zu, die einen knarrenden Laut von sich gab, als er sie öffnete, ganz als wolle sie ihm nur unwillig gehorchen. Im Inneren roch es muffig, staubig, verlassen. Langsam trat er an den Brunnenrand. Dies war der einzige Zugang zu der Vergangenheit, von dem er wirklich wusste. Kurz sank er auf die Knie.
„Oh Kami, bitte erfüll mir den Wunsch, zurück in die Vergangenheit zu gelangen. Ich muss meinen Bruder erreichen, der mit deiner Hilfe in der Zeit zurückreiste. Bitte lass mich durch zu ihm!“
Dann schloss er die Augen, setzte sich auf den Rand, ließ die Beine baumeln. Atmete noch einmal tief ein und stieß sich ab.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Mai 2012, 01:44 
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Sesshoumaru, der noch immer mit seinem größten Widersacher kämpfte, nahm eine Verschiebung wahr. Es fühlte sich an, als würde eine riesige Welle durch das Raumgefüge rasen. Etwas war geschehen und er ahnte, was das war. Hatte sich sein jüngerer Bruder nicht an seine Anweisungen gehalten und war ihm womöglich doch irgendwie gefolgt? Obwohl er es verboten hatte?
Er fügte seinem Gegner eine weitere Wunde zu, schlug wieder auf dessen Körper ein, der aus so vielen anderen Dämonenteilen bestand. Und er war sich sicher, dass sein jüngerer Bruder auf dem Weg zu ihm war. Ganz gleich, was dieser Schritt nach sich ziehen würde. Er seufzte. Er hätte es wissen müssen.
Nun musste er sich einen neuen Plan die Rückkehr betreffend machen.
Doch erst würde er den HanYou vor ihm in die Hölle schicken.
Das Klirren der Katanas, die aufeinander trafen, erfüllte die Luft wie ein Stakkato.
Tief atmete der Halbdämon die frische, klare Waldluft ein. Wie hatte er das vermisst. In der Zukunft war alles so schrecklich eng geworden, so verbaut, so voll und so laut. Hier sangen die Vögel, die Luft war vom Schwirren der Insekten erfüllt. Alles war so rein. So klar. Er genoss es. Er war wieder zurück. Er hatte es geschafft. Und das machte ihm klar, dass dies seine eigentliche Zeit war. Alles andere war irgendwie eine gelebte Lüge.
Der HanYou warf den Kopf in den Nacken, genoss die Briese die durch sein Haar und sein Gesicht strich. Ja, er würde seinem Bruder nun helfen können. Schon rannte er los. Er hatte einen weiten Weg vor sich. Aber da er wusste, wo er hin musste, konnte er sicherlich auch auf direktem Wege dorthin gelangen, oder?
Und so rannte er den fernen Bergen entgegen. Mit einem Lächeln auf den Lippen und Freude im Herzen. Jetzt konnte er beweisen, dass er mehr tun konnte als nur zuzusehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 29. Mai 2012, 12:23 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 7. Jun 2012, 00:30 
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Der Wind spielte mit seinen langen Haaren, die hell in der Sonne leuchteten, fuhr ihm in die Kleidung, doch es fror ihn nicht. Die goldenen Augen waren auf den Horizont gerichtet. Seine Seele jubelte. Für diese Momente lebte er, war mit seinen Sinnen ganz im Hier und Jetzt. Sein Ruf wurde vom Wind mit getragen, er wusste, er würde gehört werden.
Augenblicke später vernahm er das vertraute sirrende Geräusch der Flügel. „Joni“, mehr musste er nicht sagen. Dieses Wesen wusste auch jetzt, wer er war. Ein Freund. Schon war es bei ihm, ließ ihn willig aufsteigen und gemeinsam erreichten sie die Wolkendecke und tauchten hinein.
In Sekundenschnelle hatte das herrliche Vogelwesen ihn an den Ort der Entscheidung gebracht. Als er zu Boden sprang, dankte er ihm, strich über den gewaltigen Schnabel. Dann war er wieder allein.
Er wandte sich um und ging in die Festung des Scheusals, dass auch sein eigenes Leben damals so durcheinander gebracht hatte. Nun war der Zeitpunkt der Abrechnung wirklich gekommen. Er lachte wieder. Ja, genau das war der Moment. Dafür hatte er gelebt. Keinen Gedanken hatte er an Konsequenzen verschwendet, an eine mögliche negative Reaktion seines Bruders. Nicht einmal hatte er bislang gezögert. Er wollte nun kämpfen. Er rannte durch die Gänge und Hallen, sprang über die Verletzten und Toten und beschleunigte noch einmal, als er den Bereich des letzten Kampfes erreichte. Er sah sich selbst in einem Raum. Doch er rannte weiter. Schön hörte er die Geräusche der Katanas, er nahm es ganz bewusst war. Ebenso den Geruch von Blut, Rauch, fast schon konnte er die Anspannung schmecken, die sich aus dem Saal ausbreitete. Er lief zu dem jüngeren Sesshoumaru, sah, dass Kagome bei ihm war. „Bleib bei ihr!“ rief er und schon sprang er an den beiden vorbei und in den Saal. Er sah, wie sein Bruder immer wieder scheinbar beiläufig Naraku mit dem Katana traf, wie er herum wirbelte und leichtfüßig über den immer schlüpfriger werdenden Boden huschte. Und er sah auch, dass Naraku schon reichlich geschwächt zu sein schien.
Sesshoumaru ließ sich von dem eintreffen seines Bruders nicht ablenken. Immer behielt er seinen Gegner im Auge. Doch auch er merkte langsam aber sicher, dass seine Kraft allein nicht ganz reichte, um dieses Monster ein für allemal zu besiegen. Und diese reine Frau, Kagome, wollte er nicht mit in den Kampf hinein ziehen, dann würde sie doch wieder sterben, und alles wäre umsonst gewesen. Dieser Naraku hatte weit mehr Reserven, als er gedacht hatte. Es erstaunte ihn eigentlich, dass dieser sich immer noch wehren konnte und anscheinend immer noch in der Lage war, die Hiebe zu parieren.
Aus dem Augenwinkel sah er die Bewegung seines jüngeren Bruders, der sich nahezu sofort in den blutigen Kampf einfand und nun auch begann auf den HanYou vor ihnen einzuschlagen. Dieser hatte nun wirklich gut zu tun, sich gegen die Attacken der beiden Brüder zu wehren. Diese gingen nun dazu über, ihre Attacken zu kombinieren. Immer heftiger wurden ihre Treffer, immer schneller die Schlagabfolge.
Naraku wusste, lange konnte er auf diesem Level nicht mehr durchhalten. Er musste die Entscheidung jetzt herbeiführen und er musste unbedingt gewinnen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 7. Jun 2012, 08:47 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 7. Jun 2012, 13:30 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 7. Jun 2012, 16:05 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 9. Jun 2012, 20:39 
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Wie ein sterbendes Raubtier wehrte sich Naraku gegen die heftigen Attacken der Brüder. Er blutete, aus unzähligen Wunden lief der Lebenssaft auf den Boden. Schweiß lief ihm über den Rücken. Alles was er hatte, hatte er eingesetzt um zu siegen. Dennoch hatte er keine Chance. Er wusste das. Aber er gab deswegen nicht auf. Nein. Er sah in die entschlossenen Gesichter seiner Feinde, sah, dass auch sie bluteten. Der Kampf hatte den Gegnern viel abverlangt. Für einen kurzen Moment konnte man nur das stoßweise Atmen der Männer hören. Dann schlugen sie wieder aufeinander ein.
Aber Naraku hatte noch ein Ass im Ärmel. Er hatte bemerkt, dass die Brüder beide einen Schwachpunkt hatten und den gedachte er nun auszunutzen um sich selbst zur retten. Er bewegte sich wieder, immer weiter. Im Kreis des Todes, er änderte die Richtung, sprang und wich aus. Fast war er da, nur noch ein kleines bisschen und er würde seine Klinge in die junge Frau stoßen, die da neben dem anderen Sesshoumaru stand. Wieso da auf einmal zwei DaiYoukais waren, interessierte ihn nicht, nur noch eines: Rache. Er wollte jetzt noch einmal die Rache kosten, da seine Niederlage nur noch eine Sache von wenigen Momenten war. Er spürte die reine Aura der jungen Frau genau hinter sich. Aber halt, da war noch die Schutzblase. Bevor nur einer der Anwesenden reagieren konnte, war er auf die Blase zugelaufen, versuchte mit seinem Katana sie zu durchstoßen und wusste im selben Augenblick, dass das ein vergebliches Unternehmen war. Also warf er das Katana einfach von sich und ehe die Schwerter der Brüder seinen Körper ein letztes Mal durchbohrten, befahl er seine Seele aus sich heraus und durch die Schutzblase. Ungehindert erreichte die Seele ihr Ziel: die junge Frau sackte bewusstlos in den Armen des jungen Sesshoumaru zusammen. Nur ein Gedanke: Ich habe doch gewonnen! Das war alles, was sie noch wahrnehmen konnte.
Entsetzt starrten der DaiYoukai und sein Halbbruder auf die junge Frau, die wie leblos in den Armen des Jüngeren lag.
„Nein!“


