Am Anfang war die Feder

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 Betreff des Beitrags: FF zu Sesshoumaru / InuYasha???
BeitragVerfasst: 16. Sep 2011, 18:16 
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Lehrer (09)
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Moinsen,
wollte gerne mal Betaleser haben zu folgender angefangener Geschichte, um Kritik egal welcher art wird bitte danke gebeten!

Also, hier, ist noch nich fertig, aber ich will wissen, ob mans gut lesen kann:


Nacht war es geworden. Einsamkeit senkte sich wieder in sein Herz. So vertraut, so bekannt. Es war wie jeden Tag, wie jede Nacht, seit undenkbar langer Zeit fühlte er sie. Wie ein altbekannter Weggefährte kam sie ihm vor. Er konnte sich nur verschwommen an die Zeit erinnern, als es noch anders war. Er noch fühlte. Wie ein lästiges Insekt verscheuchte er diese Gedanken. Er wollte sich nie wieder erinnern. Wollte sich nie wieder so fühlen, wie damals. Deshalb verbot er sich jede noch so kleine Erinnerung, jede noch so winzige Gefühlsregung. Einzig und allein die Regung der Wut erlaubte er sich noch.
Langsam blickte er sich um. Der Wald wisperte im leichten Wind, der bleiche Mond schmückte sich mit Wolkenfetzen. Er roch die feuchte kühle Erde, das würzige Laub, hörte die Geräusche der nachtaktiven Tiere, die hier lebten und ungeachtet seiner Anwesenheit umherhuschten. Weiter wanderte sein blick, hin zu der warmen Glut des ersterbenden Feuers, dessen Wärme er gar nicht benötigte. Er sah in das Gesicht seiner neuesten Reisegefährtin. Ihre entspannten, kindlichen Züge, die langen dunklen Wimpern, die kleine Nase, der hübsch geschwungene Mund, die Andeutung der Grübchen. Er betrachtete sie völlig unbewegt. Er hatte das kleine Mädchen aus den Klauen des Todes gerettet. Warum? Er wusste darauf keine antwort. Aber jetzt war sie hier. Hatte sich schnell an sein Leben, die ewige Wanderschaft gewöhnt. Aber ab Morgen würde sie unter ihresgleichen leben lernen. Er wollte im Grunde seines kalten Herzens, dass sie glücklich werden sollte. Er wollte, dass sie, dieses unschuldige Kind, ein erfülltes Leben habe. Anders als er. Er wusste, er hatte sich schon zu sehr an ihre Anwesenheit gewöhnt. An ihr Lachen, an ihre Naivität, wie sie nur von einem Kind kommen konnte.
Mit ausdrucksloser Miene erhob er sich. Ein Seufzer entfuhr ihm. Er würde nun ihr das erste und wahrscheinlich letzte Geschenk machen. Sie sollte für den Start in ihr neues Leben schön sein und sich endlich wie eine Prinzessin fühlen.
Mit einem Satz stand er vor seinem schlafenden Diener, weckte ihn unsanft und nachdrücklich. Dieser war auch sofort wach. Ohne das ein Wort gewechselt wurde, wusste Jaken, dass sein Herr jetzt gehen würde. Stumm setzte er sich an die Glut, entfachte das Feuer neu und blickte seinem Herrn nach. Lord Sesshoumaru, Herr der westlichen Länder. Dieser war schon längst weg, flog über das weite Land. Hin zu dem Schloss, dem er niemals gerne nahe kam. Seit damals. Schon war er über die Schlossmauer hinweg, hineingerannt und lief nun zügig durch die dunklen Gänge. Hin zu einem bestimmten Raum. Einst war es das Zimmer seiner Mutter, ihr Geruch war noch immer hier, so als würde sie selbst jeden Augenblick durch die Tür treten.
Unwillig schüttelte der Herr des Westens die silberne Mähne, ging zielsiecher zu einem Schrank. Er besah die kostbaren Gewänder, Seide raschelte als er ein bestimmtes ergriff. Es war Himmelblau und silberne Fäden waren in der Form eines Wappens eingestickt. Schnell griff er einem Impuls folgend ein kleines Diadem.
Dann stürmte er auch schon wieder davon. Wieder im Wald, konnte er schon den Geruch des nahenden Morgens einatmen. Die Gerausche veränderten sich.
