Am Anfang war die Feder

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 Betreff des Beitrags: Harry Potter....wer kennt die Geschichten nicht?
BeitragVerfasst: 18. Feb 2013, 13:40 
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Aber was passiert eigentlich mit dem "Helden" nach der Schlacht? Traumatas nach einem Krieg sind normal und auch er ist nicht davor gefeit.

Grau....

….
Ein junger Mann steht im Dunst des heranbrechenden Tages auf einer ziemlich ramponierten steinernen Brücke. Er sieht sich um. Irgendwie ist alles Grau. Graue Wolken, graue Steine, grauer Staub, Grau, das sich in die Seele frisst. Die Erleichterung sollte sich einstellen. Wegen seines Sieges. Aber aus unerfindlichen Gründen waren alle Empfindungen außer grauer Erschöpfung weg. Und er steht da, im Grau dieser Welt, auf den grauen Trümmern seiner alten Welt. Seiner alten Heimat. Sein Blick unfokussiert. Und ein Wunsch bildet sich heraus, aus der grauen Welt, aus den Gerüchen der Schlacht. Gerüchen von Blut, Angst, Schweiß und grauem Staub.
„Ich will hier weg!“ Er merkt nicht, dass er es laut sagt.
„Jetzt!“
Er hat den Elderstab zerbrochen, seinen eigenen hat er schon lange nicht mehr. Irgendwie ist es auch egal, ob er einen Zauberstab hat oder nicht, es ist nicht wichtig.
Langsam wankt er mehr als das er geht in die Richtung des verbotenen Waldes. Zwar lebten hier seit Anbeginn der Zaubererwelt Wilde Kreaturen, doch welchen Schrecken können diese Wesen heraufbeschwören? Im Vergleich zu dem, was er gesehen hat? Im Vergleich zu dem, was er schon alles erlebt hat? Im Vergleich zu dem Tod von so vielen?
Für jemanden, der gegen IHN Stand gehalten hat?
Er geht weiter, immer weiter. Achtet nicht darauf, in welche Richtung er geht. Achtet nicht auf die Wurzeln der alten Bäume, die knorrig und rau über den Boden wuchern. Geht einfach nur weiter, tiefer in die Schatten des Waldes. Hier riecht es nicht mehr nach Staub. Hier riecht es nach Erde, Schwer und Würzig. Und dennoch: Die Stämme der Bäume sind Grau.
Irgendwann rutscht er an einem dicken grauen Stamm auf dunkle Erde, bleibt sitzen, denn er hat keine Kraft mehr weiter zu gehen. Und die Bilder der vergangenen Stunden und Tage kommen wieder. Er hört wieder die Schreie, die Laute der Sterbenden und Verletzten. Hört, wie die Malfoys ihren Sohn zu sich rufen und sieht, wie sie mit ihm gehen. Wie gerne wäre er auch gegangen. Aber das durfte nicht sein. Nun ist er auch ein Mörder.
Ein Mörder, wie so viele. Wie auch er einer war. Er, den er letzten Endes besiegt hat.
Sollte er nicht Freude empfinden? Darüber, dass der Schrecken nun ein Ende hatte? Aber alles was bleibt, was er spürt, ist Grau.
Sein Blick schweift über seine Umgebung. Dämmeriges Zwielicht. Dunst in den Baumkronen. Und ab und an sieht er die kleinen Waldtiere umherhuschen. Wie einfach ist deren Leben.
Im Gegensatz zu seinem. Was er nun machen soll, weiß er nicht.
Was er will, weiß er nicht.
Wohin er gehen kann, weiß er nicht.
Innerlich fühlt er sich taub und Grau an. Als wäre auch er Tod. Wie die anderen. Nur sein Körper hat es noch nicht mitbekommen.
Zwischen den Bäumen sehnen ihn viele verborgene Augen an, beobachten ihn, wachen über ihn. Er sieht die Gestalten nicht. Nimmt ihre Anwesenheit nicht wahr.
Als er endlich die Augen schließt, kommen die Beobachter näher, hören an seinem Atem, dass er endlich eingeschlafen ist.
Sie selbst sind durchscheinend, irgendwie Grau. Und doch pulsiert in den Gestalten ein inneres Licht. Es sind fünf, die vor dem jungen Mann stehen, vor dem Retter der Zauberwelt, dem Bezwinger des Unnennbaren. Sie alle legen ihre durchscheinenden, grauen Hände auf den Körper des Schlafenden. Ohne ein Wort zu wechseln, ohne irgendwelche Laute, lassen sie ihr ureigenes pulsierendes Licht in den Körper des jungen Mannes gleiten, werden dabei noch durchscheinender, verblassen immer mehr, lösen sich auf.
….
Ein neuer Tag dämmert heran. Im Zwielicht des Waldes erhebt sich die Gestalt eines jungen Mannes.
Er hat sich verändert. Optisch und innerlich, er spürt und sieht es an sich selbst. Er fühlt sich warm und frei. Endlich frei. Das Grau ist aus ihm gewichen. Nicht gänzlich verschwunden, aber er fühlt außer Grau noch vieles mehr.
Er sieht an sich herunter. Noch immer trägt er die Klamotten die er in der Schlacht trug. Sie sind dreckig. Wahrscheinlich riecht er unangenehm. Doch er sieht auch, dass sich seine Haut verändert hat an den Händen. Er hat keine Schrammen mehr. Und als er tiefer an sich herabblickt, fällt dunkles, welliges Harr in sein Gesicht. Er staunt. Gestern, oder wann auch immer, hatte er kurzes Haar….
Er nimmt es erst mal so hin.
Als er in die Ferne sehen möchte, merkt er, dass sein Blick verschwommen ist. Er nimmt die Brille ab, reibt sich über die Augen und schaut nun auf die Stämme vor sich. Er ist erstaunt, dass er alle Einzelheiten der Borke erkennen kann, nicht nur eine einzige unstrukturierte Fläche.
Er nimmt die Veränderung seiner Sicht so hin. Er fragt sich nicht, wie es dazu gekommen ist. Denn er ist sich ziemlich sicher, dass er keine Antwort erhalten wird. Er wirft seine Brille mit einer lässigen Bewegung zu Boden. Bückt sich dann nochmals und schaufelt mit den Händen ein kleines Loch in den Waldboden, legt die Brille hinein und bedeckt sie mit Erde. Dabei fokussiert er seine Gedanken auf seine Vergangenheit. Und beerdigt sie gleich mit seiner Brille mit. Er will nicht länger der Retter sein. Er will ein normales Leben, wie jeder andere auch.
Schließlich geht er weiter. In die Richtung, in der er vermutet, dass es auch aus dem Wald heraus geht. In Richtung Süden. Süden. Er wollte schon immer mal in den Süden. Wie die Zugvögel. Dahin, wo es warm ist. Weg von dem Grau. Hin zur Sonne.
Und jeder Schritt trägt ihn weiter weg von dem Grau, dass nun hinter ihm liegt. Irgendwo hinter den Bäumen.
….

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Dringend empfohlen....schöne Musik für schöne Schreibgeschichten ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Harry Potter....wer kennt die Geschichten nicht?
BeitragVerfasst: 18. Feb 2013, 13:48 
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schööön, dass du uns an deinen Kreativitäten teilhaben lässt...
danke

alles Liebe noney smilies/blume0019.gif

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