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 10. Jun 2012, 16:33 
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Die beiden Brüder betrachteten die leblos wirkende Gestalt in den Armen des jungen DaiYoukai. Zwar lag vor ihnen auch der zerschundene Leib ihres größten Feindes, Naraku. Aber für diesen hatten sie keinen Blick übrig. InuYasha fand als erster seine Sprache wieder. „Was ist mit ihr?“
Sesshoumaru seufzte. Er sah seinem jüngeren Ich in die Augen und sah dort nur Ratlosigkeit in den sonst kalten Augen schimmern.
„Sie beherbergt nun nicht nur ihre eigene Seele, sondern auch die Narakus. Sie sind nun in einem Körper. Was er in ihr anrichtet, können wir uns nicht vorstellen. Aber ich denke nicht, dass es angenehm ist….“
Der monotone Tonfall des Älteren hatte InuYasha aufsehen lassen.
„Wir müssen ihr helfen!“
Sesshoumaru sah nun zu seinem jüngeren Halbbruder.
„Nein, erst einmal müssen wir hier weg. Wir müssen uns sammeln und dann werden wir in den Westen gehen. Wir müssen auch sehen, was wir mit unseren jüngeren Ich machen. Denn du existierst ebenso wie ich nun doppelt. Das wird nicht lange so bleiben. Es ist ein zu großes Paradoxon. Das werden die Götter niemals zulassen. Wir werden entweder aufhören zu existieren, oder wir finden einen Weg, wie wir dieses umgehen können.“
Noch immer war seine stimme monoton. Er wandte sich um, sah noch einmal in den völlig zerstörten Saal, dann zu der Leiche ihres Feindes.
„Und ich denke, wir sollten seinen Körper mitnehmen. Wenn es einen Weg gibt, ihn aus Kagome heraus zu bekommen, wäre es von Vorteil, wenn wir seine Seele irgendwo lassen können, wo sie keinen Schaden anrichten kann.“
Mit diesen Worten drehte sich der Herr des Westens um und ging durch den nu dunkeln Gang, sein Weg führte ihn an den Mitgliedern seiner Truppen vorbei. Diese nahmen überrascht zur Kenntnis, dass er anscheinend zwei Mal vor ihnen stand. Wobei die erste Version ihres Fürsten für einige gewöhnungsbedürftig war.
Schließlich hatten sich alle gesammelt, hatten den Weg ins Freie gefunden, und entzündeten dieses Anwesen des Grauens. Sie ließen es einen Raub der Flammen werden, nichts sollte mehr davon übrig bleiben, nur Asche.
Die Toten und Verwundeten nahmen sie mit sich, sie sollten in der heimischen Erde bestattet werden und nicht in der Nähe dieses verfluchten Ortes.
Ihr Fürst, oder vielmehr die Fürsten, sowie die Halbbrüder gingen an der Spitze des schweigsamen Zuges.
Sesshoumaru fühlte, dass die Zeit gegen ihn arbeitet. Wenn er nicht eine Lösung fand, dann würden er und auch sein Halbbruder nicht mehr leben, vielleicht auch nie gelebt haben. Es konnte nicht sein, dass es sie zweimal gab. Er sah zu Inuyasha. Dessen älteres Selbst ging neben ihn und war ungewöhnlich schweigsam.
Schließlich sah dieser auf und ein kleines Lächeln huschte über seine Züge.
„Was wäre, wenn es nur einen Sesshoumaru und einen InuYasha gäbe?“
Der DaiYoukai sah ihn schweigend an.
„Was wäre, wenn es einen Weg gäbe, dass wir mit unseren hier lebenden Versionen eins werden und so nur einmal da wären?“
„Dann gibst du alles auf, was du in der Zukunft erreicht hast. Auch deine Frau und deine Kinder.“ Kam die kalte Antwort des Bruders.
„Ja, aber es kann ja sein, ich treffe sie hier wieder, oder nicht? Dann hätte ich nicht wirklich etwas verloren und könnte die Kindheit meiner Welpen noch einmal erleben…“
Der Jünger schien nicht daran zu denken, dass beide die Zeitlinie schon so geändert hatten, dass es auch sein konnte, dass er seine Frau niemals wieder sehen, geschweige denn sie zu seiner machen könnte. Doch Sesshoumaru schwieg dazu.
Schließlich sagte er nach einer Weile „Wir werden sehen…“