Und noch ein Geruch stieg ihm in die Nase. Kirschblüten. Sie war gekommen.
Schnell eilte er zu dem Lagerplatz und damit auch zu dem kleinen Mädchen, dass noch immer friedlich schlummerte. Ohne sie zu wecken, nahm er sie in seine Arme und ging dem leichten Geruch von Kirschblüten nach.
Sanft und lautlos wie ein Schatten näherte er sich der jungen Miko an dem Bach. Das Kind schlief noch immer, drehte den Kopf zu seiner Brust. Ihr Kopf lag nun direkt auf seinem Herzen. Und für einen kleinen Moment setzte es kurz aus und ein trauriger Ausdruck schlich sich in seine Augen, als er das Kind betrachtete. Aber genauso schnell hatte er sich wieder unter Kontrolle. Er sah zu der Miko. Bemerkte, dass sie wirklich allein war. Dafür war er ihr dankbar.
Sie hatte ihn bemerkt, drehte sich zu ihm um und hatte die Trauer in seinem Blick wahrgenommen. Sie ließ es sich aber nicht anmerken.
Nun stand er vor ihr, atmete ihren Duft von Kirschblüten ein und sah ihr in die dunklen Augen. Sie erwiderte seinen Blick, sagte aber nichts. Dann blickte sie zu dem kleinen Mädchen und lächelte liebevoll. Und in diesem Moment wusste er, dass sie das Kind wahrhaftig lieben würde. Schweigend reichte er der Miko ein Bündel, in dem das wertvolle Gewand, das Diadem und ein kleiner Beutel voller Gold lag. Ebenso schweigend nahm sie das Bündel entgegen. Dann nahm sie das Kind in ihre Arme und lächelte ob des festen Schlafes des Kindes.
Der Herr des Westens sah beide noch einmal an. „Ich werde kommen und nach ihr sehen“, seine Stimme war dunkel und sanft als er leise diese Worte an die Miko richtete. Diese nickte und flüsterte: „Jederzeit bist du willkommen, Sesshoumaru-sama.“ Sie blickte ihn an, sah in Augen wie flüssiges Gold, silberne Haare mit denen die leichte Brise spielte.
Noch einmal strich er sanft durch den braunen Haarschopf des Kindes, sah noch einmal in ihr kleines, friedliches Gesicht und wandte sich um. Er spürte sein Herz, es schmerzte?! Warum musste es sich jetzt an solche Empfindungen erinnern? Verärgert fühlte er etwas Nasses in seinem makellosen Gesicht. Eine Träne hatte sich aus seinem Auge gestohlen.
Das zunehmende Licht des neuen Tages ließ sein silbernes Haar aufleuchten. Die Stimme des eigenen Vaters klang mit einem Mal in seinem Ohr. „Liebe ist, wenn du sie gehen lassen kannst…“
Der Herr des Westens, der gefährlichste Youkai, gefühlskalt und berechnend, sank lautlos auf die Knie, seine schultern bebeten und er fühlte, wie seine Tränen immer weiter, unaufhörlich, ihm über die Wangen liefen. Der aufgestaute schmerz von Jahrhunderten übermannte ihn. Er weinte wegen all der einst geliebten Personen, die gegangen waren. Die niemals wieder kommen würden. Wegen seinem Vater, der kämpfend in lodernden, alles vernichtenden Flammen den Tod gefunden hatte, wegen seiner toten Mutter, die innerlich zerbrochen war, wegen seinem Bruder, dem Hanyou, dem er nie ein wirklicher Bruder hatte sein können, und wegen dem kleinen Mädchen. Er realisierte: Sie hatte seine Liebe und sein Herz besessen. Das wurde ihm schlagartig bewusst. Aber sie war nun mal ein Mensch. Sterblich und unerfahren. Er war ein Dämon. Er konnte nicht für ihre Sicherheit garantieren. Aber jetzt hatte sie die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen unter ihresgleichen. Sie konnte glücklich werden und alles haben, was er sich selbst verwehrte.
Langsam erhob er sich. Verbannte all die Empfindungen wieder in seinem innerlichen Kerker. Mit dem Ärmel fuhr er sich über sein Gesicht, trocknete seine Tränen und flog mit rasender Geschwindigkeit davon.