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 10. Jun 2012, 20:24 
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Lange schon hatten sie den Wald des Westens erreicht und waren dem Herschersitz schon nahe. Dennoch mussten sie noch eine letzte Rast einlegen, ehe sie ihr Ziel endlich erreichen würden.
Sesshoumaru sah den Männern zu, die schweigsam einige Feuer entzündeten und sich darum versammelten. Sie hatten sich an seine stille Anwesenheit gewöhnt, auch wenn sie immer wieder zu seinem jüngeren Selbst hinüber sahen. Doch dieser hatte ihm die Führung überlassen. Anscheinend merkte sein jüngeres Selbst, dass er dieselbe Person war, wenn auch älter. Sein Halbbruder hatte sich immer wieder mit dem jüngeren InuYasha unterhalten, auch ab und an gestritten, aber letztlich verhielt es sich beiden ähnlich.
Doch wie lange konnten die zwei älteren Versionen ihres Selbst neben den jüngeren existieren? Er wusste es nicht. Noch immer hatte er keine Lösung gefunden, egal wie sehr er darüber nachgedacht hatte. Er wusste nicht, wie er und sein Halbbruder in die Zukunft zurückkehren sollten. Davon ab, dass sich alles in ihm dagegen sträubte, die junge Frau, seine Kagome, so zurück zu lassen. Er musste Naraku aus ihr vertreiben. Nur wie, war ihm nicht klar.
Er hoffte, dass er bald eine Lösung finden würde, er musste eine finden.
Leise erhob er sich, wich in die Schatten der Bäume zurück und lief dann einfach los. Er musste sich bewegen. Das hatte ihm schon immer geholfen. So konnte er einen klaren Kopf bekommen.
Und so lief er durch die dunkle Nacht. Es war erstaunlich ruhig in dem Wald, kaum Geräusche waren zu vernehmen. Und schließlich erreichte er einen kleinen Bach, der seinen Weg glucksend durch das Unterholz fand. Hier blieb er stehen und sah in das fast schwarze Wasser hinab.
Sein eigener Blick begegnete ihm. Sein jüngeres Selbst stand an dem anderen Ufer des schmalen Baches. Seine eigene Stimme hallte zu ihm herüber. Seltsam unwirklich.
„Was wird nun passieren?“
Die Frage seines jüngeren Gegenübers war emotionslos, so wie er es von sich kannte.
„Ich weiß es nicht.“ Seine ehrliche Antwort.
„Wir stecken in einem Dilemma. Ich weiß, dass auch du es spürst. Es ist als verlören wir beide immer mehr an Substanz.“
Ja, auch er spürte es. Sein ganzes Sein schien zu flackern, als wollte es sich auflösen.
„Wir müssen bald eine Lösung finden. Lange halten wir es nicht mehr durch“, wieder die kalte Stimme seines Gegenübers, die nicht nur seine eigene Existenz meinte, sondern auch die des HanYou.
Er nickte unmerklich.
Ja, ihnen lief wirklich die Zeit ab. Es musste eine Lösung geben. Es musste einfach!


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 11. Jun 2012, 02:35 
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In tiefer Dunkelheit war sie gefangen. Nicht ein Licht drang zu ihr in diese Vollkommene Schwärze. Jede Hoffnung, jegliches Gefühl, schien verloren. Als habe es nie zu ihr gehört. Und es war so still. So still, dass es in ihren Ohren dröhnte. Doch sie empfand nichts dabei. Und schließlich wurde ihr klar, dass sie keinen Körper hatte. Sie war Nichts. Nichts weiter als ein treibendes Partikel durch die endlose Dunkelheit…
Alles hatte an Bedeutung verloren, nichts war mehr wichtig.
In der Finsternis erkannte sie, dass sie unbedeutend war. Wer war sie? Wer war sie schon? Nichts.
Die Erkenntnis schmerzte nicht. Sie war nicht länger imstande, etwas zu empfinden. Alles war unwichtig geworden.
„Du bist in der
Tat nicht einmal so wichtig, wie eine Amöbe. Deine Existenz ist Bedeutungslos….“ Eine Stimme, nicht ihre, sondern eine warme, männliche Stimme in der Dunkelheit.
Körperlos hallte ihr Flüstern durch diese Schwärze. „Ich bin Nichts….“
„Alles was du dachtest, alles was du fühltest, alles was du warst, ist ohne Bedeutung….“
Die Stimme schien ihr nahe zu sein und doch weit weg.
Zuerst wollte sie fragen, wer er sei. Doch dann begriff sie: Das war ebenso unwichtig, wie die Frage wer sie denn war. Persönlichkeit hatte hier keinerlei Bedeutung.
Es schien, als wäre eine Persönlichkeit nie wichtig gewesen….
„Du lässt los, du bist fast schon nicht mehr da…“ Wieder diese Stimme. War das Vorhandensein von Bewusstsein relevant?
„Lass weiter los… am Ende erwartet dich der Friede…“ Die Stimme war nicht nur warm, sie schien sie sanft zu streicheln, wie eine warme Sommerbriese.
Loslassen…es war so einfach, so natürlich.
Dann nahm sie noch etwas wahr. In der Ferne war etwas. War das Ferne? Sie wusste es nicht. Ein kleiner Funken. Ein zuckender Funken, wie ein Herzschlag. Mal heller, mal dunkler, aber beständig, hypnotisierend.
„Ist das der Frieden….?“
„Sieh nicht hin, sieh nicht danach. Es ist nicht wichtig, was es ist….“
Die warme, angenehme Stimme war irgendwie noch näher gekommen. Wenn das denn möglich war.
„Was ist das…?“
Sie empfand Enge. Etwas war ganz nah an ihr. Was schränkte sie nun ein? Arme? Es schien so, als nähme jemand sie in den Arm?
Wärme umhüllte sie wie ein schützender Mantel, lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Quelle dieser Wärme.
„Was tust du?“
„Dich schützen…“ Die warme, sanfte Stimme war so nah…
„Warum?“
„Weil du sonst verloren gehst…“
Schweigen.
Dann fragte die Stimme: „Vertraust du mir?“
Vertrauen. Das war ein Gefühl… Sie aber spürte doch nichts mehr? War das wichtig? Bilder tauchten auf, ließen sich nicht zurückdrängen. Vertrauen… Goldene Augen…. Da waren goldene Augen gewesen.
Silber… Etwas hatte die Farbe von flüssigem Silber….
Gold und Silber….
Ein Gesicht tauchte auf…. Ja, demjenigen, dem es gehörte, hatte sie vertraut. Und plötzlich war das Licht wieder vor ihr, das pulsieren war schneller geworden. Und noch immer konnte sie die warmen Arme des anderen spüren. Arme, die sie festhielten. Um sie zu schützen Wovor? Vor dem Licht? Irgendetwas an diesem Licht zog sie an….
Es war wichtig… Das Licht war wichtig!
Erinnerungen spülten über sie hinweg. Von einer Reise. Von zwei paar goldener Augen. Die einen wie ein Freund, die anderen so… anders. Hypnotisch, kalt, und doch warm….
„Bitte hör mir zu: Sieh nicht zu dem Licht! Lass dich nicht davon fangen….“
„Wer bist du?“
Auch wenn Persönlichkeit nicht wichtig zu sein schien, zumindest was ihre eigene anging, sie hätte gern gewusst, wer das war, der zu ihr sprach. Irgendwie kam es ihr falsch vor, sich von diesem pulsierenden Licht fern zu halten. Es kam ihr falsch vor, sich in der Nähe desjenigen mit dieser wunderbaren Stimme wohl zu fühlen. Moment… Gefühle….
Und alles schien wieder auf sie einzuprasseln. Alle Empfindungen die sie hatte. Schmerz, Hoffnung, Enttäuschung, Liebe, grenzenlose Liebe… Schmerz.
Alles in ihr ballte sich zusammen, ihr ganzes Sein wurde komprimiert und auf einen kleinen schmerzenden Punkt zusammen geballt.
Und dennoch, etwas veränderte sich. Sie nahm noch eine Helligkeit wahr in dieser Finsternis, erst schwach, dann immer stärker werdend. Es schien, als käme das Licht aus ihr heraus, aus den Grundfesten ihres Selbstes. Sie sah die Arme, die sie umfangen hielten und die so angenehm warm waren. Sie sah dunkles, langes Haar aus den Augenwinkeln, doch es war nicht ihres. Sie stutzte.
„Wer bist du?“ Wieder wisperte sie diese Frage. Sie wusste, er konnte sie hören. Doch er sagte nichts, zog sie nur fester in die Umarmung, die langsam zu einer Umklammerung wurde.
Das Licht vor ihr pulsierte noch immer verlockend, schien sie zu locken und sie wollte wirklich dorthin gelangen.
Doch derjenige hinter ihr, der nun stumm blieb, ließ sie nicht gehen.
Die Berührung war nicht unangenehm, sondern irgendwie beruhigend. Sie lehnte den Kopf nach hinten, fühlte den anderen Körper hinter sich, eine muskulöse Brust, so empfand sie es. Doch es fiel ihr nicht ein, wer das war. Ein unruhiges Gefühl machte sich in ihr breit. Gerne würde sie sich umdrehen, aber es ging nicht.
Seine Stimme an ihrem Ohr, wie ein Hauch: „Ist es dir denn wichtig, wer ich bin?“
Stille. Dann: „Ja…“


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 11. Jun 2012, 11:38 
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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 11. Jun 2012, 19:54 
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einfach nur genial, WOW...ich bin hin und weg...

das ist es...ja...genau das...mach weiter so....das macht so ein kribbeln im nacken, also ist es gut...


duuu....ich muss mal ein bisschen ausholen, um dir den oberen satz zu erklären.

hab mir gestern wieder mal die "Glen Miller-Story" angesehen...und immer, wenn ein Musikstück von ihm besonders gut war, dann sagte seine Frau, sie verspüre schon wieder dieses kribbeln im nacken....

und wirklich sind alle diese Arrangements von Glen Miller dann Welthits geworden...

denn er hat nach dem besonderen Klang gesucht...und nicht aufgegeben...

schreib weiter, liebe Le....ich bin schon gespannt, wie es weitergeht...