In dem vom Wald umgebenen Dorf erwachte das kleine Mädchen. Und erschrak. Unbekannte Gerüche schlugen ihr entgegen, ebenso sah sie sich in einer kleinen Hütte wieder, eine Decke lag auf ihr. Neben ihrem Lager erblickte sie ein Bündel. Die vor Angst geweiteten Augen des Kindes erspähten an der Tür eine Silhouette. Eine Frau. Wie war das möglich? Sie war am Abend bei ihrem Meister Sesshoumaru eingeschlafen. Er hatte ein Feuer entzündet. Hatte ihr gesagt, sie solle schlafen. Wo war er? Wieso war sie hier? Ein Schluchzen entfloh der kindlichen Brust und brachte die in der Tür sitzenden Miko dazu, sich nach dem Kind umzusehen. Sie war also wach. Langsam ging die Miko zu dem Kind herüber.
„Rin“, eine sanfte Stimme sprach das Mädchen an, dass nun von ihrer Umwelt nicht mehr viel sehen konnte. Die Tränen waren wie ein Schleier, der sich auf alles legte, was die Angesprochene erblickte.
„Rin“ wisperte die Miko und hockte sich neben das Kind, welches nun begonnen hatte zu zittern. Sanft wurde es in warme Arme genommen. Auf den Schoss der Miko gezogen und beruhigend über den Rücken gestreichelt.
„Wo ist der Herr?“ wimmerte die Kleine.
„Er sagte mir, ich solle auf dich acht geben. Er kommt wieder, aber wann weiß ich nicht zu sagen. Der Herr sagte, dass du hier sicherer bist als bei ihm.“
Das Kind in ihren Armen bebte. Die Tränen hatten schon die Ärmel durchfeuchtet.
„Rin.“
Das Kind hob den Kopf.
„Hab keine Angst.“
„Habe ich etwas falsch gemacht?“ fragte das Mädchen weinend.
„Nein. Das hast du nicht. Lord Sesshoumaru wollte, dass du lernst, wie es ist ein Mensch zu sein. Deswegen brachte er dich zu mir.“
Die Frau versuchte das Kind zu beruhigen.
„Mein Name ist Kaede. Ich bin die Miko dieses Dorfes und werde mich ab heute um dich kümmern.“
Sanft löste sich Kaede aus der verzweifelten Umklammerung des Kindes und legte diesem das Bündel auf den Schoss.
„Dies hat der Herr dir dagelassen…“
Und während das Mädchen das Bündel öffnete, bereitete die Miko das Frühstück vor. Und so begann der erste Tag im neuen Leben von Rin.


Jaken erwartete die Rückkehr seines Herrn und Gebieters. Aus seiner Erfahrung wusste er, dass er besser daran tat, alles für einen baldigen Aufbruch zusammen zu suchen und vorzubereiten. Die Sonne war nun schon seit zwei stunden am strahlend blauen Firmament erschienen. Lange würde Jaken also nicht mehr auf den DaiYoukai warten müssen.
Dieser wiederum hatte seine plötzlich aufkommende Wut, die ihm lieber war als die Erinnerungen, an Bäumen und unvorsichtigen Youkais ausgelassen und eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Er war wütend auf sich selbst. Wie hatte er es zulassen können, dass ein kleines Menschenmädchen ihm so nahe gestanden hatte?
Als der mächtige Youkai bei seinem Diener angelangt war, rief er ihn an, er solle sich beeilen. Denn nun wollte sich Sesshoumaru auf die Suche nach dem zweiten Schwert seines Vaters begeben. Ein Unterfangen mit erheblichen Schwierigkeiten und Gefahren, bei dem ihm das kleine Mädchen mehr als nur ein Klotz am Bein gewesen wäre. Zumal er durch sie weitaus angreifbarer gewesen war, als ihm lieb war. Oft hatte er wegen ihr Kämpfe mit anderen Youkais bestreiten müssen. Es wurde als Schwäche ausgelegt, dass ausgerechnet er, der gnadenlose, menschenverachtende Fürst, sich um ein Menschenkind kümmerte. Sein Rang war ihm deswegen oft streitig gemacht worden. Doch bei jedem Kampf war er als Sieger hervorgegangen, hatte keine Gnade gezeigt, kein Mitleid empfunden, wenn seine feinde ihn anflehten, sie zu verschonen.