und danke! eine umarmung von noney smilies/blume0019.gif

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 22. Jul 2012, 23:13 
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Stille. Stille die sich nahezu ohrenbetäubend um ihn legte. Die Miko war stärker als er gedacht hatte. Ihr Selbst war noch immer kräftig genug, um ihm Widerstand zu leisten. Er seufzte unbemerkt in ihr dichtes Haar. Sie so nah an sich heran zu lassen, bereitete ihm Magenschmerzen, wenn er einen hätte. Längst war ihm klar, dass sein eigner Körper tot war. Es gab für ihn nur noch eine Möglichkeit zu existieren: In ihr, entweder mit ihr zusammen, oder indem er ihren Körper übernahm. Dafür musste sie allerdings diesen loslassen und sich dem Nichts hingeben.
Die zweite Möglichkeit kam für ihn nicht in Betracht. Sie war einfach indiskutabel. Sie müssten eine Symbiose eingehen, ihre Seelen müssten miteinander verschmelzen. Doch das würde er niemals zulassen, ebenso wenig wie sie. Und er hatte auch schnell gespürt, dass ihre Seele bereits einer anderen zugetan war.
Beinahe sanft drückte er ihre Seelengestalt noch enger an sich, spürte ihren inneren Kampf, der sich langsam anbahnte.
Sie konnte nicht aufhören zu fragen. Was sollte er ihr sagen? Das er ihr Feind war und nun ihren Körper wollte, um zu leben? Wohl kaum. Die Wahrheit niemals. Aber was konnte er ihr mitteilen? Über kurz oder lang würde sie spüren, wer sich an sie klammerte.
Sie spürte, dass mit dem Mann, der hinter ihr war, etwas nicht stimmte. Sie spürte eine dunkle Macht von ihm ausgehen, die sie zittern ließ. Das Licht, dieses pulsierende Leuchten, war noch immer vor ihr und sie ahnte, dass sie wie auch immer, dorthin gelangen musste.
Wieder verging ein Augenblick, obwohl die Zeit hier ohne Bedeutung war. Woher sie diese Gewissheit hatte, wusste sie nicht. Nur eines konnte sie mit Sicherheit sagen: Das ehemals beruhigende Gefühl, dass dieser muskulöse Körper in ihr hervorgerufen hatte, war eine beängstigenden Unruhe gewichen. Sie musste hier weg! Jetzt!
Er bemerkte ihre Unruhe und auch ihr wachsendes Misstrauen. Sie hatte sich weiter von dem Nichts entfernt. Er war so nah dran! So nah! Er musste gewinnen! Zuviel stand auf dem Spiel. Sein Leben, seine Pläne, seine Rache. Er durfte nicht verlieren und so ging er einen Schritt weiter und drehte die junge Frau in seinen Armen um.
„Naraku…“ Die Erkenntnis traf sie wie ein Fausthieb.
„Ja…“ Noch immer hielt er sie in seinen Armen, hatte sofort gespürt, wie sie sich versteift hatte.
„Was tust du hier?“ Ihre Stimme klang atemlos.
Der Halbdämon sah ihr lange in die Augen, die so warm schienen. Er hätte darin verbrennen können, wenn sie es gewollt hätte. Wenn sie gewusst hätte, dass sie das mit ihrer Seele befehlen könnte. Doch so sah er sie nur an. Es war ihm unmöglich, gleich zu antworten. Viel mehr beschäftigte ihn, wie er bekommen könnte, was er wollte. Was er brauchte. Er musste unbedingt weiter leben. Es war ihm gleich, ob sie sich dabei auflöste und aufhörte zu existieren.
Sanft strich er ihr mit einer Hand über das seidige Haar, betrachtete sie genau. Sie war hübsch, keine Frage.
Aber noch lange nicht so faszinierend, dass er seinen Verstand verlor.
„So wie du mich siehst, bin ich wirklich. Kein Wesen, bestehend aus unzähligen anderen sondern ein Halbdämon. Ich wollte ein vollwertiger Dämon werden, ja, aber ich weiß, dass ich dieses Ziel nicht erreichen werde…“

….

Das Gespräch in den dunklen Sphären zwischen Leben und Tod blieb von den anderen unbemerkt. Niemand konnte es verfolgen. Und doch…
Der Herr des Westens hatte eine Ahnung. Etwas ließ seine Geliebte zwischen dem Diesseits und dem Jenseits verweilen. Und er hatte noch in sich die Hoffnung, sie in das Diesseits, zu ihm selbst, zurückholen zu können. Auch wenn sein jetziger Körper ihm nicht mehr lange Zeit ließ.
Sein Blick irrte zu den Sternen. Was konnte er noch tun? Was konnte alles retten? Seine goldenen Augen blieben an dem kalt schimmernden Gestirn des großen Hundes hängen.
„Vater… bitte hilf mir…“
Ehe er es selbst registrierte hatten ihn diese Worte verlassen.
Der Tod selbst schien es in diesem Augenblick passend zu erachten, der Welt ein Ohr zu leihen. Und so nahm die dunkle Gestalt die leise Bitte des großen Hunde-Youkais wahr.
Tief unter den Bergen….
In der Dunkelheit der Erde….
Unter dem Gestein, dass drückend auf den Gemmen liegt….
In der Finsternis….
Schlägt das Herz….
Schlägt leise, beständig. Und kommen einst Zeiten der Not, so wird er wieder erwachen. Und herauskommen aus den Tiefen des Berges, der in den einsamen Landen unweit des Sees liegt.

Und so kam es, dass das Leid der Youkais, der beiden ungleich erscheinenden Brüder, seine Söhne, auch bis zum Herz des einsamen Berges vordrang. Das Leid durchdrang die Düsternis des Berges. Und weckte etwas, was niemals wieder erwachen sollte. Es regte sich in den Tiefen. Es streckte sich….

Das Herz begann, lauter zu schlagen. Immer lauter. Es weckte den Geist und mit ihm den alten Schwur.

Ohren, die schon so lange keinen Laut mehr vernommen hatten, hörten. Hörten die leise Bitte des Erstgeborenen.
„Vater… bitte hilf mir…“

Und die leise Bitte der Verzweiflung und der Ahnungslosigkeit drang tief hinab. Bis zum finsteren Herz des Berges, dessen erwachendes Glühen die Dunkelheit erhellte. Schimmernde Lichtpunkte tanzten über die glatt geschliffenen Wände der Kaverne, in zartem Licht spülten sie die Dunkelheit fort. Und der erstarrte Körper füllte sich wieder mit Leben. Das Herz pulsierte, das Blut erwärmte sich. Er erwachte, löste sich aus der Starre.

Steif reckte die Gestalt die Glieder, die so lange nicht mehr bewegt wurden, die so lange nicht benötigt wurden. Langsam erhob sich die Gestalt von ihrem Lager aus Knochen und Stein. Gold glimmende Augen sahen blind in die Finsternis.
Die Stimme, rau und kratzig, leise widerhallend von den kalten Wänden: „Ich komme….“

….

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 22. Jul 2012, 23:52 
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….