Nun hatte er kein schwaches Anhängsel mehr auf das er Rücksicht nehmen musste. Nun konnte er die Reise zum Grab seines Vaters antreten. In dessen Gebeinen würde das Katana ruhen, soviel wusste er. Was es mit der Legende auf sich hatte, die sich um das Schwert rankte, nun, dass würde er vor Ort überprüfen. Es Hieß, dass nur derjenige, der etwas Wertvolles zu beschützen habe, es erlangen könne. Sesshoumaru wusste, dass auch sein Halbbruder, der Hanyou, auf der Suche nach dem Schwert war. Auch das dieser mit einer Gruppe Menschen reiste, war ihm zugetragen worden. Voller Verachtung zog der Herr des Westens die Augenbrauen zusammen.
Dieses Schwert konnte mit einem Schlag 100 Feinde niederwerfen. Anders als sein Schwert, was ihm sein Vater direkt vererbt hatte, Tensaiga.
Der Herr des Westens begehrte dieses Schwert und sein Name hallte in seinen Gedanken wieder. Mit dieser mächtigen Waffe würde er ein für allemal seine Position unter den Dämonen festigen.
Jaken folgte schweigend seinem Herrn. Er wusste dass dieser das Katana des Vaters begehrte, wusste aber auch um die Gefahren, die diese Reise mit sich bringen konnte.
Nach einigen, wieder Erwarten recht ereignislosen Tagen der Wanderschaft, gelangten sie in die Gegend, in der das grab des alten DaiYoukai lag. Die beiden Reisegefährten waren nun in hügeliges Gelände gekommen, das fast endlos erscheinende Grasmeer wogte bei jeder Briese, jedem leichten Säuseln des Windes wie die wellen des Meeres hin und her. Vereinzelt reckten zarte Blumen ihre Köpfe aus dem Grün. Insekten schwirrten geschäftig umher. Sonst durchbrach kein Laut die laue Luft. Am Horizont kündeten die Wolkenberge von dem darunter liegenden Höhenzug, dem Gebiet der Katzendämonen. Doch noch befanden sich die Weggefährten im Reich des Westens. Und auf eben diesem Gebiet war auch das Grab zu finden.
Plötzlich hob der DaiYoukai leicht den Kopf, prüfte die Luft und stieß ein leises Knurren aus. Er hatte eine ganz bestimmte Witterung aufgenommen. Den Geruch seines Halbbruders. Jener Hanyou, wegen dem Sesshoumarus Vater gestorben war. Dieser hatte den Jungen und dessen Mutter verteidigen wollen und war dabei umgekommen. Das hatte der Herr des Westens nie vergessen, obwohl mittlerweile 335 Jahre ins Land gezogen waren. Mit der Nase im Wind und verengten Pupillen raste Sesshoumaru nun in einer wahnwitzigen Geschwindigkeit über das Land. Der Geruch des Bruders wurde immer stärker. Ebenso der der Menschen, die diesen begleiteten. Der DaiYoukai witterte zwei Frauen und einen Mann.
Niemals sollten Menschen das Grab des geliebten Vaters mit ihrer Anwesenheit besudeln. Nie würde er dies zulassen. Er musste vor diesem wertlosen Abschaum am Ziel ankommen. Und so ließ er seinen Diener weit hinter sich und raste von dannen, wurde noch schneller. Schon konnte er den Grabhügel ausmachen.


Als er diesen erreichte, zog er noch einmal prüfend die Luft in die feine Nase. Gut, der Hanyou war noch nicht hier, er hatte ihn überholt. Dennoch blieb nun nicht mehr viel Zeit.
Schon hatte der Fürst den Eingang gefunden und ging in das grab. Doch was war das? Ein leises schabendes Geräusch vor ihm? Hatte sich doch noch ein fremder hier eingeschlichen?
Problemlos durchdrangen die Augen des DaiYoukai das Dunkel des Hügelinneren. Er nahm die Verzierungen der Wände wahr, den Steinfußboden, den leichten, vertrauten Geruch des Vaters. Ohne zu zögern ging er weiter, immer tiefer hinein in die Dunkelheit. Das Geräusch vor ihm wurde nicht leiser, eher deutlicher, führte ihn in die große Grabkammer. Die Knochen des Vaters, des großen Herrn der Hundedämonen, ragten riesengroß vor dem ältesten Sohn auf. Und wirklich: Vor Sesshoumaru ragte das Katana aus dem Boden hervor. Ein Glimmen ging von ihm aus. Doch gerade, als er die Hand danach ausstrecken wollte, ertönte eine Stimme hinter ihm.
„Sesshoumaru, lass deine Hände von der Klinge! Vaters Schwert wird mein sein!“ Der Hanyou, sein jüngerer Halbbruder, war eingetroffen. Warum hatte er ihn nicht wahrgenommen? Mit ausdrucksloser Miene wandte sich der Fürst des Westens um. Kalt musterten seine Augen den Halbbruder, der den Blick trotzig erwiderte.
„Ich werde mit dir um Vaters Schwert kämpfen, wenn es sein muss!“ sagte der Jüngere und ein zorniger Unterton schwang in diesen Worten mit.
Der DaiYoukai blickte den Jüngeren mit einer hochgezogenen Braue unverwandt an. Die Miene blieb ausdruckslos. Schweigend musterte er den Bruder. In dessen Gesicht und den goldenen Augen spiegelten sich seine Gedanken, die Hundeohren wandten sich hin und her, das lange silberne Haar, eine dichte Mähne, reichte ihm bis weit über die Hüfte. Das rote Gewand und die Gebetskette nahm er ebenso wahr, wie den Geruch des Jüngeren. Er roch vor allem nach Menschen.
Langsam senkte sich Sesshoumarus Hand auf den Griff seines Katanas. Eine Bewegung, die den Hanyou veranlasste, in Angriffsposition zu gehen. Zwar wusste er, dass der Ältere mehr Kraft und Geschick hatte, auch dass dieser noch nie einen Kampf verloren hatte. Aber um das Schwert des Vaters würde er dennoch gegen eben diesen antreten. Doch noch bevor die beiden Brüder gegeneinander antreten konnten, erklang eine Stimme.
„Stell dich nicht gegen mich und akzeptiere, dass Vaters Schwert Mein sein wird.“ Sesshoumarus Stimme war kalt, aber ein leicht drohender Ton schwang in ihr mit. Es war lange her, dass er zu seinem Bruder gesprochen hatte. Dieser zuckte bei der Stimme zusammen. Wich aber nicht zurück.
Noch immer betrachtete der DaiYoukai den Halbbruder. Dieser schien wirklich verärgert zu sein, er fletschte die Zähne. „Er war auch mein Vater!“
„Ha…“ war das einzige, was der Herr des Westens erwiderte.
Wegen diesem Halbblut und dessen menschlicher Mutter war der DaiYoukai, InuTaishu, gestorben.
Gefährlich blitzten Sesshoumarus Augen auf und er musterte die Haltung seines Gegenübers. Der Jüngere wich keinen Millimeter zurück.
„InuYasha, geh wieder zu deinen menschlichen freunden. Du bist ein Hanyou, nicht wert, Vaters Schwert zu besitzen!“ Die Stimme des Herrn war kalt, die Worte wie Peitschenhiebe. Die Luft schien sich zwischen den beiden Brüdern aufzuladen.
Plötzlich vernahmen beide wieder das schabende Geräusch. Beide wandten den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Tessaiga?!
Eine fremde, rasselnde Stimme erklang:
„So kämpfen die Brüder, gleichen Ursprungs, um des geliebten Vaters Waffe. Doch wer wird sie erringen? Nur der, der etwas Wertvolles beschützt, vermag sie zu führen. Nur diesem wird sich der Geist Tensaigas unterwerfen. Nur dieser eine wird in der Lage sein, es zu führen und zu entfesseln.“
Sesshoumaru schnaubte abfällig, seine Miene war unbewegt. Er erschien wie immer, fern jeglicher emotionaler Regung oder Unsicherheit ob der Worte der körperlosen stimme. Anders sein Bruder. Dieser machte den Eindruck von einem lauernden, angespannten Tier, Wut und eine spur Ratlosigkeit zeichneten sich in seinem Gesicht ab. Anscheinend hatte er einen Entschluss gefasst.
„Ich werde Tensaiga erlangen! Unser Vater hinterließ dir Tensaiga, dass Schwert, mit dem du andere aus den Klauen des Todes reißen kannst.“
„InuYasha, willst du wirklich gegen mich antreten?“ Fragend sah Sesshoumaru den Hanyou an. Dieser wirkte nun entschlossen.