Eine Gestalt raste über den Wald hinweg, immer weiter Richtung Westen, schneller als das Licht der Sterne, die bereits vor der herannahenden Morgendämmerung verblassten. Die Gestalt, nur ein Schemen in der schwindenden Nacht. Ungreifbar, Unfassbar. Er hatte sich aus seinem langen Todesähnlichen Schlaf erwecken lassen. Durch den Ruf des eigenen Blutes. Durch den leisen Ruf seines verzweifelten Kindes. Er musste ihn erhören. Er konnte gar nicht anders handeln. Alles was zählte, schon immer, waren seine Welpen gewesen. Auch wenn er seinen Söhnen nie der Vater hatte sein können, wenn er sie entgegen seiner eigenen Wünsche allein lassen musste.
Und jetzt schien es so, dass er seinen eigenen letzten Wunsch erfüllen könnte. Seine Söhne brauchten ihn, brauchten seine Hilfe. Und er würde alles für sie tun. Auch wenn er wusste, dass er danach wieder in das stille, kalte Grab zurückkehren musste. Hatte er doch in dieser Welt keinen Platz mehr.
Doch nun raste er weiter. Der Geruch seiner Kinder wehte schon leicht um seine Nase. Aber auch der Geruch von Blut, von anderen, die verletzt waren. Einige waren dem Tod näher, als andere. Und noch etwas nahm er wahr: ein ganz zarter Hauch von Kirschblüten, Reinheit wie frisch gefallener Schnee an einem frostigen Wintermorgen, eine Frau?!
Er kam dem Lagerplatz näher und er erkannte, dass viele Krieger anwesend waren. Dies waren diejenigen, deren Geruch er hatte wahrnehmen können. Der Geruch von Blut. Es waren Soldaten, wie er schnell erkannte. Und sie alle trugen das Wappen seines eigenen Herrscherhauses.
Und dann sah er sie. Seine beiden Söhne. Sie standen etwas abseits von den anderen, an einen Baum gelehnt. Ihre Gesichter unnatürlich bleich. Und vor ihren Gestalten sah er noch einmal die Söhne, scheinbar älter, ätherischer, fast flackernd, als würden sie schwinden…
Lautlos kam er auf dem Boden auf, ungesehen, ungehört. Und ebenso leise näherte er sich den Welpen. Während sein Ältester ihm selbst ähnlich sah, erkannte er in dem Jüngeren eindeutig dessen menschliche Mutter wieder. Für einen Augenblick schloss er die Augen. Und als er sie wieder öffnete, sahen ihm vier Augenpaare entgegen, die Hände an den Schwertern. Sie waren wachsam. Gut so.
Er trat langsam aus den dunkleren Schatten der Baumstämme in dem von flackernden Feuern erhellten Platz. Und während InuYasha ihn misstrauisch musterte, wurden die Augen Sesshoumarus unwesentlich größer.
„Vater…. Du bist gekommen…“

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Jul 2012, 00:11 
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InuYasha sah verblüfft seinen älteren Bruder an, dann wanderte sein Blick auf die groß gewachsene Gestalt des Kriegers vor ihm. Dieser sah grau aus, auch wenn das silberne Haar, in einem Pferdeschwanz gebunden, im Licht der heraufziehenden Dämmerung schimmerte und die Augen ebenso golden waren wie die seinen oder die des Bruders. Ebenso klar und kalt. Tödlich kalt mochten sie auf Feinde wirken, doch der Blick, der auf ihnen ruhte war warm und milde.
„Ich habe deinen Ruf gehört, Sohn. Was ist euch geschehen, dass ihe meine Hilfe braucht?“
Die Stimme des Vaters klang, als wäre er heiser.
„Ich dachte du seiest tot…“ Fassungslos sah der HanYou zu dem Mann auf, der tatsächlich noch etwas größer als Sesshoumaru war.
Der Krieger lächelte. Nur kurz, aber er hatte es gesehen.
„Das bin ich. Aber mein eigener Wunsch, mein eigener Schwur ließ es zu, dass ich euch beiden, meinen Söhnen, zu Hilfe kommen kann, wenn eure Not groß ist und ihr meiner Hilfe benötigt.“
Sesshoumaru neigte das Haupt vor dem Vater. So wie er es als Kind einst tat.
„Vater, wir schwinden. Denn wir sind durch die Zeit gereist. Wie können wir überleben? Wie können wir den Prozess stoppen?“
„Ich sehe es bereits, ihr seid durchscheinend. Sesshoumaru, lass mich in deine Gedanken sehen, lange Erklärungen können wir uns nicht erlauben. Die Zeit selbst ist jetzt unser größter Feind, wie mir scheint.“
InuYasha beobachtete, wie der Vater die Hände ausstreckte und sachte die Schläfen des Bruders berührte. Sesshoumaru schloss die Augen. Früher hatte er es gehasst, wenn sein Vater auf diese Weise mit ihm kommunizierte, einfach in seine Gedanken eindrang. Doch nun blieb ihnen keine andere Wahl. Und so ließ er es zu.

….