„Ja,“ sagte dieser.
„Ich werde nicht Rücksicht walten lassen, nur weil du mein Halbbruder bist“, sagte der mächtige DaiYoukai und löste sein zweites Schwert aus der Scheide. Zwar war es nicht so mächtig wie Tensaiga, aber wenigstens konnte er damit töten. Mit Tensaiga konnte er „nur“ Tote wiedererwecken. Kurz blitzte das Bild der kleinen Rin vor ihm auf, wie sie tot vor ihm gelegen hatte. Und ebenso schnell hatte er sich wieder unter Kontrolle.
Schon gingen die beiden Kontrahenten in Angriffsposition, musterten sich gegenseitig, bereit zuzuschlagen. Und dann begann der Kampf. Die Erde erzitterte unter den Schwertstreichen; Finte, Parade, Abwehr, Angriff. Funken stoben auf, als die Klingen sich kreuzten.
InuYasha legte seine ganze Wut auf seinen älteren Bruder in jeden Schlag. Aber auch seinen Wunsch, den Älteren endlich zu besiegen, von ihm endlich als vollwertig anerkannt zu werden.
Sesshoumarus hingegen kämpfte weit weniger impulsiv. Die Bewegungen glichen vielmehr einem tödlichen Tanz, voller Grazie und Eleganz, voller jahrhunderte langer Erfahrung. Er parierte spielend die harten Hiebe seines Bruders.
Stundenlang kämpften die beiden nun schon und sesshoumaru bemerkte durchaus, dass der Jüngere langsam aber sicher ermüdete. Beide hatten schon ein paar Treffer einstecken müssen. Doch verbissen kämpften sie weiter.
Und plötzlich, aus heiterem Himmel, musste Sesshoumaru wieder an Rin denken. Und er wusste, dass sie bei der Miko sicher sein würde. Er war im Grunde seines Herzens froh, dass das Kind nicht mehr bei ihm war.
Von den beiden Brüdern erst gar nicht bemerkt, begann Tessaigas Scheide rot zu glühen. Bis plötzlich der ganze Grabhügel glühte.
Das Klirren der Schwerter erklang unverändert weiter, wie der Rhythmus des Todes, als die körperlose Stimme wieder erklang:
„Ihr beide denkt an jemanden, den ihr zu beschützen trachtet. Beide habt ihr eine Person in euer Herz gelassen. Beantwortet nun die Frage:
Würdet ihr für diese Person sterben um sie zu beschützen?“
Und während die beiden Brüder weiter kämpften, vernahmen sie die Stimme wieder. Über den Lärm und das schwere Atmen der Kontrahenten hinweg, klang sie gebieterisch:
„Beide würdet ihr also auch in den Tod gehen, eure Herzen gaben die Antwort. Beendet nun euren Kampf, Tessaiga wird sich nun selbst entscheiden, wen von euch es zukünftig begleiten wird.“
Sesshoumaru sprang elegant von seinem mittlerweile schwer atmenden Bruder weg. Wie war das? Sein Herz musste vorhin die Antwort gegeben haben ohne zuvor ihn selbst davon in Kenntnis zu setzen. Er sah dem Hanyou in die Augen. Dieser blickte zweifeln und verwirrt zurück.
Tessaiga erzitterte, bebte und plötzlich schwebte es vor den Brüdern, das rote glühen wurde zu einem Flackern und ließ die Schatten an den Wänden der Grabkammer tanzen. Schließlich glitt es in die Hände von InuYasha.
Sesshoumaru, der sich immer noch unter Kontrolle hatte, wandte sich ab, um sich innerlich wieder zu sammeln. Wieso? War alles was er denken konnte und die körperlose Stimme antwortete:
„Sesshoumaru, du besitzt bereits Tensaiga und auch dein zweites Schwert ist stark und mächtig. Tensaiga hat nun einen Ausgleich geschaffen. Es wird nun mit InuYasha gehen.“
Dieser wiederum blickte verwundert und mit einem unsicheren Lächeln auf das Katana in seinen Händen.
„InuYasha, komm mir niemals wieder in die Quere!“ Die Stimme des DaiYoukai war eiskalt. Damit wandte er sich zum gehen.
„Warte, Bruder“, bat der Jüngere.
Doch der Herr des Westens verspürte keine Notwendigkeit um noch länger an diesem Ort zu verweilen, noch wollte er weitere Worte mit dem Bruder wechseln. Stattdessen ging er unbeirrt weiter, raus aus dem Grabhügel. Im Freien wartete bereits sein Diener und Reisegefährte Jaken. Und unweit von ihm wartete die Reisegruppe des Hanyou.
Ohne diese eines Blickes zu würdigen, ging Sesshoumaru weiter, mit der Gewissheit, dass sein Diener ihm folgen würde.
Spät am Abend, als der Daiyoukai schon wider den Wald erreicht hatte, fand er eine kleine Lichtung. Hier hielt er, wies seinen Diener an, Feuerholz zu suchen und setzte sich selbst an den Stamm einer großen Eiche. Die Augen geschlossen, ein Bein angewinkelt, vermittelte er den trügerischen Eindruck eines Schlafenden. Aber sein Geist war rege, seine sinne geschärft, die empfindlichen Ohren vernahmen jedes noch so leise Geräusch. Und während Jaken ein kleines rauchloses Feuer entfachte, blickte Sesshoumaru auf zum Firmament. Bleiche Wolkenfetzen flogen schnell dahin, wie ziellose Seelen. Die Sterne funkelten kalt auf den Fürsten herunter. Und nach endlos langer Zeit musste der Herr an die Vergangenheit denken. Gedanken, die er so lange verdrängt hatte. Seine Gedanken brachten ihm die Zeit zurück, als seine Mutter noch fröhlich war, der Vater noch keine sterbliche Gespielin hatte. Als er selbst noch ein Leben hatte.
Er dachte daran, wie sie gemeinsam lachten, der Vater ihn im Schlosshof trainierte. Und dann schweiften seine Gedanken ab. Hin zu jenem Tag, an dem der Vater nicht mehr von einem Ausflug durch die Ländereien zurückkehrte. Ein Untergebener überbrachte die Nachricht der Mutter, dass der Herr gestorben sei. Gestorben bei dem Versuch, seine Geliebte, eine Menschenfrau, und deren gemeinsamer, gerade geborener Sohn, vor den Mördern zu bewahren, die die Frau und ihr Kind im Namen des Vaters der Frau töten sollten.
Während des Kampfes ermöglichte Sesshoumarus Vater den beiden die Flucht, indem er sich den Feinden stellte. Es waren nur Menschen. Sie hatten keine Chance. Doch ihr Truppenführer ließ das Haus in Brand setzten du kämpfte selbst gegen den DaiYoukai. Beide kamen in den Flammen um.
Und nachdem die Überreste des Dämonenfürsten beigesetzt waren, hatte dessen Frau, Sesshoumarus Mutter, jeglichen Lebenswillen verloren. Sie weigerte sich, Nahrung zu sich zu nehmen und eines Tages war sie fort. Einfach aus dem Schloss verschwunden. Es hieß, sie habe sich das Leben genommen.
Zu dem Zeitpunkt war Sesshoumaru schon 221 Jahre alt, ein Mensch wäre vergleichbar 21 Jahre alt gewesen.
Menschen! Sesshoumaru begann sie zu hassen. Sie hatten ihm den Vater genommen.
Wenig später erfuhr Sesshoumaru vom Tod der Menschenfrau, welche die Mutter des Halbbruders, des Halbdämons InuYasha, war.
Sesshoumaru war das nur Recht. Ihr gab er in seinem Innersten die Hauptschuld am Tod seines Vaters.
Zu dem Zeitpunkt hatte er selbst sich so verändert, war verschlossen und kaltherzig geworden. Es interessierte ihn nicht, was mit seinem ungeliebten Halbbruder nun geschah. Es war ihm egal, ob dieser weiterleben würde. Der DaiYoukai setzte einen Verwalter für Schloss und Land ein und ging auf seine ewige Wanderschaft.
In dieser Zeit wurde er immer kälter, betrachtete Gefühle als Schwäche, der er selbst niemals erlegen sein wollte. Zwar nahm nun auch seine Einsamkeit immer weiter zu, doch sein treuer Diener Jaken begleitete ihn. Das reichte dem Herrn des Westens. Mehr Gesellschaft wollte er nicht.

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Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


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