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Jul 2012, 01:09 
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Die Gedanken des Jungen waren klar, seine Entscheidungen beruhten wie immer auf einer glasklaren Logik. Und doch nahm der Vater mit Verwunderung wahr, dass diese Entscheidungen ab einem bestimmten Zeitpunkt von etwas anderem geleitet wurden, als dem Bedürfnis heraus, stärker zu werden. Er stutzte, als er in den Gedanken des Sohnes die Frau sah. Eine Frau, sanft, dennoch mutig und entschlossen. Die ihm ohne Scheu entgegen getreten war. Zwar mit Respekt, aber ohne jegliche Angst. Und er spürte in den Gedanken seines Sohnes, wie dieser langsam immer mehr Interesse an dieser Frau hatte.
Und wie sich das Interesse in Liebe wandelte. Er sah die Frau sterben. Und erlebte die Einsamkeit des Sohnes durch all die nachfolgenden Jahrhunderte in einem einzigen Moment. Auch der Entschluss, durch die Zeit zurück zu kehren, den Feind von einst endgültig zu besiegen. Alles war logisch durchdacht. Doch dann hatte der jüngere seiner Söhne das Zeitgefüge vollends durcheinander gebracht, indem er dem Bruder zu Hilfe eilte, ungeachtet der möglichen Konsequenzen. Und nun standen sie hier. Einmal aus der Zukunft kommend, die nun geschwunden war, und aus der gegenwärtigen Zeit, die ebenfalls durcheinander war. Und die Zeit selbst versuchte sich zu heilen und die „überflüssigen“ Personen los zu werden.
Und er verstand. Wenn sich keine Lösung finden ließ, würden seine Söhne aufhören, zu leben. Sie würden endgültig von der Zeit selbst getilgt werden.
Etwas, was er niemals zulassen konnte. Nicht seine Söhne!
Sanft zog er sich aus den Gedanken des Sohnes zurück. Noch immer berührte er dessen Schläfen, strich sanft über das Gesicht seines Kindes.
„Ich lasse das nicht zu!“
Ernst sah er zu seinem Jüngsten.
„InuYasha…“
Goldene Augen, seinen eigenen so ähnlich, sahen ihn verwundert an.
„Sohn… Du siehst deiner Mutter unglaublich ähnlich….“
Sie Stimme des Vaters war leise gewesen, dennoch hatte er sie vernommen.
Verlegen ließ er den Blick sinken.
„Ich lasse das nicht zu.“
Der imposante Krieger, der große DaiYoukai des Westens erhob die Stimme, erst leise, dann immer mehr an Kraft gewinnend hallte sein Ruf durch den dämmerigen Wald. Die Soldaten des Westens schreckten aus ihrem leichten Schlaf auf. Sahen verwundert auf die Gestalt, die neben den jungen Herren stand und den Kopf in den Nacken gelegt hatte und nun die Timme kraftvoll anschwellen ließ. Bis der Ruf tosend durch die die eben noch stille Luft flog.
Es gab nur eine Kraft, die hier Abhilfe schaffen konnte. Nur eine Macht, die das Wunder bewerkstelligen konnte. Und der große InuYoukai hoffte, dass er erhört werden würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 23. Jul 2012, 01:40 
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Sonnenstrahlen erhellten das dämmerige Zwielicht des Waldes.
Vögel und andere Tiere waren längst erwacht und gingen geschäftig ihren Aufgaben nach, die das Leben selbst an sie stellte. Und dazu gehörte auch immer die Unausweichlichkeit des Todes. Jagen, töten, sich ernähren und dem anderen Nahrung sein. All das waren die ewigen Kreisläufe. Und er wusste das besser als jeder andere. Denn er selbst war der Tod. Der Tod eines jeden Lebewesens. Alles was atmet, muss irgendwann einmal sterben.
Der schwarze Umhang, der die Düsternis des Universums selbst in sich aufnahm, umwehte die schlanke Gestalt, die lautlos durch den Wald wandelte. Verborgen durch eine Kapuze, die die Gestalt tief in das Gesicht gezogen hatte, glitt der Lidlose Blick über die starken Äste der Bäume. Jede Bewegung, sie sie noch so gering, nahm die Gestalt wahr, jeden Laut hörte sie, und sei er noch so leise.
Umso heftiger trafen die empfindlichen Ohren auch den machvollen Ruf, der nun durch den Wald brandete wie aufgewühlte Wellen an eine steile Felsenküste.
Ein Ruf, dem er sich nicht entziehen konnte.
Gebunden an ein Versprechen konnte er es nicht ignorieren, dass der große Krieger ihn nun rief.
Lautlos seufzte die Gestalt. Es war also an der Zeit, dass Versprechen einzulösen und den dafür geforderten Preis ein zu fordern.
Endlich. Endlich würde er die Seele dieses unbeugsamen Youkai bekommen.
Und so machte sich die Gestalt auf den Weg, hin zu dem Verursacher dieses Rufes.
Schneller als der Schall raste die Gestalt hin zu dem Krieger. Nahm schon von weitem dessen vertraute Gestalt wahr.
„Es ist lange her….“ Die Gestalt kam neben dem Krieger zum stehen. Es schien, als würden sich Schatten innerhalb eines Augenblickes verdichten und eine Gestalt formen. Eine Gestalt, die durchaus real schien, dennoch nicht begreifbar schien. Die beiden Söhne des Inu no Taisho waren überrascht. Doch während Sesshoumaru sich keinerlei Gefühlsregung anmerken ließ, weiteten sich die Augen des Jüngeren ungläubig. Die kalte, leblose Ausstrahlung des Neuankömmlings, der Geruch, der von ihm ausging, nach Moder und Verwesung, war atemberaubend.
„Ja, wirklich lange…“ Die leise Erwiderung des Großgewachsenen.
Die Kapuzengestalt schien ihren Blick zu den beiden Söhnen des Youkais gleiten. Schnell hatte er erfasst, welches Problem sich hier vor ihm auftat.
„Deine Söhne werden ausgelöscht, Freund.“
„Ja. Ich weiß. Deswegen habe ich dich gerufen. Wenn du sie retten kannst, werde ich meinen Teil des Versprechens einlösen.“
„Du hast gar keine andere Wahl, mein Freund. Wenn ich deine Söhne rette, musst du diesmal mir folgen. Es wird keinen weiteren Aufschub für dich geben.“
Die Stimme des Fremden, gänzlich ohne Emotion, ließ Sesshoumaru unwillkürlich frösteln. Er erahnte, wer da zu ihnen gestoßen war. Der Tod. Dies war der Tod!


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Jul 2012, 00:44 
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Hey liebe Leser....
Es kann ja sein, dass einige gar nicht wissen, wie die Originalfigur Sesshoumaru aussieht....

Hab da ein Video gefunden, mit herrlich aufputschender Mucke...
Also, der junge Typ mit dem hellen Haori und der hellen Hakama, mit dem Fusselplüsch auf der Shulter und den offenen Haaren, das iss er ....
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Und das ist die richtige Mucke für leichte Metzelattacken beim schreiben....*sfg*

LG

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Jul 2012, 00:49 
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Und hier mal ein Bild....*rrrrRRroarrrrRRR*

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Klappt nur mit dem Link, nicht als angezeigtes Bild, leider, sorry....

GLG

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Jul 2012, 09:10 
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Danke Le, das Bild kommt dem nahe, wie ich ihn mir vorgestellt habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 24. Jul 2012, 18:07 
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Hey Muse,
ob dus glaubst oder nicht:
Ich kannte mal einen jungen Mann, der sah dem sehr ähnlich. Da hab ich gedacht "Alter, was ne Sahneschnitte!" Der war echt hübsch anzusehen *sfg* :viannen_102:
Aber leider Dumm wie Brot.....
Konnte ich nix machen....
Naja.
Aber echt hübsch... :kichern:

GLG

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 Betreff des Beitrags: Re: Sesshoumarus Reise II
BeitragVerfasst: 25. Jul 2012, 00:38 
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Der große Inu no Taishu hatte bemerkt, dass seine beiden Söhne durchaus wussten, wer der Neuankömmling in ihrem Lager war. Und auch, dass sich zumindest sesshoumaru im Klaren war, von was der Tod eben gesprochen hatte.
Doch das spielte keine Rolle. Es war bedeutungslos. Nur das Überleben der Welpen und damit seine eigene Unsterblichkeit, die er sich durch ihr Leben sicherte, waren wichtig. Denn wenn sie lebten, würde auch immer ein Teil von ihm selbst leben.
Sein Blick glitt zu Boden. Trotz dieses Wissens tat es weh, in die Augen der Jungen zu sehen. In die Augen des Älteren, die voller unterdrücktem Schmerz und Leid und sogar Angst waren. In den Augen seines Jüngsten spiegelten sich vor allem Neugierde, Unmengen von Fragen und bohrendem Wissensdurst, aber auch Liebe wieder.
Und wie oft hatte er es sich gewünscht, diesen beiden nahe zu sein. Und nun war seine Zeit hier unter den Lebenden so begrenzt.
Sein Blick glitt wieder über die Gesichter seiner Söhne, weiter hinauf zu dem klaren blauen Himmel. Und ihm wurde bewusst, wie dankbar er eigentlich sein konnte. Ihm war etwas vergönnt, was andere niemals haben würden. Er konnte die Zeit mit seinen Kindern nutzen und ihnen Trost bieten, Schutz geben… Auch wenn das vielleicht nicht in dem Sinne nötig sein würde. Er konnte für kurze Zeit ein Vater sein.
Ein lächeln schlich auf seine ebenmäßigen Züge. Ja. Er würde die Zeit, und sei sie auch noch so kurz, genießen.
„Tu, was du tun musst, alter Freund. Ich zahle den Preis!“
Die Kapuzengestalt nickte und wand sich den beiden immer weiter schwindenden Gestalten zu. Den Söhnen desjenigen, dessen Seele ihm wichtiger war als alle anderen. Denn dieser Youkai hatte damals, als er sterben sollte, es doch tatsächlich geschafft, ihn, den Tod selbst, über das Ohr zu hauen. Hatte ihn zu einem Handel, einem Versprechen hingerissen. Nur deswegen war er nun in dieser Situation. Die Lidlosen Augen glitten über die beiden Brüder, nahmen die immer kürzeren Intervalle ihres Flackerns wahr, das von ihrer baldigen Auflösung kündete. Bislang hatte selbst der Tod ein solches Phänomen noch nie gesehen. Aber bislang war auch niemand so minderbemittelt gewesen, die Zeit selbst überlisten zu wollen. Er schnaubte. Welch Ignoranz!
Langgliederige Finger erhoben sich, strichen wie ein Windhauch über die Häupter der beiden Brüder, fuhren unendlich sanft durch das Haar der beiden. Noch immer ließ er sie nicht erkennen, was er sah. Er sah, wie ihrer Auren sich wabernd veränderte, langsam immer mehr sich auflöste. Bald würde alles Dämonische von ihnen abfallen. Sie würden zu gewöhnlichen Sterblichen werden, ehe die Zeit ihren Tribut forderte.
Ein letztes Mal wandte er sich zu dem großen Krieger um.
„Ich werde sie an einen Ort bringen, an dem die Zeit keine Macht hat. Dort kann ich arbeiten. Wache hier über die anderen. Denn ich spüre, dass hier noch eine weitere Macht am Werke ist. Wende dich der Frau zu! Ihr kannst du vielleicht helfen, den Weg aus der Dunkelheit zu finden.“ Die Worte waren leise gewesen. Doch Sesshoumaru hatte sie dennoch vernommen. Doch bevor er auch nur etwas sagen konnte, oder sich gar noch einmal zu der jungen Miko umwenden konnte, fasste der Tod seine und die Hand seines Bruders und schon löste sich ihre Umgebung auf.



Während seine Söhne nun also in der Obhut des Todes waren – welch Ironie! – wandte sich der große InuYoukai sich um. Langsam schritt er zu den Soldaten seines Sohnes. Einige sahen müde zu ihm auf, andere warteten stumm auf seine Anweisungen.
„Schickt Boten aus zum Palast. Schickt nach den Heilern. Sie sollen sich beeilen. Sonst werden einige diese Nacht nicht überstehen! Beeilt euch!“
Seiner Anweisung gehorchend sprangen drei junge Youkais auf und liefen schnell, um den Auftrag auszuführen.
Niemand wagte es, diesem Respekt einflössenden Wesen zu widersprechen.
Und er selbst hatte ebenso noch etwas zu tun. Anscheinend war seinem sonst so kühlen Sohn diese Frau sehr wichtig. Sonst hätte er niemals eine solche Reise gewagt. Sie musste ihm mehr bedeuten, als das eigene Leben.
Nun stand er vor ihrem anscheinend leblosen Körper. Doch er bemerkte schnell die flache Atmung, den langsamen Herzschlag. Sie stand mehr an der Schwelle des Todes, als auf dem Weg zurück in das Leben. Er spürte es. Und er nahm noch etwas anderes an dieser Frau wahr. Neben ihrer ihr eigenen reinen Aura bemerkte er etwas seltsam ungreifbares, etwas Dunkles. Er konnte es nicht richtig mit seinen Sinnen erfassen, aber es schien sie fast vollständig zu vereinnahmen.
Sie war schön, erschien wie ein Wesen jenseits der Realität, nicht wie ein einfacher Mensch. Ein Mensch. Wieder etwas, was ihn erstaunte. Soweit er wusste, band sich sein Sohn nicht an schwächere Wesen. Also musste etwas an der Frau sein, was er auf den ersten Blick nicht sah. Und wie zuvor bei Sesshoumaru berührte er nun auch sanft die Schläfen der jungen Frau vor sich. Um in ihre Gedanken eintauchen zu können. Auch wenn sie bewusstlos war, ihre Gedanken waren es sicherlich nicht. Er schloss die Augen um sich besser konzentrieren zu können. Richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf die Frau.
Zwar wusste er nicht, was ihn erwarten würde in den Gedanken dieser Person, dieser Miko. Aber sicherlich nicht nur ihre Reinheit. Zum Glück war er eigentlich schon tot. Diese Reinheit hätte ihn sonst sicherlich getötet. Das war weit mehr, als er unter normalen Umständen aushalten könnte. Umso mehr war er über seinen Sohn verwundert.
„Was bist du nur, Frau?“ Seine Frage, lautlos nur in Gedanken an sie gerichtet.


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Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


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